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Immer mehr Plastik im Biomüll

Schlecht: Zwischen Baumschnitt und Zitronen liegen jede Menge Plastiktüten. Für den Entsorger Alba lässt sich eine solche Fuhre kaum noch zu Kompost aufbereiten.
 
Matthias Fricke, Geschäftsführer von Alba Braunschweig.

Drei Fragen an ... Matthias Fricke, Geschäftsführer von Alba Braunschweig.

Von Birgit Leute, 08.07.2016.

Braunschweig. Plastik hat im Biomüll eigentlich nichts zu suchen, dennoch finden sich beim Entsorger Alba zwischen Salat, Obstschalen und Resten vom Kaffeesatz auch immer öfter Tüten aus Kunststoff. Für das Unternehmen ein Problem, denn die Weiterverarbeitung zu Kompost wird dadurch schwierig. Sehr stark verunreinigter Bioabfall landet am Ende sogar in der Müllverbrennung. Wir haben bei Alba nachgefragt.

nB: Was passiert eigentlich mit dem Bioabfall der Haushalte und was ist der Grund, warum in letzter Zeit immer häufiger Fremdstoffe gefunden werden?

Fricke: Braunschweiger Bioabfall wird in einer Vergärungsanlage in Watenbüttel zu Biogas beziehungsweise die Reste zu Kompost verwertet. Der nährstoffreiche Kompost wird zur Düngung oder Bodenverbesserung in der Landwirtschaft oder bei Privathaushalten eingesetzt. Bei der Anlieferung des Bioabfalls in die Vergärungsanlage lässt sich die Qualität des gesammelten Materials gut überblicken beziehungsweise die Verschmutzung durch Störstoffe erkennen. Gründe für die Verschmutzung können vielschichtig sein. Zum einen aus Praktikabilität bei der Sammlung im Haushalt oder einfach nur, um die Biotonne sauber zu halten.

nB: Gerade der Anteil an „nicht abbaubarer Plastik“ ist ja nach Aussage von Alba gestiegen. Was ist damit konkret gemeint? Einzelhändler werben doch oft auch mit Plastiktüten, die sich biologisch abbauen und deshalb unbedenklich sind?

Fricke: Mit nicht abbaubarem Plastik ist die klassische Plastiktüte oder der Obstbeutel aus dem Supermarkt gemeint. Zum Thema Bioplastik hat sich auch das Umweltministerium geäußert (Anm. der Redaktion: Unter dem Titel „Tüten aus Bioplastik sind keine Alternative“ warnt das Ministerium vor Versprechungen, biologisch abbaubare Tüten seien die „grünere Lösung“. Die Ökobilanz, bringe keine Vorteile und ein Abbau auf dem eigenen Komposthaufen sei nicht sichergestellt, so das Ministerium. Mehr dazu unter https://www.umweltbundesamt.de/themen/tueten-aus-b...).

nB: Dann sind doch die bislang kostenlosen Obst- oder „Hemdchenbeutel“ in den Gemüseabteilungen tatsächlich ein Problem, da sie häufig benutzt werden und am Ende zusammen mit den Apfelschalen im Biomüll landen ...

Fricke: Im Bioabfall begegnet uns jede Art von Plastiktüte als Störstoff: angefangen bei der klassischen Einkaufstüte bis hin zu kostenlosen „Hemdchenbeuteln“. Hier ist unseres Erachtens ein Art Umdenken „an der Tonne“ erforderlich: Wer eine Plastiktüte als Sammelhilfe im Haushalt nutzt, sollte den Bioabfall lose in die Tonne geben und die Plastiktüte über die Wertstofftonne entsorgen. Eine Alternative dazu wäre, die Bioabfälle eingewickelt in Zeitungspapier oder Küchenkrepp in die Biotonne zu werfen. Als nützlicher Küchenhelfer empfiehlt sich auch der Bio-Boy, den wir für nur fünf Euro in den Kundenzentren in der Frankfurter Str. und in der Karrenführer Str. anbieten.
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5 Kommentare
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Harry Redner aus Wendeburg | 13.07.2016 | 06:16  
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Jens Köhler aus Broitzem | 11.08.2016 | 15:36  
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Harry Redner aus Wendeburg | 11.08.2016 | 18:11  
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Jens Köhler aus Broitzem | 11.08.2016 | 20:17  
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Harry Redner aus Wendeburg | 11.08.2016 | 20:38  
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