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Eltern übernehmen die Kitas

Die Stadt stellt Gebäude für eine Kinderbetreuung zur Verfügung.

Von Andreas Konrad, 30. Mai 2015

Braunschweig. Nach drei Wochen Streik in Kindertagesstätten zeichnet sich ab Montag eine Entlastung für betroffene Eltern ab. Nach einem gestrigen Gespräch zwischen Oberbürgermeister Ulrich Markurth, Sozialdezernentin Dr. Andrea Hanke und Sandra Gehrlein und Irene Stroot vom Stadtelternrat für die Kindertagesstätten wird die Stadt ab kommender Woche zunächst zwei, und je nach Bedarf in den folgenden Tagen bis zu sieben Kitagebäude für eine Betreuung der Kinder durch Eltern anbieten. Die Verwaltung stelle dabei die Räumlichkeiten, stellte Markurth klar. Organisieren könne sie die Betreuung nicht, und es werde für die Betreuung auch kein städtisches Personal eingesetzt. Die Verantwortung liege bei den Eltern. Dies müsse so klar geregelt sein, weil die Stadt sonst den Streik unterlaufen würde, so Markurth weiter.

Kinderbetreuung durch Eltern in städtischen Gebäuden. Das ist das Ergebnis eines Gespräches vom Freitag zwischen Oberbürgermeister Ulrich Markurth und Vertretern des Stadtelternrates für die Kindertagesstätten.
Für viele Eltern stelle der Streik in den Kindertagesstätten mittlerweile eine große Belastung dar, so die gemeinsame Einschätzung. In der Anfangszeit hätten viele sich auf andere Weise beholfen, etwa dank der Unterstützung von Großeltern, oder indem sie freigenommen hätten. Mittlerweile gehe das für viele nicht mehr, und ein Ende des Streiks sei derzeit nicht abzusehen. Die Kapazitäten der geöffneten Kindertagesstätten, weitere Kinder aus bestreikten Kitas aufzunehmen, seien begrenzt, und mittlerweile gäbe es keine Plätze mehr, da die Zahl der Streikenden in den vergangenen Tagen auch weiter zugenommen habe, so Sozialdezernentin Andrea Hanke.
Die Stadtverwaltung habe daher den Vorschlag von Eltern, ob es möglich sei, dass Eltern eigenverantwortlich in derzeit wegen des Streiks nicht genutzten Kita-Gebäuden Kleingruppen betreuten, in den vergangenen Tagen intensiv geprüft, so der Oberbürgermeister. Das Land als Aufsichtsbehörde habe zuvor schriftlich seine Zustimmung dazu erteilt.
Das Angebot bei den Eltern bekanntzumachen und mit diesen Lösungen abzustimmen, wird nun Sache des Stadtelternrates sein. Dieser wird sich direkt an die Elternvertreter der städtischen Kitas wenden. Für die Umsetzung dieses Betreuungsangebotes ist es erforderlich, dass die jeweiligen Elternvertreter der Kitas Betreuungswünsche zunächst bündeln und sodann mit dem Stadtelternrat koordinieren. Auf dieses Prozedere wird die Stadt ab Montag dann auch in ihrem Internetauftritt hinweisen.
„Damit haben wir als Stadt das getan, was uns im Rahmen einer laufenden Tarifauseinandersetzung möglich ist. Es geht um bessere Rahmenbedingungen für die Eltern, mit dieser für viele bereits existenziellen Situation in Selbstorganisation umzugehen. Ich würde mich sehr freuen, wenn es gelingt, dass sich Eltern auf diese Weise selbst helfen können“, so der Oberbürgermeister. Andere Städte praktizierten dies bereits, zum Teil auch mit Zustimmung der Gewerkschaft Verdi.
Zu der Tarifauseinandersetzung sagte Markurth, er könne die Forderungen nach einer höheren Bezahlung von Erziehern grundsätzlich nachvollziehen. Die Anforderungen an diesen Beruf seien deutlich anspruchsvoller geworden, die Verantwortung größer. Darüber sollte grundsätzlich auf Bundesebene geredet werden, allerdings auch in Bezug auf eine veränderte Ausbildung, die diese gestiegenen Anforderungen auch abbilde. Schließlich müsse die Bezahlung der Erzieher weiterhin zum allgemein für alle Berufsgruppen geltenden Gehaltsgefüge passen. Derzeit gehe es offenbar um eine pauschale Erhöhung. Hier stehe die Stadt zur Linie der Kommunalen Arbeitgebervereinigung. Insofern sei jetzt wichtig, dass der Abschluss maßvoll sei, und vor allem müsse er im Sinne der Eltern bald kommen.
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