Anzeige

Götz Alsmann: „Wer will denn schon mit mir zusammen wohnen?"

Mit neuem Album kommt der bekennende Romantiker im September zu Kultur im Zelt

Sebastian Walther

„Engel oder Teufel“ fragt der Musiker und Moderator auf seinem aktuellen Album. Am 9. September stellt er es in Braunschweig vor. nB-Mitarbeiter Sebastian Walther sprach mit dem studierten Musikwissenschaftler.

?Ihr Album „Engel oder Teufel“ setzt trotz internationaler Töne durchgehend auf deutsche Texte. Das tun Sie erst seit 1997?

!Ich habe natürlich wie die meisten früher englisch gesungen und dann gab es einen schleichenden Übergang. Bis ich dann endgültig merkte, wie unsinnig es war, auf der Bühne in Sprache A zu erzählen und danach Lieder in Sprache B und C zu singen. Und das war auch das einzig Richtige, hätte ich viel früher machen sollen.

?Inhaltlich dreht es sich in Ihrem aktuellen Album vor allem um Frauen und Liebe. Inwiefern hat der Titel „Engel oder Teufel“ dazu Bezug?

!Es ist ein durchgängiger Bezug auf die Grundfrage, inwieweit andere dafür verantwortlich sind, was man sich selbst darstellt. Wir reagieren in unserem Verhalten auf andere Menschen und das ist die Geschichte, die dahinter steckt. Es heißt ja „Engel oder Teufel, Teufel oder Engel, ganz egal, das bestimmst nur du allein“ und so ist es häufig. Es gibt dieses schöne alte Sprichwort: „Wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es heraus.“ Und deshalb haben wir auch alle den Teufel und den Engel in uns; es ist dann an den anderen, das entsprechend wachzukitzeln.

?Engel oder Teufel – wem würden Sie lieber begegnen wollen?

!Spannender ist ja schon die dunkle Seite, finden Sie nicht auch?

?Nicht zum ersten Mal werden Sie in einem Pressetext zum Album als Gentleman bezeichnet. Können Sie damit etwas anfangen?

!Damit kann ich nicht viel anfangen. In unserer deutschen Wahrnehmung ist der Gentleman ja eher ein Erscheinungsbild, ich glaube, dass sich der Gentleman im angelsächsischen Bereich, aus dem das Wort ja stammt, eher auf seine Verhaltensweisen hin definieren lässt.

?Einige Zeilen weiter ist die Sprache vom „ewigen Romantiker“, passt das eher?

!Absolut, natürlich bin ich ein Romantiker, sonst fällt es auch schwer, diese Art von Musik zu spielen und zu mögen.

?Sind Sie auch altmodisch?

!Das würde ich sofort unterschreiben. In bestimmten Vorlieben für bestimmte Kunstgewerbe, Dinge, die ich sammle, die Art und Weise, wie ich meine Musik angehe. Ich schreibe die Arrangements noch immer mit Notenpapier und Bleistift. Solche Dinge schätze ich sehr.

?Ihre Sendung „Zimmer frei“ läuft seit bereits 13 Jahren im WDR. Wenn es nach Ihnen geht, wie lange läuft sie noch?

!Solange das Publikum die Sendung noch gerne sieht und solange Christine Westermann und ich sie noch gemeinsam machen. Wenn einer von uns keine Lust mehr hat, dann sollte auch Schluss sein mit der Sendung. Das ist so auf unseren Leib geschneidert. Irgendwann ziehen wir da gemeinsam einen Strich. Momentan sieht es nicht so aus, wir drehen gerade wieder neue Folgen, jeder Abend ist ein Fest.

?Wenn seit so langer Zeit in Ihrer WG ein Zimmer frei ist, an wem von Ihnen beiden liegt das dann wohl?

!Das liegt vermutlich an mir, denn wer will schon mit mir zusammen wohnen?

Info: Götz Alsmanns Programm „Engel oder Teufel“ am
8. September, 20 Uhr, ist bereits ausverkauft. Ebenfalls ausverkauft ist die Comedy-Show „Lappen weg“ von Gerburg Jahnke u. A. am 9. September, 20 Uhr, sowie der Kabarettabend mit Ralf Schmitz „Schmitzophren“ am 22. September, 20 Uhr. Einen vollständigen Überblick über das Programm gibt es auf den Internetseite von „Kultur im Zelt“: www.kiz.de.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.