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„Ich habe ein Faible für Technik“

Seit 1949 berät Günter Meier seine Kunden im Rundfunk-Fachgeschäft „Brandes & Pawlik“.

Von André Pause, 08.01.2012

Braunschweig. Die Szenerie im traditionsreichen Rundfunk-Fachgeschäft Brandes & Pawlik wird dominiert durch Flachbildschirme in allen Größen, Hi-Fi-Anlagen und Mobiltelefone. Mittendrin im Geschehen: Seniorchef Günter Meier.

Weiße Haare, weiß-blau kariertes Hemd, Krawatte und ein adrettes blaues Sakko. Am 5. Januar hat er seinen 80. Geburtstag gefeiert. Das Alter sieht man dem Jubilar freilich nicht unbedingt an.
Ausbildung ab 1949
„Tach erstmal“, sagt er lächelnd und begrüßt sein Gegenüber mit Handschlag. Meier ist es gewohnt, mit Menschen umzugehen. Seit dem 1. April 1949 ist sein Name untrennbar verbunden mit dem Familienunternehmen Brandes & Pawlik. Mit 17 begann er hier seine Lehre zum Rundfunk- und Fernsehtechniker. 1957, nach fünf Jahren als Geselle, legte er schließlich erfolgreich die Meisterprüfung ab. „Ein gewisser Ehrgeiz war bei mir immer schon vorhanden“, sagt der Seniorchef.
Stetiger Wandel
Als Firmengründer und Inhaber Fritz Pawlik 1972 starb, zögerte der damals 40-Jährige auch nicht lange und übernahm gemeinsam mit einer Kollegin die Leitung des Unternehmens. Ab 1980 führte Meier es in Eigenregie weiter, bevor er das Ruder 1995 an seinen Sohn Bernd Meier übergab. Erhalten geblieben ist der Senior dem Fachgeschäft bis heute. „Ich war schon in der Schule sehr an Physik interessiert, hatte immer ein Faible für die Technik und technische Geräte“, sagt er und schiebt schmunzelnd nach: „So viele gab es ja damals noch nicht.“ Das hat sich geändert. Der schnelle Wandel in seinem Metier ist für Meier eine Herausforderung, die Spaß macht: „Ich besuche zwar keine Lehrgänge mehr, aber ich bleibe schon am Ball.“ Viele Jahre hat der 80-Jährige auch die Lehrlinge im Unternehmen ausgebildet. „Säckeweise“, wie er lachend betont. Heute widmet er sich ausschließlich seinen Kunden. Zu ihnen hat Meier über die Jahre ein echtes Vertrauensverhältnis aufgebaut. Als „Berater und Empfangsdame“ bezeichnet sich der Seniorchef mit Schalk im Nacken selbst. Gefragt, ob mit 80 nicht doch mal der Wunsch nach etwas mehr freier Zeit bestehe, antwortet der Seniorchef salomonisch: „Sagen wir mal so, ich darf in der Woche einen Tag frei machen. Das ist variabel und wird bestimmt durch die Geschäftssituation.“
Der Garten
Zurzeit streicht er seinen freien Tag aber schon Mal absichtlich und steht stattdessen im Geschäft. Der Garten, seine zweite große Leidenschaft, verlangt ihm in der kalten Jahreszeit nicht ganz so viel ab. „Außerdem haben wir von 10 bis 19 Uhr geöffnet, da ist es momentan ja eh dunkel.“ Im Sommer hält es ihn dafür umso länger im Grünen. Das sei schon ein Ausgleich. Wenn Meier von seinen drei Meter hohen Engelstrompeten berichtet, blitzt es in seinen Augen, und man spürt, dass er sich auf den nächsten Sommer genauso freut, wie über jeden seiner Stammkunden.
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