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Erwischt: 1850 Euro für Sprayen

Aktionstag der Deutschen Bahn gegen Vandalismus und illegale Graffiti klärt auf

Von Jana Cürten

Braunschweig. Zerkratze Scheiben, aufgeschlitzte Sitze, beschmierte Züge und Bahnhöfe: Vandalismus und Graffiti kosten die Bahn bundesweit jährlich 50 Millionen Euro. Um aufzuklären und potenzielle Täter abzuschrecken veranstalteten Bahn und Polizei am Freitag den Aktionstag gegen Vandalismus und illegales Graffiti.

Der Termin war nicht zufällig gewählt. Bald sind wieder Sommerferien. Das bedeutet mehr Arbeit für vier Polizisten aus Braunschweig und einen Kollegen der Bundespolizei – für das „Ermittlungsteam Graffiti“. Seit 2003 geht das Team erfolgreich gegen illegale Sprayer in der Stadt vor. Vandalismus und illegale Graffiti sind Straftaten, die von den überwiegend männlichen Jugendlichen im Alter von zwölf bis 21 Jahren meist aus purer Langeweile und daher oft in der Ferienzeit begangen würden, erklärten die Veranstalter.
Was so ein farbenfrohes und harmlos wirkendes Graffito für Folgen haben kann, wussten die wenigsten der mehr als 750 Schüler, die an diesem Tag den Braunschweiger Bahnhof besuchten. Vertreter von Bahn und Polizei versuchten aufzuklären.
Die Schüler wurden durch einen beschmierten und beschädigten Nahverkehrszug geführt. Bemalte Wände, eine eingeschlagene Decke, abgerissene Kopflehnen: Die Jugendlichen waren betroffen und erschrocken, wie teuer Sachbeschädigung sein kann. Löcher in Sitz und Rückenlehne kosten die Bahn 245 Euro, ein Graffito außen am Zug 1850 Euro. „Was die meisten nicht wissen ist, dass gegen Täter nicht nur Strafen wie Arbeitsauflagen verhängt werden, sondern dass die Bahn zivilrechtlich auch Schadensersatz fordern kann. Und das noch bis zu 30 Jahre nach der Verurteilung“, erklärte Heike Fischer, Polizeivizepräsidentin der Polizeidirektion Braunschweig. Mit der Arbeit der Polizei in Braunschweig ist sie zufrieden: „Durch unser Ermittlungsteam liegt die Aufklärungsquote hier mittlerweile bei über 50 Prozent.“
Aber es wurde nicht nur der Zeigefinger gehoben, auch für Alternativen gegen die Langeweile wurde gesorgt: Die Jugendkunstschule „Buntich“ aus Braunschweig zeigte, wie Jugendliche auf legalem Weg kreativ werden können, der Freizeitpark „Campo Arena“ aus Hannover forderte Begeisterte zu sportlicher Aktivität auf, und die AWO Junioruniversität Salzgitter stand mit einem Infostand zur Verfügung.
Was im September 2007 mit einem ausgeschriebenen Wettbewerb unter dem Motto „Mach nicht alles kaputt!“ begann, fand an diesem Tag sein Finale. Schülerbands traten auf der Bühne in der Bahnhofshalle auf, eine Schulklasse führte ein Theaterstück zu diesem Thema vor dem begeisterten Publikum auf, und das Siegervideo des Wettbewerbs wurde mehrfach gezeigt. Eine Veranstaltung, die auch von den auf Gleis eins ausgestellten Projekten der Schüler lebte.
Der Aktionstag ist notwendig – Sachbeschädigung gibt es oft. „Verwüstete oder beschmierte Wagen müssen wir sofort aus dem Verkehr ziehen und sie ausbessern. Das kostet Zeit und Geld“, stellte Manuela Herbort, Vorsitzende der Regionalleitung DB Nord fest.
Die Botschaft von Veranstaltern und Wettbewerbszuschriften: „Graffiti und Vandalismus sind sinnlos. Nur Ärger und Kosten für alle. Für die Bahn und für die Täter. Und – wie fast immer – am Schluss für den Verbraucher.“
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