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Im Sprint zur Integration

Diese jungen, unbegleiteten Flüchtlinge lernen an der Helene-Engelbrecht-Schule Deutsch. Die Kurse sollen ihnen auch das Einleben erleichtern. Foto: Thomas Ammerpohl

Sprachförderklassen sollen jugendlichen Flüchtlingen das Einleben erleichtern.

Von Sigrid Schonlau, 12.03.2016.

Braunschweig. Die erste Bilanz von Margret von Langendorff, Schulleiterin der Helene-Engelbrecht-Schule in Braunschweig, ist eindeutig positiv: „Die erste SPRINT-Klasse mit unbegleiteten jugendlichen Flüchtlingen ist gut an unserer Schule angekommen.“

Wie an vier anderen berufsbildenden Schulen in Braunschweig hat ihre Schule in Zusammenarbeit mit der VHS und dem Jugendamt der Stadt Braunschweig seit Anfang Februar eine einjährige Klasse für Flüchtlinge zwischen 16 und 21 Jahren eingerichtet.

SPRINT steht für „Sprache und und Integration“, ein Sonderprogramm des niedersächsischen Kultusministeriums zur Förderung unbegleiteter Jugendlicher. Der Name spiegelt durchaus auch eine gewisse Dringlichkeit. Seit die Zahl unbegleiteter jugendlicher Flüchtlinge im vergangenen Jahr stark angestiegen ist, muss eine Lösung her. Zügig sollen die Kurse nun den Jugendlichen das Einleben in einem fremden Land mit einer fremden Sprache und Kultur erleichtern.

„Damit ist allen Seiten geholfen“, fügt Hans-Peter Lorenzen, Geschäftsführer der VHS Braunschweig, hinzu. „Die Jugendlichen bekommen kurzfristig eine Tagesstruktur, werden in vorgeschalteten Sprachförderprogrammen der Stadt an der VHS vorbereitet und erhalten durch den passgenauen Schulbesuch mittelfristig eine Perspektive.“

Das Interesse und die Lernbereitschaft der Jugendlichen sei sehr groß, stellt von Langendorff erfreut fest, jedoch das Leistungsniveau sehr unterschiedlich. Von Jugendlichen, die kaum lesen oder schreiben können, bis zu Gymnasiasten sei alles dabei. Deshalb ist man hier vor Ort dazu übergegangen, die Jugendlichen nach Lernvoraussetzungen einzuteilen.
Eine überschaubare Größe von maximal 17 Teilnehmern pro Kursus soll eine effektive individuelle Förderung gewährleisten. Schulbegleitend sollen die Jugendlichen am Ende des Kurses bei erfolgreicher Bewältigung ein Zertifikat erhalten, das die nächsten Schritte erleichtert. Idealerweise soll nämlich nach dem Besuch einer SPRINT-Klasse der Wechsel in eine weiterführende Schule, Ausbildung oder einen Job gelingen.

In Niedersachsen beteiligen sich 69 berufsbildende Schulen zurzeit an dem Projekt, 125 Einzelprojekte oder Klassen laufen bereits, sieben davon in Braunschweig. Gefördert werden damit hier vor Ort 89 Jugendliche. Dass damit das Lernen der Sprache und auch kultureller Gegebenheiten nicht abgeschlossen ist, wissen auch die Verantwortlichen der VHS und der berufsbildenden Schulen. Aber sie sind sich einig, dass damit doch zumindest die Weichen in die richtige Richtung gestellt sind.

„Wir beobachten die Entwicklung genau und haben so die Möglichkeit nachzubessern und das Angebot anzupassen. Aber wir sind dank der guten Zusammenarbeit der verantwortlichen Stellen hier in Braunschweig und den zuständigen Ministerien in Hannover auf dem besten Weg.“, fügt Lorenzen zuversichtlich hinzu.
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