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„Hallo Fritz, uns gefällt Ihr Lied“

Wie Marc Wittfeld aus einer Laune heraus den bislang gefühlvollsten Eintracht-Song schuf.

Von André Pause, 24.04.11

Braunschweig. „Da habe ich ja selbst nicht mit gerechnet“, sagt Marc Wittfeld lächelnd und spricht mit rauchiger Stimme, während er den Kaffee zum Gespräch einschenkt.

Der 43-Jährige sieht ein bisschen so aus wie der junge Martin Semmelrogge und auch seine Stimme ist von ähnlichem Kaliber.
Vor kurzem hat Wittfeld den bislang gefühlvollsten Song zum Thema Eintracht Braunschweig überhaupt verzapft – und einfach mal bei youtube eingestellt. Eine vierminütige Bestandsaufnahme mit Gitarrenbegleitung. Eigentlich wollte er ein Lied mit Karsten König vom Fanprojekt des Vereins auf die Beine stellen. Immer mal wieder hätten sie darüber gesprochen, aber nichts sei passiert. Dann hat sich der Eintracht- und Musik-Fanatiker allein hingesetzt. Die erste Strophe war schnell fertig. Das war bereits im März. Kurz vor dem Auswärtsspiel in Unterhaching hat Wittfeld das Lied komplettiert. Und nachdem das aufstiegsentscheidende, mit eins zu null gewonnene Match in der Stammkneipe Elvan via Radio-Livestream verfolgt und mit dem ein oder anderen Getränk gefeiert wurde, spielte er den Song im Individualstil ein, die Kamera ließ er mitlaufen. „Beim ersten Mal war nur der Bauch zu sehen, also habe ich das gleich nochmal gemacht. Jetzt ist der Kopf zwar wieder nur halb drauf, aber egal“, lacht der Sparkassenmitarbeiter und Vorsitzende des Eintracht-Fanklubs Jägi-Jungs. Seitdem wird er von der Resonanz auf das Lied beinahe überrannt. Schon einen Abend später hat der Song über 1000 Klicks. „Das ist schon ein komisches Gefühl, wenn dir Leute schreiben, dass sie beim Hören Gänsehaut bekommen oder möchten, dass das Lied im Stadion gespielt werden muss.“ Nach einer knappen halben Woche nahm Eintracht-Pressesprecherin Miriam Herzberg Kontakt zu „Potato Fritz“, unter diesem Namen hat Wittfeld das Lied eingestellt, auf: „Hallo, uns gefällt Ihr Lied, können Sie das am 14. Mai spielen?“ Natürlich kann er, obwohl der Tag für den unkonventionellen Banker momentan 48 Stunden haben dürfte. „So ganz nebenbei muss ich ja auch noch arbeiten“, schmunzelt er. Mittlerweile haben das Lied über 11 000 Leute geklickt. Am kommenden Dienstag ist Wittfeld bei Radio Okerwelle in der Sendung Eintracht-Inteam zu Gast und am 14. Mai dann im Stadion, beim letzten Saisonspiel gegen Heidenheim beziehungsweise bei der Meisterfeier am Schloss. Bis dahin ist hoffentlich auch die Maxi-CD mit zwei Versionen des Aufstiegssongs fertig, die bei Sweetheart Music erscheinen wird. Im Studio war er jedenfalls schon.
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