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Einer der schlimmsten Brände in der Stadt

Großeinsatz der Feuerwehr. Fotos: bs news/Stefan Schulz
 
Die Autos sind voller Ruß.

Defektes Fahrzeug löste Katastrophe in Tiefgarage Magni aus – Ab morgen können persönliche Dinge abgeholt werden.

Von Martina Jurk
und Marion Korth, 27.07.2014.
Braunschweig. Einen der schlimmsten Brände in der Stadt musste die Feuerwehr am vergangenen Donnerstag in der Tiefgarage Magni bekämpfen. Ein technischer Defekt an einem Auto hat den Brand ausgelöst. Zwei Menschen erlitten eine leichte Rauchgasvergiftung, außerdem rettete die Feuerwehr einen Hund aus einem der Autos. Fünf Autos brannten komplett aus, die anderen sind von einer dicken, schmierigen Rußschicht bedeckt. Insgesamt handelt es sich auf beiden Decks um 350 bis 380 Fahrzeuge.

Rund 100 Einsatzkräfte der Feuerwehr waren im Einsatz, 16 Trupps mussten sich mit Atemschutz durch absolute Dunkelheit hin zur Hitzequelle vortasten. Die Georg-Eckert-Straße musste komplett, auch für die Straßenbahn, gesperrt werden, weil sich die Tiefgarage direkt darunter befindet. Statiker gaben die Straße nach Stunden wieder frei. Am Freitag durften die Fahrzeuge aus dem Parkdeck 1 von ihren Besitzern abgeholt werden.
Wie geht es jetzt weiter? „Sachverständige werden den Grad der Konterminierung der Fahrzeuge in der unteren Parkebene feststellen, um zu klären, unter welchen Bedingungen eine Freigabe der Autos erteilt werden kann“, hofft Parkhaus-Betreiber Volkmar von Carolath, dass das bereits morgen passiert. Es müsse wegen des unterschiedlichen Verrußungsgrades geklärt werden, ob die Fahrzeuge eingepackt oder behandelt werden müssen, bevor sie herausgeholt werden.
Der Versicherer DBK habe die Dekra mit der Schadensbegutachtung beauftragt. Auch die Öffentliche Versicherung habe schon alles Notwendige veranlasst. Für die Begutachtung sei bereits eine trockene Halle angemietet worden.
Volkmar von Carolath bittet die Kunden um Verständnis, dass sie nicht selbst zu ihren Fahrzeugen können, um persönliche Gegenstände herauszuholen. Aber er beruhigt: „Morgen von 8 bis 18 Uhr können sich die Kunden bei den Parkhaus-Mitarbeitern melden, die dann die persönlichen Sachen aus den Autos holen. Wir haben einen Lageplan mit allen Autonummern.“
Über die Gesamthöhe des Schadens will von Carolath nicht spekulieren, solange die Schadensaufnahme nicht abgeschlossen ist. „Die Summe wird sehr hoch sein“, vermutet der Parkhaus-Betreiber. Die Rede ist von mehreren Millionen Euro.
Bis auf Weiteres bleibt das Parkhaus komplett gesperrt. Zur Bestandsaufnahme werden sich alle Beteiligten, Feuerwehr, die Stadt als Eigentümerin und Brandschutzspezialisten an einen Tisch setzen.
Diskussionen gab und gibt es um die Sprinkleranlage, die wegen Instandsetzungsarbeiten zur Brandzeit nicht funktionstüchtig war. Da gibt es Klärungs- und Aufklärungsbedarf. „Es wird eine gemeinsame Erklärung geben. Alles andere ist jetzt Spekulation“, meint Volkmar von Carolath. Danach werde es an die Sanierung der Tiefgarage gehen.
„Mit der bisherigen Abarbeitung sind die Kunden zufrieden. Dafür möchte ich mich bedanken. Wir kommen voran. Glück im Unglück ist, dass keine Menschen zu Schaden gekommen sind“, so von Carolath.
Ein Brand in einer Tiefgarage sei sehr selten. „Ich möchte so etwas nie wieder erleben“, ist der Betreiber mehr als betroffen. „Ich habe festgestellt, was ich für tolle Mitarbeiter habe. Den Hut ziehe ich auch vor der Feuerwehr. Die haben tolle Arbeit geleistet. Und man lernt, wie man mit Katastrophen umgeht.“
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2 Kommentare
7
M. O. aus Braunschweig - Innenstadt | 27.07.2014 | 14:06  
18
Frank Gebauer aus Braunschweig - Nordstadt | 28.07.2014 | 14:17  
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