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Elma, Bolle und Odin sind verlässliche Ankerpunkte

Barbara Klabunde mit Sozialhund Elma, Ursula Klabunde und Christine Harke mit Sozialhund Odin (von links). Foto: Erik Beyen

Christine Harke bildet mit ihren Tieren das Team Sozialhund – Zusammen besuchen sie Menschen in Seniorenheimen.

 Von Erik Beyen, 15.08.2017.

Mariental/Rümmer. Ursula Klabunde sitzt in einem offenen Raum im Seniorenpflegeheim Mariental. Ihre Tochter Barbara ist bei ihr. Das ist sie verlässlich Tag für Tag, eine Selbstverständlichkeit, wie diese meint. Doch längst nicht alle Bewohner von Seniorenheimen haben so ein Glück. Aber: Ein Stück Verlässlichkeit, einen Ankerpunkt, etwas Zuversicht oder auch nur eine kleine Kurzweil bekommen manche Bewohner von Heimen auf einem ganz unkonventionellen Weg: durch Hunde. Seit 2008 ist Christine Harke aus Rümmer mit ihren drei Hunden Elma, Bolle und Odin in Senioreneinrichtungen der Region unterwegs. Zusammen sind sie das Team Sozialhund.

Es ist einer von vielen verregneten Tagen dieses Sommers. Eigentlich kann man keinen Hund vor die Tür schicken. Trotzdem ist Christine Harke mit Elma und Odin in Mariental. Bolle hat sie daheim gelassen. Elma heißt übersetzt „die Freundliche“. Der Name trifft absolut zu. Und der Dackelmischling ist überaus beliebt bei Mitarbeitern und Bewohnern. Im Handumdrehen wickelt sie auch Ursula Klabunde um den kleinen Finger, besser die Pfote. Eigentlich ist Klabunde keine Klientin des Teams. Doch der ursprünglichen Verabredung geht es an diesem Tag nicht so gut, und außerdem kann niemand dem Charme von Elma und Odin widerstehen, was gar kein Wunder ist, denn jeder der Hunde hat einen ganz eigenen Charakter und verfügt über unendliche Toleranz, übrigens eine zwingende Voraussetzung für diesen Job.

Speziell ausgebildet seien ihre Hunde nicht, erklärt Christine Harke, allerdings würden sie sanft an ihre Aufgabe herangeführt und bräuchten förderliche Wesenszüge wie eine Grundfreundlichkeit und Offenheit Menschen gegenüber, sagt sie. Davon besitzen Elma und Odin mehr als genug. Kaum betreten sie die Einrichtung, werden die Tiere zum Gesprächsthema, ein klar definiertes Ziel Harkes: „Über die Hunde kommen die Menschen miteinander ins Gespräch.“ Und nicht nur das: Sie interagieren mit den Tieren, überwinden Ängste, gewinnen spürbar an Selbstvertrauen und eben ein Stück Selbstbestimmtheit. Die Hunde schenken ihnen ihre voll Aufmerksamkeit. Der Mensch ist wichtig, entscheidet aber, wie wichtig er sein will, Aspekte, die im Heimalltag manchmal zu kurz kommen.

Christine Harke ist selber in der Pflege tätig. Sie kennt die Stärken, Schwächen und auch Grenzen des Systems. So ist es wohl auch die Berufserfahrung, das Wissen um den ergänzenden Bedarf der Zuwendung, der sie den Schritt in die Selbstständigkeit im Team mit den Hunden hat gehen lassen. Sie vertritt eine sehr klare Haltung: Selbstbestimmtheit ist ein Grundrecht, das auch im Alter nicht endet – mit allen Konsequenzen.

Elma und Odin sind an diesem verregneten Sommertag etwa 30 Minuten lang im Seniorenpflegeheim in Mariental. So lange dauert ein Besuch. Auf ihrem Weg zum Auto ruft eine weitere Bewohnerin Elma zu sich: Freude steht ihr ins Gesicht geschrieben, Freude über einen verlässlichen Ankerpunkt, der ihr genau diesen einen Moment an Aufmerksamkeit schenkt. Und so profitieren von einem Besuch der Hunde mit ihrer menschlichen Partnerin immer mehr als „nur“ ein Klient. In der nächsten Woche kommt sie wieder, die Therapeutin. Vielleicht bringt sie dann Bolle mit. Der kann das auch.

Die Leistung des Teams Sozialhund wird nicht von der Krankenkasse bezahlt. Aber: Unter bestimmten Umständen lasse sie sich steuerlich geltend machen, erklärt Christine Harke. Das und noch viel mehr erklärt sie Neuklienten aber gern persönlich. Kontakt: ch.harke@hotmail.de oder per Telefon: 0170 8611597.
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