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Hilfe für Lager in Idomeni

In den Flüchtlingslagern in Idomeni fehlt es am Allernötigsten. Dazu kommt das kalte, nasse Wetter. Foto: oh
 
Bei Zweimalschön werden ab sofort Kleiderspenden entgegengenommen: Stefanie Schumann (l.) und Bärbel Brosnien freuen sich über eine Regenjacke, an der Kasse steht Nicole Krüger. Foto: Korth

Bis zum 26. März werden Kleiderspenden für Hilfstransport gesammelt.

Von Marion Korth, 19.03.2016.

Braunschweig. Ein Hilferuf hat die Deutsche Kleiderstiftung Spangenberg erreicht: Seitdem die Balkanroute versperrt ist, stranden immer mehr Flüchtlinge in und um Idomeni. Die Deutsche Kleiderstiftung ist vom dortigen evangelischen Bischof um Hilfe gebeten worden und organisiert nun einen Hilfstransport.

Die Bilder aus den Nachrichten gehen ihr nicht aus dem Kopf: Zelte vor grauem Himmel, aufgeweichter Boden, Pfützen und kümmerliche Feuer, an denen sich Menschen versuchen zu wärmen. Idomeni ist für tausende Flüchtlinge zur Sackgasse geworden.

„Schön, dass wir jetzt etwas machen“, sagt Stefanie Schumann, Shopreferentin der „Zweimalschön“-Läden in Braunschweig und Magdeburg. „Wir“, damit meint sie die Deutsche Kleiderstiftung mit Sitz in Helmstedt, die die Läden als soziale Projekte betreibt, und „etwas machen“ ist in diesem Fall einen Hilfstransporter voller Regenbekleidung, wärmender Jacken und anderer Kleidung sowie Hygieneartikeln auf den Weg nach Idomeni schicken. Schumann hofft auf die Unterstützung der Braunschweiger: Kleiderspenden, Hygieneartikel und gern auch Schuhe werden ab sofort im Zweimalschön Charity Shop, Ölschlägern 35 im Magniviertel entgegengenommen. Die Aktion läuft bis zum 26. März, danach werden die Spenden im Eiltempo gesichtet, zusammengepackt und gleich zu Ostern auf die Reise nach Idomeni geschickt. Dort wie auch bei anderen Hilfsprojekten der Stiftung wie in der Ukraine, in Albanien oder Indien werde mit vertrauenswürdigen Partnern zusammengearbeitet. „So stellen wir sicher, dass die Spenden dort ankommen, wo sie benötigt werden“, sagt Schumann. Die Deutsche Kleiderstiftung ist von dem unabhängigen Verein „Fair Wertung“ zertifiziert, der hohe Anforderungen an die Organisationen stellt und über verantwortungsvolles Handeln wacht. Schumann: „Kleidercontainer ist nicht gleich Kleidercontainer.“ Es gebe auch viele dubiose Unternehmen. In Braunschweig hat Zweimalschön 20 Containerstellplätze.

Der Hilferuf jetzt kam von Meletiadis Meletis, Bischof der griechisch-evangelischen Kirche: „Die Lage ist schrecklich. Nach fünf Tagen Regen und Temperaturen um den Gefrierpunkt erkranken immer mehr Menschen.“ Das nahe gelegene Krankenhaus in Kilkis sei überfüllt, vor allem Kinder leiden unter den Zuständen in den Lagern. Die Freiwilligen seiner Organisation betreuen Camps in Cherso, Diavata und Idomeni – insgesamt rund 16 000 Menschen, 40 Prozent sind Kinder.

20 Ehrenamtliche unterstützen Zweimalschön im Magniviertel. Stefanie Schumann zeigt auf die Puzzles im Regal: „Ein Herr zählt immer alle Teile durch, damit keines fehlt.“ Für den Hilfstransport sei es nicht so wichtig, ob die Outdoorjacke ein Label hat, für das Sortiment im Laden schon. Mit dem Verkauf solcher Schätze, wie auch Second-Hand-Mode im angesagten Vintage-Stil oder nostalgischem Hausrat werden solche Transporte finanziert. Der Laden versteht sich nicht in erster Linie als Sozialkaufhaus, aber schöne Sachen gibt es dort dennoch für wenig Geld. Sechs Euro betrage der Basispreis für einen Pulli. Wer einen Braunschweig-Pass hat, bekommt zusätzlich 20 Prozent Ermäßigung.
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