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„Ich habe gedacht, ich schaffe das nicht mehr“

Interview mit Sängerin Sarah Connor – Am 4. April in der Volkswagen-Halle mit ihrer „Sexy as hell“-Deutschlandtour

Von Sebastian Walther

Lange hat man musikalisch nichts mehr gehört von Sarah Connor. Mit ihrem Album „Sexy as hell“ meldet sich die Delmenhorsterin in diesem Jahr auf der gleichnamigen Tour zurück. Die nB sprach mit der Blondine, die am 4. April in der VW-Halle gastiert.

?Sie haben kürzlich ein Duett mit Enrique Iglesias, „Takin’ Back My Love“, aufgenommen?

!Ja, es erscheint Anfang März in Deutschland, eine Latin-Dance-Nummer, sehr groovig und temperamentvoll. Wie Enrique eben so ist. Wir haben gerade das Video gedreht in Los Angeles und hatten gemeinsam viel Spaß beim Dreh.

?Ihr aktuelles Album „Sexy as hell“ klingt, vor allem nach dem Vorgänger „Soulicious“, wie eine Rückkehr zu den musikalischen Wurzeln.

!Ist das so? So war das überhaupt nicht geplant. Ich finde, ich habe mich musikalisch weiterentwickelt. „Soulicious“ war ein Tribut an die großen Soul-Künstler, die mich geprägt haben, eine Art Projekt. Und dieses Album war das Ergebnis der Inspiration der letzten zwei Jahre, die ich in den Songs verarbeitet habe.

?Das Plattenlabel Motown feiert gerade 50-jähriges Bestehen, ein Anlass, solche Songs auch auf der anstehenden Tour zu singen?

!Absolut, ich habe viele Fans, die in einem Alter sind, in dem man diese Songs nicht kennt, und ich freue mich, sie so an diese Musik heranzuführen. Bei uns zu Hause hat mein Vater immer diese Scheiben aufgelegt. Mein Großvater war Jazzpianist in New Orleans, wir haben bei uns nur Aretha Franklin oder Marvin Gaye gehört.

?„Sexy as hell“ ist auch die Tour betitelt, die Sie ab Ende Februar durch zahlreiche deutsche Städte führt. Wie sexy wird sie werden?

!Das bezieht sich nicht darauf, dass wir alle ständig in knappen Outfits herumspringen. Ich kokettiere natürlich immer auch mit meiner Sexualität und meiner weiblichen Seite. Das ist aber nur ein Teil der Show. Der andere ist sehr interaktiv, ich möchte mit meinen Fans zusammen tanzen und feiern. Die Tour wird eine Zeitreise durch alle meine Alben.

?Was ist für Sie sexy?

!Das ist mehr eine Stimmung und hat weniger mit Äußerlichkeiten zu tun. Das kann ein Moment im Tanz sein, eine Berührung oder eine Stimme. Eine zu hohe Stimme finde ich bei Männern total unsexy, genauso, wenn sie nicht selbst über sich lachen können. Und ich finde es wahnsinnig sexy, wenn Männer schöne Hände haben, ich liebe schöne Hände.

?Wie sexy findet sich Sarah Connor?

!Ich genieße es total, zu Hause in Jogging-Hose und T-Shirt mit meinen Hunden im Wald zu spielen oder mit meinen Kindern zu toben. Dann aber am nächsten Tag auch in die Limo zu steigen, gestylt zu werden und sexy für die Kamera zu posen. Mein Job bietet mir die Möglichkeit, auch diese Seite ausleben zu können.

?Wie oft während einer Tour wacht man morgens auf und weiß nicht genau in welcher Stadt man ist?

!Morgens geht es eigentlich noch, gefährlich wird es erst auf der Bühne. Da ist es mir schon mehrmals passiert, dass ich die falsche Stadt begrüßt habe. Seitdem kleben mir meine Bühnentechniker einen großen, weißen Zettel mit dem Namen auf die Bühne.

?Wie sieht das Tagesprogramm auf Tour aus?

!Ich nehme ja meine Kinder mit und schlafe daher immer in den Städten, in denen ich auftrete. Am nächsten Morgen geht es dann im Tourbus weiter, dann machen die Kinder Mittagsschlaf im Bus. Wenn wir angekommen sind, gibt es Essen und wir machen Soundcheck, dann habe ich noch etwas Freizeit, und wenn ich auf der Bühne stehe, gehen die beiden ins Bett.

?Wie haben Sie Ihren Kindern eigentlich erklärt, welchen Beruf Mami ausübt?

!Ich habe ihnen erklärt, dass ich, wenn ich arbeiten gehe, singe. Mein ältester Sohn hat mich gefragt warum, und ich habe ihm erklärt, dass ich gerne singe und es viele Menschen gibt, denen ich damit eine Freude mache. Das erste Mal singen gehört haben Sie mich kürzlich im Urlaub auf Mauritius mit der Hotel-Band.

?Sie haben bereits früh Erfahrungen mit dem Musik-Business und vor allem der Presse gemacht. Was war die wichtigste Lehre, die Sie aus dieser langen Zeit gezogen haben?

!Dass ich irgendwann erkannt habe, dass es einen Unterschied gibt zwischen Sarah Connor und Sarah Terenzi. Ich verstehe auch, dass meine Fans ein Bedürfnis haben, gewisse Dinge zu erfahren, aber es gibt eben Momente, die ich bereit bin zu teilen und Momente, wo ich für mich bleiben möchte und das, was ich habe beschützen möchte. Es ist wichtig, die Dinge, die geschrieben werden, nicht zu sehr an mich heran zu lassen, mich davon nicht verletzen zu lassen. Das ist natürlich nicht immer möglich.

?Wenn die Berichterstattung in den Medien zu intensiv wird – denkt man darüber nach, ob die eigene Toleranzgrenze erreicht ist?

!Ja und nein, ich weiß, die Medien sind Teil meines beruflichen Schaffens, aber die Musik ist davon ja nicht betroffen, die kann mir keiner nehmen. Ich hatte natürlich trotzdem Momente, in denen ich das Gefühl hatte, keine Kraft mehr zu haben, in denen ich dachte, ich packe das alles nicht mehr, wo Menschen, die mir sehr nahe stehen, mich wieder aufgerichtet haben.

?Sie sind nun, wie sie auf Ihrer Homepage schreiben, allein erziehende und berufstätige Mutter. Wie viele Stunden müsste der Tag da eigentlich haben?

!Sicher, ich hätte schon gern ein bisschen mehr Freizeit, die ist zur Zeit wirklich knapp bemessen. Aber ich bin ja auch nicht die erste Frau, der es so geht. Es ist jetzt eben Teil meines Weges.
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