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Ferien mal ohne Smartphone: Rappen und Tanzen im Bebelhof

Carlos Utermöhlen (Mitte vorn) brachte Jugendlichen im Stadtgarten Bebelhof bei, wie man professionell rappt. Foto: T.A.

Stadtgarten: Carlos Utermöhlen brachte in einem VHS-Projekt Jugendlichen das Rappen bei.

Von Birgit Leute, 26.08.2015.

Braunschweig. Für Antonia war das Smartphone eine Woche lang Nebensache, Carlos schnibbelte drei Tage lang mit Begeisterung Salat: 15 Jugendliche aus dem Bebelhof lernten in einem Projekt der Volkshochschule nicht nur Rappen und Dancen. Sondern auch einiges über ein Leben ohne Handy.

„Es ist unglaublich, wie selbstbewusst plötzlich auch stille Jugendliche werden, wenn sie merken: Hey, ich kann ja tatsächlich rappen“, erzählt Carlos Utermöhlen und lacht. Fünf Tage lang brachte der Kopf der Gruppe Rapflection den Neun- bis 17-Jährigen die Geheimnisse des Rappens und eine Tanz-Choreografie bei – und löste echte Begeisterung aus. „Es hat total Spaß gemacht“, schwärmt die zwölfjährige Antonia, die zum ersten Mal dabei war.

Nachdenkliche Texte

Mehrere Stunden am Tag lernte sie zum Beispiel, wie die richtige Intonation beim Rappen sein muss, und worauf es beim texten ankommt. Beim Text selbst ließ Carlos Utermöhlen den Jugendlichen freie Hand. „Sie sollten ihre Gedanken in eigenen Worten ausdrücken können“, sagt er. Und so drehte sich in den Songs viel um Computerspiele, das Handy und darum, wie man die Zeit sinnvoller verbringen könnte. „Jugendliche verschwenden Geld. Niemand achtet auf die Welt“ gibt zum Beispiel der 13-jährige Carlos eine Kostprobe – ein erstaunlich nachdenklicher Song. „Ich habe mich oft wiedererkannt“, gibt Antonia zu. Und damit etwas bleibt von dem Projekt wurden die Lieder anschließend in einem professionellen Studio aufgenommen.
„Ich möchte auf jeden Fall weiter mit Carlos rappen“, sagt Teilnehmerin Julia nach den fünf Tagen fest.

Info

Der Workshop „Rappen und Dancen“ ist Teil des Ferienprogramms des Deutschen Volkshochschulverbands unter dem Titel „Talent-Campus“.
Gefördert wird das Programm durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Mit ihm sollen vor allem bildungsbenachteiligte Kinder und Jugendliche gefördert werden. Im Stadtgarten Bebelhof standen fünf Tage lang nicht nur Tanz und Beatz auf dem Stundenplan, sondern auch Ernährung und Konsum. So ernteten die Teilnehmer in den angelegten Gärten etwa ihren eigenen Salat und lernten, wie man ihn zubereitet.
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