Anzeige

Hauptsache, der Hammer fliegt

Olga Schmidt-Oortmann, Coach Juriy Voronkin, Hammerwerfer Anna Bulgakova und Sergej Litvinov (v.l.) beim Training auf der Bezirkssportanlage Rüningen. Foto: Thomas Ammerpohl

Olga Schmidt-Oortmann betreut als Freiwillige die russische Nationalmannschaft.

Von Martina Jurk, 22.06.2014.
Braunschweig. „Ich möchte etwas wiedergeben“, sagt Olga Schmidt-Oortmann. Sie betreut die russische Nationalmannschaft in Braunschweig. Dass sie dabei ihre Tochter trifft, ist eine Überraschung.

Die beiden Frauen hatten sich unabhängig voneinander als freiwillige Helfer für die Team-Europameisterschaften gemeldet. Die 22-jährige Katharina studiert in England. „Ich wusste zwar, dass sie sich gemeldet hat, aber nicht, wo sie eingesetzt wird. Jetzt betreuen wir beide die russischen Sportler und wohnen sogar im selben Hotelzimmer“, erzählt Olga.
Gerade kümmert sie sich auf der Bezirkssportanlage Rüningen um acht Athleten und drei Coaches, die hier trainieren. Letzte Vorbereitungen auf die Wettkämpfe am Wochenende. Es ist windig, und Anna Bulgakova schleudert den Hammer mit einer Wucht in die Luft, dass einem schwindelig wird. „Ich finde das total spannend und aufregend“, freut sich Olga. In der Nähe der russischen Stadt Kasan war ihr Zuhause. 1980 ist sie nach Deutschland gekommen. Die Mutter zweier Töchter (22 und 25 Jahre) hat in Braunschweig einen Job als Chemisch-technische Assistentin beim Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit gefunden. „Ich fühle mich hier sehr wohl“, gesteht sie. Und deshalb wolle sie eben etwas zurückgeben.
Für ihren Einsatz bei der Team-EM hat die 48-Jährige Urlaub genommen. Denn die Sportler brauchen Betreuung rund um die Uhr. Sie holte sie vom Flughafen ab, fuhr mit ihnen ins Hotel nach Wolfenbüttel. Leider sei in dem Haus kein Zimmer mehr für die Betreuer frei gewesen. Deshalb wohnen sie in einem nicht weit entfernten anderen Hotel. „Auf der Fahrt vom Flughafen sollte ich zur Begrüßung etwas sagen. Ich war total aufgeregt. Die Sportler haben sehr entspannt reagiert und gesagt, ich solle alles ganz in Ruhe machen“, erzählt Olga. Alle organisatorischen Fragen, die die Sportler haben, leitet sie an das deutsche Organisationsteam weiter. Sie begleitet sie überall hin – ins Hotel, ins Stadion, zum Training, zum Essen.
Inzwischen hat Anna ihr Training beendet. Ihr Coach Juriy Voronkin ist mit der 26-Jährigen sehr zufrieden. „Das Stadion ist gemütlich, die Trainingsbedingungen sind sehr gut. Die Hauptsache ist, der Hammer fliegt“, meint er. „Für mich sind die Team-EM eine gute Vorbereitung auf die Europameisterschaften im August in Zürich“, sagt Anna. Ihre Bestmarke liegt bei 76,17 Meter. Die will sie natürlich erreichen.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.