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Hilfe, bevor Helfen Thema war

Bezirksbürgermeister Jürgen Dölz, Regierungsschuldirektorin Annegret Ihbe (v.l.) und Erster Stadtrat Ulrich Markurth (r.) gratulieren Schulleiter Reinhard Fricke zum 50. Jubiläum der Oswald-Berkhan-Schule mit symbolischen Geschenken. Foto: T.A.
 

50 Jahre Oswald-Berkhan-Schule – Die Förderschule feiert ein besonderes Jubiläum.

Von Andreas Konrad, 18.05.2014.
Braunschweig. Als 1964 die Oswald-Berkhan-Schule (OBS) ihren ersten Jahrgang begrüßte, war der Begriff „Inklusion“ bestenfalls pädagogische Theorie. Heute steht er in Gesetzen, und die OBS begrüßt zum 50. Jubiläum mehr Schüler denn je.

Der Niedersächsische Landtag hat 2012 mit breiter Mehrheit beschlossen, für den aktuellen Jahrgang die inklusive Schule einzuführen. Eltern, deren Kinder Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung haben, können zwischen einer allgemeinen Schule und einer Förderschule wie der OBS wählen. Zwei Konzepte, die sich widersprechen? Schulleiter Reinhard Fricke findet nicht: „Schule sollte grundsätzlich ein Angebot für alle Menschen sein und ist nicht als Insel zu sehen, sondern vernetzt. Deshalb haben wir frühzeitig Integrationsklassen begleitet.“
Die OBS verfügt landesweit diesbezüglich über die längsten Erfahrungen. Braunschweig als Trägerin der Schule war 1964 in Niedersachsen die erste Stadt, die schulische Bildung für alle Kinder im schulpflichtigen Alter unabhängig vom Grad ihrer Behinderung sicherstellte. „Das Thema hatte im Rat stets eine breite Mehrheit“, blickt der Erste Stadtrat Ulrich Markurth auf die Geschichte der Schule zurück. „Allein in den letzten Jahren haben wir an die zehn Millionen Euro investiert, schließlich geht es um die bestmögliche Förderung“, so Markurth weiter. Woher weiß man aber, was für das Kind am besten ist? „Das Kind äußert Bedürfnisse, und auch die Eltern haben Erfahrungen gesammelt. Dies zusammen mit der pädagogischen Begleitung – beginnend in der Kita – ergibt ein umfassendes Bild“, sagt Markurth.
Die Schüler selbst hätten sich übrigens auch verändert. Genau wie in den Regelschulen seien die Schüler von 2014 andere als die aus den 70er Jahren, beschreibt Fricke allgemein-gesellschaftliche Einflüsse auf die Jugend. Und dass die Zahl der Schüler gegenläufig zur Entwicklung der Geburtenrate sogar zugenommen habe, sei in erster Linie auf medizinische Möglichkeiten der heutigen Zeit zurückzuführen. „Ich sehe mit Freude und Begeisterung den nächsten 50 Jahren entgegen“, bilanzierte Fricke so das erste halbe Jahrhundert der OBS, die er seit 1996 leitet.
Am Freitag (16. Mai) wurde das gebührend gefeiert. Als Höhepunkt eines ganzen Jubiläumsjahres stand der Festakt auf dem Kalender. Am Donnerstag (22. Mai) präsentiert sich die OBS noch einmal der Öffentlichkeit. Zwischen 13 und 17 Uhr werden Menschen, Macher und Projekte vorgestellt, bis 14.30 Uhr besteht die Möglichkeit, im Unterricht zu hospitieren, und um das alles herum soll ein unterhaltsames Programm geboten werden.

Chronik:
1964 Gründung
1967 Fertigstellung zweiter Bauabschnitt; Benennung nach dem Schularzt Dr. Oswald Berkhan
1982 nach kontinuierlicher Erweiterung Fertigstellung des fünften Bauabschnitts
1998/99 nochmalige Erweiterung und Sanierung der Bauabschnitte
1999/2000 Start des Regionalen Integrationskonzepts
2006/07 Einführung des ganztägigen Unterrichts
Heute: 247 Schüler; 138 Mitarbeiter (Lehrer, Verwaltung, begleitende Funktionen)
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