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Getwitter aus dem Bundestag

Politiker Florian Toncar zählt zu Deutschlands jüngsten Abgeordneten

Von Sebastian Walther

Braunschweig. Florian Toncar twittert. Im Bundestagebuch bloggt er regelmäßig. Auch auf Youtube ist er vertreten, „Opposition live“ nennen sich dort die Videobeiträge. Der FDP-Politiker zählt mit seinen nicht ganz 30 Lebensjahren zu den jüngsten Abgeordneten im Deutschen Bundestag.

„Ich sehe mich allerdings nicht als Vorzeigejugendlicher meiner Partei“, sagt er lachend und lehnt sich zurück. Toncar ist auf Stippvisite in der Region, in Wolfenbüttel hat er zur Wirtschaftskrise gesprochen, in Braunschweig traf er sich mit der nB, bevor er an diesem Freitag in Hannover am Bundesparteitag der FDP teilnimmt.
„Eine riesige Chance“ seien neue Medien wie das Internet, für ihn vielleicht das „wichtigste Medium“. Auf seiner Homepage sind stets die aktuellen Termine des Politikers aufgelistet, Toncar gewährt kontrollierten, aber stetigen Einblick in seinen Alltag. „Womit verbringt ein Abgeordneter seine Zeit, wie lebt und arbeitet er? Indem man solche Fragen beantwortet, kann man auch ein Stück der Distanz zwischen Bürgern und Politikern abbauen“, davon ist der Sprecher für Menschenrechte und humanitäre Hilfe überzeugt.
Toncars Wahlkreis liegt eigentlich im Landkreis Böblingen, auch Automobil-Region, daher und weil er im Wirtschafts-Ausschuss des Bundestages sitzt, lässt sich mit ihm vortrefflich über Abwrackprämie, CO2-Regelungen und Strukturmarketing plaudern. Auch in die Debatte um die Aufnahme von Häftlingen aus Guantanamo hat er sich öffentlich eingebracht und wenige Tage zuvor eine aufschlussreiche Studie der „Reporter ohne Grenzen“ zitiert. Demnach liegt die Bundesrepublik im internationalen Vergleich von Pressefreiheit gerade mal auf Platz 20: „Zu Recht stehen die Vorratsdatenspeicherung, Regelungen zum Quellenschutz oder die Bespitzelung von Journalisten durch den BND in der Kritik“, mahnte er „eine ernüchternde Bilanz“ an. „Wir als Bürger kontrollieren in einer Demokratie den Staat und nicht andersherum.“
Der gelernte Rechtsanwalt – in seiner Jugend wollte er lieber Kranfahrer werden – praktiziert nebenher weiter. In die Politik, so sagt er, sei er mehr durch Zufall gekommen und habe nicht unbedingt vor, diesen Beruf ein Leben lang auszuüben. Überhaupt seien „Fleiß und Neugierde“ die wichtigsten Voraussetzungen bei seiner jetzigen Tätigkeit, die, das gibt er überraschend offen zu, durchaus auch von der Langwierigkeit politischer Prozesse geprägt ist.
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