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Gaußstraße 16: Studenten kämpfen weiter

Ein Sanierungsfall: Das Wohnheim Gaußstraße 16. Foto: Wiefel

Im März hätte das Wohnheim geschlossen werden sollen, doch es gibt einen Hoffnungsschimmer.

Von Ann-Kristin Brümmer und Birgit Wiefel, 18.07.2017.

Braunschweig. Aufatmen ist noch nicht angesagt. Aber: es gibt einen Hoffnungsschimmer. Die Studenten des Wohnheims Gaußstraße kämpfen immer noch für ihr Haus (die NB berichtete unter dem Titel „Und plötzlich auf der Straße“ über den Fall).

Bis März hätten sie 500 000 Euro für die Sanierung des baufälligen Gebäudes aufbringen müssen. Doch die TU hatte die Frist noch einmal verlängert, den Räumungstermin verschoben.
Dank eines freundlichen Förderers, der nicht genannt werden möchte, hat sich die Summe für den vorläufigen Erhalt auf 300 000 Euro reduziert. Jetzt hoffen die Bewohner auf weitere Helfer.

Letzte Kommune

Dass die Gaußstraße weiterlebt, liegt den Studenten sehr am Herzen, denn unter den Studentenwohnheimen der TU nimmt das Haus eine ganz besondere Stellung ein. Statt in Regie des Studentenwerks zu laufen, wird das Wohnheim nach Art einer 70er-Jahre-Kommune in Selbstverwaltung geführt. „Uns ist wichtig, dass das Projekt erhalten bleibt“, betont denn auch Bewohner Jonas Andrich. Was den Sanierungsfall so kompliziert macht, sind die Besitzverhältnisse. Das Gebäude gehört dem niedersächsischen Landesliegenschaftsfonds und wird von der TU über einen Trägerverein verwaltet. Für die dringend notwendige Sanierung fühlt sich die TU nicht zuständig.

Inzwischen gibt es aber neue Hoffnungen: Bereits im Frühjahr, so berichten die Bewohner, hätte sich eine Privatperson bereiterklärt, bei der Bank einen Kredit über die benötigten 500 000 Euro aufzunehmen. Diesen wollte er für dieselben Konditionen an die Studenten weitergeben, doch die Bank entschied im letzten Moment dagegen, da auf das Haus keine Grundschuld eingetragen werden könne. Jener „Braunschweiger Altruist“ wollte allerdings trotzdem helfen und nahm einen Kredit auf, um die Studenten zu unterstützen.

Voller Optimismus

Noch fehlen etwa 300 000 Euro, um das Haus vorläufig zu erhalten. Zusätzlich würden innerhalb der nächsten Jahre noch rund 250 000 Euro für die Sanierung der Sanitär- und Heizungseinrichtungen anfallen. Die Bewohner des Hauses sind trotzdem positiv gestimmt: „Wir haben gelernt, dass nichts unmöglich ist“, sagt Daniel Tschertkow. Deshalb suchen sie weiterhin Bürgen oder sogar Kreditgeber. Das Finanzierungskonzept steht bereits.
Sobald das Wohnheim im Biberweg (einer der dezentralen Wohnstandorte) fertiggestellt ist, werden die Studenten vorläufig dorthin einziehen – vielleicht aber auch endgültig. „Da wir uns einigen Respekt erarbeitet haben, bekommen wir mehr Freiheiten als andere“, ist Annette Lien stolz.

Das Projekt „Gaußstraße“ kann unter folgendem Spendenkonto unterstützt werden:

Vereinigung zur Unterstützung des Studentenwohnheims Gaußstraße 16 e.V., IBAN DE 112501 0030 0098 0053, BIC: PBNKDEFF, Spendenzweck: „Erhaltung des Studentenwohnheims Gaußstraße 16“.
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