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Großeinsatz der Feuerwehr

200 Feuerwehrkräfte waren beim Großbrand in der Ilmenaustraße im Einsatz. Foto: 24-7Aktuell

Brand in Tiefgarage Mehr als 40 Senioren evakuiert – sechs Verletzte in Krankenhäuser transportiert.

21.11.2015.

Braunschweig (m). Technischer Defekt oder Brandstiftung? Nach dem Großbrand gestern in einer Tiefgarage unter einem fünfgeschossigen Haus für betreutes Wohnen wird weiter nach der Ursache geforscht.

Ein Sachverständiger soll am Samstag den Brandort genauer begutachten. Fünf Anwohner mussten ins Krankenhaus. Die 25 in der Tiefgarage geparkten Autos seien wohl als Totalschaden anzusehen. Die 80 Bewohner werden das Wochenende in anderen Einrichtungen verbringen.
Der Schaden wird auf einen siebenstelligen Betrag geschätzt. Inwieweit das Gebäude betroffen ist, sei noch nicht geklärt.

Nachbarn der Wohnanlage Betreutes Wohnen in der Ilmenaustraße hatten in der Nacht von Donnerstag auf Freitag um 1.21 Uhr die Feuerwehr alarmiert. Bei der Erkundung der Einsatzstelle fanden die Feuerwehrleute bereits Senioren im verrauchten Foyer der Wohnanlage vor. Bei der sofort eingeleiteten Rettungsaktion verletzte sich ein Feuerwehrmann durch das Einatmen des Brandrauches. Am Morgen konnte er wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden.

Die weitere Erkundung ergab, dass in der Tiefgarage ein Fahrzeug brennt und dass die Verrauchung des Foyers mit offenen Treppen bis ins vierte Obergeschoss zunimmt. Es musste davon ausgegangen werden, dass der Anlagentechnische Brandschutz in der Wohnanlage nicht funktionierte. Dafür sprach auch, dass überhaupt Rauch im Foyer vorhanden war. Denn, gemäß der bauordnungsrechtlichen Vorschriften müssen Garagen von anderen Gebäudeteilen feuerbeständig und rauchdicht abgetrennt sein. Malteser Hilfsdienst, Johanniter Unfallhilfe und Arbeiter-Samariter-Dienst wurden alarmiert. Auch weitere Führungskräfte und Ärzte wurden hinzugezogen, so auch die beiden Notärzte der Landkreise Peine und Wolfenbüttel.
Ursache der Verrauchung waren vier brennende Pkw in der Tiefgarage unter der Wohnanlage. Der Zugang gestaltete sich für die Angriffstrupps schwierig, ein Rolltor musste erst gewaltsam geöffnet und wieder gesichert werden. Da aus einem Fahrzeug Benzin im größeren Umfang austrat, mussten sich die Einsatzkräfte mit Atemschutzgeräten mühsam zur Brandbekämpfung fortbewegen – auch die Wärmeentwicklung in der Garage war enorm, aufgrund des dichten und rußhaltigen Rauches konnten sich die Einsatzkräfte nur tastend fortbewegen.

Entgegen den ersten Erwartungen funktionierten die Rauch- und Wärmeabzüge im Foyer der Wohnanlage mit Unterstützung mehrerer Hochleistungs-Belüftungsgeräte doch. Deshalb wurde von der Einsatzleitung die Entscheidung getroffen, die Evakuierung abzubrechen. Bis dahin wurden 41 Personen aus dem Gebäude gerettet. Die Wohnungen selbst waren weitgehend nicht betroffen. Die evakuierten Bewohner konnten in ihre Wohnungen zurückgebracht werden.
Insgesamt wurden fünf Bewohner mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung in das Städtische Klinikum und ins Marienstift transportiert. Sechs weitere Bewohner konnten nicht in ihre Wohnungen zurückkehren. Sie wurden in anderen Senioreneinrichtungen untergebracht.
Insgesamt waren circa 200 Feuerwehrkräfte im Einsatz.
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