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Gestiegen: Nachfrage und Ansprüche

Die Immobilienmakler der Grundstücksbörse: Lorenz Ziolka, Matthias Wede, Horst-Martin Rühland, Dirk Teckentrup, Michael Kellner, Mike Hübner, Julius Junicke und Olaf Zahn. Foto: oh

Die Immobilienmakler des Vereins Grundstücksbörse legen ihren Marktbericht 2017 vor

Von Ingeborg Obi-Preuß, 16. März 2018.

Braunschweig. „So einen Bauboom wie heute hatten wir zuletzt um 1900“, sagt Horst-Martin Rühland, Vorsitzender der Grundstücksbörse, „das Stadtbild verändert sich nachhaltig.“ „Dennoch ist die Nachfrage größer als das Angebot“, erklärt Rühland bei der Vorstellung des Immobilien-Marktberichts 2017. Der Anstieg der Preise sei gebremst, aber noch nicht beendet.
Während Bauträger immer hochwertigere Eigentumswohnungen errichteten, widmeten sich die Wohnungsbaugesellschaften und –genossenschaften wieder dem Bau von Mietwohnungen.

Im Einzelnen:

Mietwohnungen: Die Mieten sind auch in 2017 gestiegen, von sechs auf sieben Euro pro Quadratmeter im Durchschnitt. „In der Spitze haben wir beim Erstbezug auch schon Preise von zehn bis 16 Euro“, berichtet Rühland. Das liege allerdings auch daran, dass die Ansprüche insgesamt gestiegen sind. „Wohnungen mit einem alten Bad sind kaum noch zu vermieten“, sagt Rühland. 30 Prozent vom Nettoeinkommen werden durchschnittlich für das Wohnen aufgewendet. Mietwohnungen für Familien mit Kindern in ausreichender Größe sowie barrierefreie Wohnungen waren unverändert knapp. Die Modernisierung der Bäder spielt eine immer größere Rolle. In Einzelfällen war der Einbau einer Küche für die Vermietung von Vorteil.
Einfamilienhäuser zur Selbstnutzung wurden unverändert stark nachgefragt. Ein akzeptables Haus sei unter 400 000 Euro kaum mehr zu haben. Die Preise für ältere Häuser mit Modernisierungs- und Sanierungsbedarf haben leicht nachgegeben, insbesondere wenn ein hoher Aufwand für die energetische und technische Verbesserung notwendig wird.
Eigentumswohnungen in Stadtlagen von Braunschweig und Wolfsburg waren besonders begehrt. Der Trend, in die Städte zu ziehen, hielt an. Gleiches gilt für die Kreisstädte der Region. Neubauwohnungen mit Premium-Ausstattung wurden zahlreich gekauft. Anspruchsvollere Energiestandards und knappe Baugrundstücke führten zu höheren Preisen. Auch die Eigentumswohnung als sogenannte kleine Kapitalanlage zur Vermietung war gefragt.
Relativ neu ist auch das Bauen von Eigentumswohnungen in verkehrsbelasteten Straßen. Das spielt bei der Nachfrage kaum noch Rolle.
Baugrundstücke wurden als Folge des geringen Baulandangebotes in Braunschweig wieder teurer, bis zu 450 Euro pro Quadratmeter.
Zinstrend als Marktmotor Das nach wie vor niedrige Zinsniveau hat auch in 2017 dazu beigetragen, dass sich eine Vielzahl von Menschen den Traum vom eigenen Heim erfüllen konnte. Wenngleich nicht zu erwarten ist, dass die Finanzierungszinsen in kurzer Zeit erheblich steigen, empfehlen die Immobilienexperten eine möglichst langfristige Zinsbindung und eine mindestens zwei- bis dreiprozentige Tilgung.


Gefahr: Überschuldung

Bauen muss man sich leisten können
180 000 Euro für ein Grundstück wurden in der Spitze in 2017 bezahlt. „Da kommen wir mit Haus auf über 500 000 Euro Baukosten“, sagt Olaf Zahn. Der Immobilienfinanzierer warnt vor zu hohen Belastungen. Eine Eigenkapitalquote von 15 bis 20 Prozent sei sinnvoll, dazu die Möglichkeit, fünf bis sechs Prozent der Baukosten nachhaltig tragen zu können. „95 Prozent meiner Mandanten haben keinen Haushaltsplan, wissen also gar nicht, was genau sie jeden Monat an Ausgaben haben.“ Häufig fragt er nach: „Kannst du heute schon 600 Euro sparen?“ Er rät jedem Bauwilligen, einen Gutachter zurate zu ziehen.


Gefahr: Zeitdruck

Knappes Angebot führt zu schnellem Kauf
Die hohen Ansprüche der Kunden treffen in Braunschweig auf einen angespannten Markt. Es werden fast ausschließlich Komplettlösungen gesucht: Haus in der Innenstadt, zweimal im Jahr in den Urlaub, Auto und mehr, erzählen die Makler. Der Standard ist hoch. Sich nach und nach ein Haus oder eine Wohnung einzurichten, dazu seien nur noch wenige bereit. Alles auf einmal und sofort ist das Motto. Das Streben nach Ansehen durch eine schicke Immobilie sei weit verbreitet. Durch das knappe Angebot würde Panik bei den Käufern entstehen. Wichtig: Sich nicht drängen lassen und fachlichen Rat holen.
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1 Kommentar
6
Beate Fricke aus Braunschweig - Innenstadt | 18.03.2018 | 12:03  
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