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„Islam ist nicht Terror“

„Islam ist nicht Terror“ oder „Deutsche Muslime sind in Deutschland zu Hause“: Koranschüler brachten plakativ zum Ausdruck, was eigentlich selbstverständlich ist. Foto: T.A.

Braunschweiger Muslime hielten am Freitag Mahnwache vor dem Schloss.

Von Marion Korth, 20. Februar 2015.

Braunschweig. „Diese Aktion ist ein Zeichen, dass wir alle zusammengehören“, sagte Dr. Sadiqu Al-Mousllie, Vorsitzender der Islamischen Gemeinschaft, bei der Mahnwache Braunschweiger Muslime gestern vor dem Schloss.
Das Verbindende, nicht das Trennende, stand im Mittelpunkt. „Jeder Mensch ist wertvoll“, „Zusammen sind wir stark“, „Islam ist nicht Terror“, „Gebt IS keine Chance“ – mit diesen und ähnlichen Plakataussagen warben Koranschüler für ein friedliches Miteinander in der Stadt.

„Wir stehen für die geliebte Stadt Braunschweig, das ist, was uns verbindet“, hatte Al-Mousllie betont. Und er erzählt von einer Muslima, die neulich in der Straßenbahn von einem Mann angerempelt worden sei, und der ihr gesagt hätte: „Geht nach Hause, ihr Terroristen.“ „Diese Frau ist in Deutschland geboren, sie ist hier zu Hause“, sagte Al-Mousllie. Solche Vorfälle würden den Terroristen, die einen Keil in die Gesellschaft treiben wollen, in die Hände spielen.
Es hörte sich schon sehr fremd an, als Imam Khalil Khalilo einige Suren aus dem Koran vor dem Schloss sang. Er hatte sich die Stelle ausgesucht, die vom Zusammenleben der Völker handelt. Aus der Übersetzung im Anschluss ging hervor, dass keines sich über das andere erheben soll, nicht mit Schimpfwörtern, Verleumdung und Argwohn die anderen herabsetzen dürfe.
Rund 50 Muslime waren zu der Mahnwache am Nachmittag gekommen. Sie aber stünden stellvertretend für die große Mehrheit der Muslime in der Stadt, sagte Dr. Sadiqu Al-Mousllie. Sie alle würden den Terror verurteilen. Der Vorsitzende der Islamischen Gemeinschaft sprach bewusst nicht von „Islamisten“. Durch diesen Begriff würde eine Religion in einen extremistischen Zusammenhang gestellt, der schon allein sachlich nicht richtig sei. „Wir verurteilen alle Extremisten“, sagte er, „egal welcher Couleur oder Religion.“
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