Anzeige

Hartnäckig und kämpferisch: „Mr. Konsequent“

Peter Heimböckel in seinem Büro an der Jasperallee. Im Hintergrund ein Foto mit den Kennedybrüdern. Foto: Thomas Ammerpohl

Unternehmer Peter Heimböckel geht einen harten Weg, beruflich, sportlich und mental hat er sehr eigene Vorstellungen.

Von Ingeborg Obi-Preuß, 15.09.2013

Braunschweig. Der Mann polarisiert. Peter Heimböckel ist schwer einzuordnen, irgendwo zwischen Idealist, Grenzgänger und Genie, auf jeden Fall ein Mensch, an dem sich die berühmten Geister scheiden. Unternehmer, Finanzplaner, Motivationscoach – der 48-Jährige bietet „Financial Wellness“. Und noch viel mehr.

„Ich bin bei unseren Mitbewerbern sicher nicht derjenige, der einen Beliebtheitspreis gewinnen würde“, sagt Peter Heimböckel und fügt selbstbewusst hinzu: „Das ist auch gut und richtig so.“ Er verweist auf 21 Jahre Finanzplanung mit einer ständig steigenden Zahl zufriedener Kunden. Und auf die immer größer werdende Gruppe von Fans, die ihm in seine knochenharte Welt des Sports und der Ernährung folgen.
Eine fast befremdliche Konsequenz bestimmt das Leben von Peter Heimböckel. „Ich kann einen Schalter umlegen und sagen ’Das mach’ ich jetzt‘, skizziert er diesen besonderen Wesenszug, mit dem er zu dem geworden ist, was er heute ist: Unternehmer, Finanzplaner, Berater, Trainer, Coach, Ehemann, Familienvater und vor allem – extrem fit.
Der Start war nicht gerade verheißungsvoll, ein raues Elternhaus, eine freudlose Schulzeit, wenig Zuneigung, kaum Wärme. „Da stand also ein Junge wie ich Mitte der 70er Jahre in der tiefsten norddeutschen Provinz: mäßiger Abschluss, kein Talent, nicht privilegiert“, erinnert Heimböckel seinen 17-Jahre-alt-Gefühlsstatus.
Rocky und Karate Kid
Doch die Saat zu einem anderen Leben war gesät, ein Lindenbergkonzert hatte sich im Herzen eingenistet, wirkte nach wie ein Erweckungserlebnis. „Udo hat von Sachen gesungen, die mich bewegten, mit denen ich mich identifizieren konnte“, sagt Heimböckel.
Pantau, der mit einem Fingertipp an die Melone eine Welt verzaubern konnte, Rocky Balboa und Karate Kid waren die Helden für den Heranwachsenden. „Wow – ich bin nicht allein – das war die Überraschung und der Trost für mich“, blickt Heimböckel zurück. Und die Motivation. „Ich wollte immer einen Körper haben wie Rocky“, sagt Heimböckel, „wer hat nicht davon geträumt, nachdem er den Film gesehen hat?“ Aber lange Zeit habe er nicht gewusst wie, war zu träge, „ich habe mich auf dem gemütlichen Strom treiben lassen.“
Möglichst weit weg vom Handwerksberuf des Vaters entschied er sich für den Beruf des Krankenpflegers (ein Wurfpfeil auf die Landkarte hatte den Ort bestimmt). Dann Zivildienst. Damals, Mitte der 80er Jahre, ein noch aufwendiges Prozedere.
Die Erfahrungen im Krankenhaus und beim Arbeiter-Samariter-Bund prägen Heimböckel bis heute. „Sie haben einen unschätzbaren Wert für mein Leben“, sagt er, „ich habe Respekt auch vor gescheiterten Lebensplänen, und ich habe den Unterschied zwischen Arm und Reich sehr deutlich erlebt.“
Doch er wusste auch, dass er in diesen Jobs noch nicht angekommen war. „Ich wollte etwas Besonderes aus meinem Leben machen“, beschreibt er die treibende Kraft. Das Thema Finanzen hatte ihn von Jugend an interessiert, er las Bücher über Wirtschaft und Philosophie wie andere die Bravo. Und er hatte erlebt, wie sein Elternhaus durch falsche Beratungen verloren ging.
Aber noch irrte er eher ziellos durch das Berufsleben, allerdings immer erfolgreich: Der examinierte Krankenpfleger verkaufte Fahrräder und übernahm schließlich die Vertriebsleitung bei Müsing Fahrradbau in Braunschweig.
Ein Feldzug
Eher zufällig wurde Heimböckel zu einem Vortrag der Tecis-Finanzdienstleistungen Hamburg eingeladen. „Ein Erweckungserlebnis für mich“, weiß er noch genau. Und der Start für eine sehr spezielle Karriere, erst im Unternehmen, inzwischen als selbstständiger Trainer, Coach und Berater für den bundesweiten Tecisvertrieb.
„’Hier bin ich zuhaus‘ war mein erster Gedanke nach dem Vortrag“, sagt er, und: „Arbeit muss sich anfühlen wie Verliebtsein.“ Oder: „Ein Feldzug gegen Produkte, die für Kunden nichts taugen.“ Ganzheitlich sollen die Menschen betrachtet werden, maßgeschneidert dann das Finanzprogramm. „Alles, was wir tun, lässt sich verifizieren“, sagt der Chef, wichtig sei in dieser Branche eher das, was nicht getan würde. „Ein Kunde benötigt aus meiner Sicht viel Zeit und vor allem echte Hingabe des Dienstleisters, um heute einen wirklich intelligenten und individuellen Finanzplan mit seinem Dienstleister zu entwickeln“, erklärt Heimböckel, „mit dem Durchschnitts-Wischi-Waschi, was wir vorfinden, ist das nicht zu machen.“ Und dann folgt eine genervte Aufzählung von aus seiner Sicht völlig sinnlosen Finanzprodukten, die den Menschen verkauft würden und an denen nur die Banken und ihre Berater verdienten. „Kunden müssen behandelt werden wie Freunde. Aufrichtig und ehrlich. Es gilt der kategorische Imperativ. Behandele andere, wie du selbst behandelt werden willst“, betont Heimböckel.
Den Vergleich mit anderen scheut er nicht, im Gegenteil, wie im Sport stellt er sich auch im Berufsleben liebend gern jeder Herausforderung, geht keinem „Gefecht“ aus dem Weg.
Tellerdrehen
Allerdings: Auch sein Anfang war klein und eher schwierig. „Ich habe mir für 50 Mark eine Ente gekauft, das war mein erster Dienstwagen“, blickt er zurück. „Ich hatte Unternehmer nicht gelernt, ich habe alles falsch gemacht, was man falsch machen kann – aber auch immer mehr richtig.“ Selbstläufer allerdings gebe es bis heute nicht, „im Vertrieb ist es wie beim chinesischen Tellerdrehen“, beschreibt er Einsatz ohne Ende.
Peter Heimböckel lebt nach Grundsätzen. Er hat keine Angst vor dem Pathos. Glaube, Werte und Ideale sind bei ihm in den sprichwörtlichen Stein gemeißelt. Rocky und Karate Kid sind nach wie vor Vorbilder, Rubin „Hurricane“ Carter (ein Mittelgewichtsboxer, der zu Unrecht wegen Mordes verurteilt wurde), John F. Kennedy oder Albert Einstein hängen mit ihren berühmten Sätzen in Heimböckels Büro an der Jasperallee.
„Mr. Konsequent wäre meine Lieblingsüberschrift“, sagt er. Denn darauf ist er stolz. Hartnäckig und kämpferisch macht er „sein Ding“ wie Udo Lindenberg singt, „egal, was die anderen labern.“
Und die „labern“ eine ganze Menge. Vor allem, seit der Mann vor einigen Jahren auch noch 46 Kilo abgespeckt, seine Ernährung komplett umgestellt und sein Bewegungsprogramm mächtig aufgerüstet hat. Ein Bandscheibenvorfall war der Auslöser für den radikalen Wandel. Seitdem gibt es im Leben von Peter Heimböckel weder Zucker noch weißes Mehl oder Alkohol. Und zwar nie. Dafür Bewegung satt. Auch wieder völlig kompromisslos. Sport bis zum Umfallen. „Eine positive Sucht“, sagt er. „Die ultimative Fitness“ nennt er sein Ziel, Crossfit heißt das Training. 75 Minuten am Tag, immer bis an die körperlichen Grenzen. Gern noch ein Stück drüber.
Die andere Seite
Peter Heimböckels Stärken sind vermutlich auch seine Schwächen. Die Konsequenz, der unbedingte Wille zum Erfolg können abschrecken. „Erfolg ist ein positiver Reiz für mich und natürlich willst du mehr davon. Wer einmal den Endorphin-Kick erlebt hat, kennt das“, erzählt er von dem, was ihn antreibt. Beruflich, privat und im Sport. Und dann kommt wieder so ein Heimböckel-Satz: „Ich bin immer im Ring, auch nachts um drei.“
Positiv dabei ist – der Mann missioniert nicht. „Meine Familie, meine Mitarbeiter und Freunde können essen und trinken was sie wollen“, sagt er. Nur ihm möge bitte keiner reinreden.
Gott sei Dank hat Peter Heimböckel auch eine weiche Seite. Die zeigt sich besonders, wenn er von seiner Frau Gudrun und dem gemeinsamen Sohn Timo spricht. „Ich bringe ihn jeden Morgen zur Schule“, erzählt der stolze Vater, „und ich will, dass dieser Junge eine absolut glückliche Kindheit hat.“ Und das sagt Peter Heimböckel mit einer tiefen Ernsthaftigkeit, die die schweren Verletzungen seiner eigenen Kindheit durchschimmern lassen.
Ihm scheint es gelungen, am Schmerz seiner Kindheit und Jugend nicht kaputt zu gehen, sondern die Aggressivität und Wut in sinnvolle Bahnen zu lenken. Eine ungewöhnliche Karriere und ein ungewöhnliches Leben.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.