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„Eine große, spannende Reise“

Für Braunschweig heißt es Daumen drücken, denn Tiana Kruskic kämpft am Freitag bei „The Voice of Germany“ um den Einzug ins Finale. Foto: SAT.1/ProSieben/Richard Huebner/oh

Tiana Kruskic steht im Halbfinale von „The Voice of Germany“ – Ein Interview mit ihr.

Von Falk-Martin Drescher, 11.12.2013.

Braunschweig. Eine Region fiebert mit, wenn es Tiana Kruskic am Freitag vielleicht ins Finale bei „The Voice of Germany“ schafft. Die gebürtige Bosnierin kam während des Bürgerkriegs im Jahr 1992 nach Braunschweig. Bei der beliebten Musikshow hat sie sich unter Tausenden Bewerbern durchgesetzt und es unter die besten acht geschafft.

? Tiana, am Freitag steht du bereits im Halbfinale von „The Voice of Germany“. Was hättest du gesagt, wenn dir das jemand vor Beginn des Castingformats prophezeit hätte?

! Ich hätte ihn für verrückt erklärt. Ich hatte wirklich nicht damit gerechnet, so weit zu kommen. So ist es jetzt natürlich umso bedeutender, im Halbfinale unter den acht besten von Tausenden zu stehen.

? Du bist 1992 nach Braunschweig gekommen. Wie aktiv ist die Musikszene in der Region deiner Meinung nach?

! Ich würde schon sagen, dass es eine große Szene gibt. Es gibt ganz unterschiedliche Läden. Braunschweig ist zum Beispiel keineswegs nur alternativ. Für jeden Geschmack hast du deine Orte und deine Veranstaltungen.

? Casting-Shows genießen nicht unbedingt den besten Ruf. Mit welchen Vorstellungen bist du in die Sendung gegangen?

! Ich wollte mir das erst einmal angucken, schauen, wie das läuft. Man merkt schnell, ob die Show oder wir als Musiker im Vordergrund stehen. Hier wird kein Drama erzählt, man braucht keine Geschichte mit schwarz-weiß Bildern und Zeitlupe, in denen über Probleme gesprochen wird. Eine Woche vor den Blind Auditions war man hier und hat Interviews gegeben. Doch: Das Privatleben wurde völlig außen vor gelassen, außer, man wollte selbst darüber reden. Sie sind da sehr taktvoll.

? Was ist dein Zwischenfazit?

! Es ist eine sehr große und spannende Reise. Ich werde sicherlich nie mehr erleben, dass rund 200 Menschen nur für einen da sind und diese Sendung schmeißen, damit man 90 Sekunden auf der Bühne stehen kann. Das ist echt Wahnsinn, davon werde ich auch noch meinen Enkeln erzählen. Ich hätte mir auch nicht vorgestellt, dass mich das so berührt.

? Du bist im Team von Nena. Wie hast du sie erlebt?

!Das Team Nena ist auf jeden Fall das beste Team auf der ganzen Welt. Sie ist eine tolle Frau, ist lebendige Musikgeschichte. Und: Sie kümmert sich sehr. Wir haben gerade unsere Singles aufgenommen, ich meine am vergangenen Wochenende. Wir haben die ganze Zeit geskypt – sie war in Hamburg, ich in Gifhorn. Es war ein Sonntag, ihr war es egal. Von morgens bis nachts haben wir telefoniert und geschrieben, sie hat mir viele Tipps gegeben und war sehr positiv. Sie nimmt sich viel Zeit für uns, setzt sich für uns ein und berücksichtigt vor allem unsere Wünsche. Man fühlt sich nicht alleine gelassen, das war selbst schon so, als wir noch 16 Leute waren. Jetzt sind wir nur noch zu zweit.

? Was konntest du von ihr als Coach schon lernen?

! Vor allen Dingen ist es als Frau im Musikbusiness schwierig. Wenn eine selbstbewusste Frau weiß, was sie will, gilt sie sehr oft als Zicke oder arrogant. Bei ihr ist das sicherlich auch der Fall. Ich habe von ihr gelernt, darauf nichts zu geben. Sie schaut sich keine Berichte oder Kommentare über sich an, ist auch nicht bei Facebook. So schützt sie sich. Das habe ich auf jeden Fall mitgenommen: Nicht alles über sich zu lesen. Und auch zu sich zu stehen, selbst wenn zehn Leute sagen, „das ist nicht gut“. Sie hat mich wirklich selbstbewusster gemacht.


? Unabhängig davon, wie du abschneidest: Hast du vor, deine musikalische Karriere auszubauen? Du bist ja musikalisch bereits aktiv.


! Ich hatte einen Theaterjob in Göttingen. Den habe ich an den Nagel gehängt, damit ich mich um die Musik kümmern kann. Dann kam „The Voice“ dazu – das war optimal. Ich habe mich selbstständig gemacht, bin Gesangslehrerin und habe mit Sister Soul & The Blaxperts eine Coverband. Mit der Band spielen wir Soulmusik der 60er bis 80er. Damit verdienen wir unser Geld. Nach „The Voice“ geht die Arbeit erst so richtig los. Denn das ist so eine Art Bewerbungsgespräch, das du mit der ganzen Nation hast. Danach musst du schauen, was du daraus machst. „The Voice“ ist nicht das Ende, und man kann sich auch nicht darauf verlassen, dass dann alles automatisch kommt. Da bin ich vorbereitet. Schließlich ist es das, was ich immer machen wollte.

? Was möchtest du den talentierten Nachwuchssängern mit auf den Weg geben? Was sollten sie beachten?

! Es ist wichtig, zu wissen, was man möchte und was nicht. Das sollte man sich vorher schon klar- machen. Es fängt beim Musikstil an, in welches Team man möchte, welche Kleidung man bevorzugt und vieles andere. Natürlich versuchen sie, das Beste aus dir herauszuholen. Wenn man etwas nicht möchte, kann man das auch immer sofort sagen. Man sollte Familie und Freunde haben, die hinter einem stehen. Wir sind hier gerade drei Wochen am Stück, ich habe meine Familie in der Zeit nicht gesehen, weil ich leider keine Zeit hatte, nach Braunschweig zu fahren. Man darf sich nicht alleine fühlen und sollte zu Hause gute Berater haben, die hinter einem stehen und den ganzen Stress abfangen können. Es gibt immer Leute, die etwas gegen einen haben, und die Freunde sind da um einen zu schützen.

? Überzeuge uns: Warum sollen wir am Freitag für dich anrufen?

! Weil ich Braunschweigerin bin und genau wie Eintracht jetzt in der ersten Liga spiele (lacht). Die Musik, die wir machen, ist etwas Besonderes.
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