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Heimlich durch die Hintertür

Basteln „im Akkord“: In der Kita Till Eulenspiegel haben die Kinder zusammen mit ihrer Erzieherin Marie-Claire Sallner fleißig für Ostern vorgearbeitet. Fotos: Nizar Fahem

In der Kita Till Eulenspiegel warten die Kinder schon voller Spannung auf Ostern.

Von Birgit Leute, 24. März 2016.

Braunschweig. Am Baum im Hof schaukeln die Ostereier im Wind, am Fenster kleben viele bunte Schmetterlinge und an der Decke hängen – ordentlich in Reih und Glied – selbst gebastelte Osterkörbchen: In der Kita Till Eulenspiegel sind alle bestens auf die kommenden Feiertage vorbereitet. Mauritz, Theo, Loli und Lilli, Elias und Jane haben in den vergangenen zwei Wochen ordentlich die Ärmel hoch gekrempelt und im Akkord gebastelt. Jetzt fehlt eigentlich nur noch einer: der Osterhase.

Dass er kommt – davon ist man hier fest überzeugt, und der fünfjährige Thore weiß auch genau, wie das niedliche Langohr Eier und Geschenke transportiert. „Am Abend vor Ostern kommt er heimlich durch die Hintertür in die Kita und nimmt sich die Osterkörbchen von der Decke“, verrät er.
Damit der fleißige Gast nichts durcheinanderbringt, hat jedes Kind vorsorglich seinen Namen auf das Körbchen geschrieben. „Die Geschenke sind aber immer alle richtig“, berichtet der dreijährige Jane von den ausgesprochen guten Erfahrungen in den vergangenen Jahren. Für ihn gibt es nur einen Wermutstropfen: Der Osterhase kommt in seinem Fall leider nie nach Braunschweig, sondern immer nur zu Oma und Opa nach Uelzen.
Macht nichts: Hauptsache jeder bekommt am Ende, was er sich gewünscht hat. Und da ist die Liste manchmal lang. „Ich möchte gerne ein Feuerwehrauto und einen Polizeiwagen und einen Safariwagen mit Käfig, in den die Tiere reinkommen“, zählt der fünfjährige Elias ausführlich auf. Damit am Ende kein falscher Eindruck entsteht, rückt Erzieherin Maire-Claire Sallner schnell noch ein paar Dinge gerade. „Die Kinder bekommen zwar Geschenke, aber die Eltern achten schon darauf, dass es nur kleine Dinge sind, nichts Übertriebenes“, erklärt sie lächelnd. Stimmt: Ostern hat ja auch noch mehr zu bieten, als Geschenke. Eier zum Beispiel. „Ja, die sind gut“, kann Thore bestätigen, „aber nur die aus Schokolade und Marzipan. Die Hartgekochten finde ich nicht so gut“. „Toll“ findet er dagegen das Osterfeuer, und Lilli fährt sogar über die Feiertage weg. „In zwei Tagen geht‘s los“, sagt sie, schiebt die gelbe Schutzbrille ins Haar und legt den Glitzerfilzstift beiseite, mit dem sie gerade ein Osterei aus Pappe verschönert. Und wohin geht es dieses Mal? In den sonnigen Süden? Da ist Lilli überfragt. „So genau weiß ich das nicht“, muss sie nach längerem Nachdenken passen und kichert verlegen.
Keine Rolle spielt in der Kita der religiöse Hintergrund von Ostern. „Die Kinder kommen aus verschiedenen Kulturkreisen, deshalb halten wir uns als Kita da zurück“, erklärt Marie-Claire Sallner. Letztlich bliebe es den Eltern überlassen, ob sie die Geschichte der Auferstehung erzählen wollten oder nicht.

Fotos: Nizar Fahem
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