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Eine Feier mit Wasser und Brot

Armin Kraft wird 70 Jahre alt und predigt beim Gottesdienst am Sonntag im Dom.

Von Martina Jurk, 17.08.2011.

Braunschweig. Es gibt kaum Braunschweiger, die Armin Kraft nicht kennen. Er ist zu einer Institution geworden, auch für Menschen, die mit Kirche nichts zu tun haben. Am Montag wird Armin Kraft 70 Jahre alt. Er feiert im Dom mit Wasser und Brot.

Mit Askese hat das nichts gemein. Seit fünf Jahren sammelt er als Beauftragter des Oberbürgermeisters Geld, um Braunschweiger Kindern in Armut zu helfen. Da passt das für ihn nicht, opulent zu feiern. Zusammen mit Domprediger Joachim Hempel hält er am Sonntag (21. August) ab 10 Uhr im Dom einen Gottesdienst ab. Anschließend gibt es einen Frühschoppen bei Wasser und Brot auf dem Domplatz. Musik gönnt sich Kraft und auch seinen Besuchern. Das Brot spendet Karl Milkau, Wein und Wasser bringt Armin Kraft mit.
40 Jahre lang war er bis zu seiner Pensionierung 2006 im kirchlichen Dienst – vom Vikariat in Lehndorf bis zum Propst. Er führte die täglichen Gottesdienste im Dom, die Fünfminuten-Andachten ein, er unterrichtete 25 Jahre lang am Wilhelm-Gymnasium Philosophie und Religion. „Es ging mir immer darum, den christlichen Glauben hinüberzusetzen in den Alltag, die Symbolsprache der Bibel zu elementarisieren, die alte Theologie mit Gefühl und Vernunft für die heutige Zeit deutlich zu machen“, sagt Kraft.
Die Bibelschule am Dom wurde gegründet. Kraft betätigte sich schriftstellerisch. Er schrieb 16 Bücher zu dem übergreifenden Thema „Der christliche Glaube hilft zur Bewältigung Deines Lebens“ und die „Kraft-Worte“ in der nB. In Riddagshausen half er bei der Rettung der Klosterkirche, beschäftigte sich mit Umweltfragen im Naturschutzgebiet. Am Dom ging es um neue Formen des Gottesdienstes.
Kraft bekleidete viele Ämter, unter anderem als Vorsitzender der Citypfarrerkonferenz in Deutschland, als Vorsitzender des Gemeindeausschusses in der Landessynode, als Mitglied der Kirchenleitung in der Generalsynode der Vereinigten Lutherischen Kirchen. „In der Propstei ging es immer wieder um Strukturveränderungen und Verbesserungen des kirchlichen Angebotes“, erinnert sich Armin Kraft. Auch außerhalb der Kirche war er nicht untätig. Der Kontakt zum Rathaus und zu den jeweiligen Parteien war ihm besonders wichtig. „Die evangelische Kirche sollte bei diesen Fragen nicht ins Abseits geraten.“
Seit fünf Jahren ist Armin Kraft Propst i.R., das heißt für ihn „in Reichweite“. Neben seinem Engagement gegen Kinderarmut kümmert er sich mit dem Polizeipräsidenten um die „Alternative Sport“, redet bei vielen Veranstaltungen, hält jährlich mehr als 30 Gottesdienste bei Taufen, Hochzeiten, Beerdigungen, verbringt auch gerne viel Zeit mit seiner Frau, seinen zwei Kindern und fünf Enkelkindern.
Die Sache mit der Kinderarmut liegt Armin Kraft am Herzen. „8000 Kinder leben in Braunschweig in Armut“, erklärt er. Mehr als zuvor seien Einzelfallhilfen notwendig. Schulkindern zum Beispiel müsse ermöglicht werden, an Klassenfahrten teilzunehmen.
Um mehr Chancen auf einen Ausbildungsplatz zu bekommen, sei heutzutage oft ein Führerschein Voraussetzung. Da sei Hilfe gefragt. Kraft gibt nicht auf, an Türen zu klopfen…
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