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Ick sach ma so: Wat der Mario da macht, machta jut, wa? Zusatztermin am 26. Mai 2017

Mario Barth ist gelandet. Zweimal in der Volkswagenhalle. (Foto: Foto: Pause)
Braunschweig: Volkswagenhalle |

Mario Barth in der VW-Halle: Zweimal volles Haus, jubelndes Publikum

. Von Ingeborg Obi-Preuß, Braunschweig, Samstag, 7. Mai 2016.
Die ersten sind wahrscheinlich jetzt schon wieder vor der Volkswagenhalle. Heute ist Mario, die Zweite: "Männer sind bekloppt, aber sexy!" heißt die Tour. Als ich gestern so gegen 19.30 Uhr dort ankomme, ist es auf dem Platz vor der Halle gähnend leer, keine langen Schlangen an den Eingängen wie sonst. "Huch", denke ich, hast du dich in der Zeit geirrt?
"Nichts los?", frage ich den Security-Mann am Eingang. "Sind schon alle drin", lässt er mich wissen.

Ach so. Ausverkauftes Haus, freie Platzwahl. Die meisten sind nicht zum ersten Mal bei Mario und wissen: wer einen guten Platz will, muss pünktlich am Start sein.
So wie der "größte Paartherapeut der Galaxie" (O-Ton Barth) selbst. Kurz nach 20 Uhr wird es dunkel im Saal, ein dramatischer Trommelwirbel, dann taucht vor einer futuristischen Skyline mit dem fertigen Hauptstadtflughafen ein Raumschiff aus dem Boden, aus dem zischenden Nebel steigt Mario Barth.
"Ick freu mir echt, wa", ruft Mario den tosenden Menschen zu. Vor allem Männer rasten geradezu aus. Er ist einer von ihnen, das wird schnell klar, Mario Barth scheint in Worte zu fassen, was auf der gemeinen Männerseele brennt. Und das ist vor allem: Die zickige Frau. "Es gibt so Tage bei den Frauen - dat wisst ihr doch, ne?", ruft er den Jungs im Saal zu. Und ja, ganz offensichtlich wissen alle, worum es geht. "Ihr könnt da nix für", beruhigt Mario Barth sein weibliches Publikum, "dat is in euren Genen." Aber an diesen Tagen, "da sind die Mädels auf Krawall gebürstet, verstehste?" Ja, wieder offensichtlich Zustimmung. "Du könntest ihr Rosenblätter auf den Weg streuen", malt Mario aus, "sie würde dich anmaulen: Und wer fegt das wieder weg?"
Tja, seit 16 Jahren verkauft dieser eher unscheinbare Typ in Jeans und T-Shirt die Megahallen der Republik aus. "Immer das Gleiche" maulen die Kritiker. Das ist seinen Fans völlig egal. Außerdem, wenn wir mal ehrlich sind, es geht doch auch immer um das Gleiche: Essen, trinken, Liebe, Sex, Untreue - Alltag eben.
Und den hat Mario Barth drauf. Er ist ein genialer Entertainer und ein guter Beobachter. Viel mehr als nur Klamauk.
Und immer wieder ist gut zu merken, dass es ihm auch ernst ist dabei. "Wir schaffen das nicht, Mädels", wirbt er für Verständnis für das unbekannte Wesen Mann und warnt vor den zu hohen (und vor allem zu komplizierten) Ansprüchen der Frauen.
Besonders gut kann er besonders deftig. Thema: Dildo-Party. Seine Freundin und ihre Mädels amüsieren sich wie Bolle,Mario wird der Wohnung verwiesen.
"Sollnse", kommentiert er, "ick freu mir, wennse Spaß hat."
Der hat dann allerdings ein jähes Ende, als er später auf dem Sofa sitzt, durch dumpfes Brummen einem Dildo auf die Spur kommt und das Ding aus den Kissen pult. Einen Arm angewinkelt in der Luft, die Faust kreisend, macht er das Gerät nach. "Da kriegste als Mann Komplexe", ruft den Frauen zu, und "Wir schaaaafffenn das nicht."
Selbstredend greift er beherzt ein, wenn er sieht, wie vor seinen Augen ein Mann degradiert wird. "Sag mal, schlägst du den?" fragt er fassungslos eine Frau in der ersten Reihe, die ihren Begleiter ganz offensichtlich angebufft hat, als der bei einem eher frauenfeindlichen Witz allzu laut gelacht hat.
Auch "Fifty Shades of Grey" als Handbuch hilft nicht weiter. "Selbst wenn deine Freundin das Buch verschlingt, heißt das noch lange nicht, dass du sie Schlampe nennen darfst", warnt er vor der direkten Umsetzung der Erotikvorlage. Er jedenfalls hat auf die Begrüßung seiner Freundin mit "Na, du Dreckschlampe", direkt den Wischlappen "inne Fresse gekriecht". Und das Nachspielen der Dessous-Kapitel aus dem Buch kann auch gefährlich daneben gehen. Sein Freund hat es versucht: "Kauft nen Schlüpper, unten kaputt" (da biegen sich wirklich die Massen vor Lachen), doch die beschenkte Freundin faucht ihn an, "da seh ich doch aus wie eine Nutte." Gern würde der Freund jetzt "jaaa, geil, ne?" sagen, aber das traut er sich natürlich nicht.
Überhaupt das Trauen, das könnte wohl helfen. Nicht so vorsichtig sein, einfach mal über die Stränge schlagen und sich nicht gleich entschuldigen. Das legt Mario Barth seinen Geschlechtsgenossen ans Herz. Und dafür scheinen sie ihn zu lieben. Er appelliert daran, wieder verrückter zu sein, sich zu wehren, nicht mehr so brav den Mädels die Führung zu überlassen. Die Rolle des Mannes scheint ein wenig unklar geworden zu sein, Mario Barth macht Mut.
Und das auf seine typische Art. Temperamentvoll und schnell auf der Bühne, ein bisschen nuschelig, kringelt sich selber immer wieder weg über die geschilderten Situationen. Und ganz wichtig - diese wirklich coole Berliner Schnauze. Ick sach mal so, dat ist die halbe Miete.
Zum Schluss eine Zugabe, nochmal ein paar herzliche Worte und dann ein wirklich erstaunliches Hallenfeuerwerk mit einem enormen Finalknall. Vielleicht ein Weckruf für die Männer von Morgen.
Braunschweig kriegt übrigens nicht genug von ihm: Es gibt einen Zusatztermin am 26. Mai 2017. Garantiert ist die Halle wieder voll.
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