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Eine Chance für Emil: Die ganze Region ist aufgerufen zu helfen

Sabine Becker und ihr Sohn Emil. Foto: privat

Das Baby aus Bechtsbüttel braucht einen Stammzellenspender – Registrierung am 3. Februar

Von Ingeborg Obi-Preuß, 26. Januar 2018

Braunschweig. Gerade noch war alles perfekt. Šabine und Marcus Becker freuten sich mit ihren Kindern Ben (9) und Paul (4) auf die Geschwister. Zwillinge – doppelte Freude – Emil und Emma kamen am 9. Mai 2017 zur Welt: eine Familie im Glück. Und jetzt, kein Jahr später, kämpft Emil ums Überleben, die Diagnose Leukämie hat das Leben der Beckers auf den Kopf gestellt. Alle Hoffnungen liegen darauf, einen Spender zu finden.

Am Samstag (3. Februar) hat jeder die Möglichkeit, sich als Stammzellenspender bei der DKMS (ehemals Deutsche Knochenmarkspenderdatei) registrieren zu lassen: von 11 bis 16 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Bechtsbüttel, Thuner Straße 20, 38527 Meine. Dabei wird lediglich mit einem Wattestäbchen ein Abstrich von der Wange gemacht. Fertig. Auch Geldspenden helfen. Jede Registrierung kostet die DKMS 35 Euro. Das Spendenkonto: Sparkasse Hannover, IBAN DE55 2505 0180 0910 0308 98, Verwendungszweck: Emil. Alle Informationen rund um das Thema Leukämie und Stammzellenspenden, alle Fragen zum Verfahren und zu eventuellen Risiken finden sich auf den Internetseiten der DKMS.
„Ich danke allen, die uns in dieser schweren Zeit zur Seite stehen“, sagt Mama Sabine am Telefon. Sie ist bei ihrem kleinen Sohn in der Medizinischen Hochschule Hannover, Ehemann Marcus, Freunde und Familie wuppen „den Rest“.
In den nächsten Tagen können Mutter und Kind zunächst aus der Klinik entlassen werden. „Ich freue mich so sehr auf meine Familie, auf ein Stück Normalität“, sagt Sabine Becker. Zu Hause heißt es dann allerdings: warten und hoffen auf den passenden Spender.
Freundin Silke Mayer aus Meine hat den Spendentermin vor Ort organisiert. Eine Mammutaufgabe. Sie hat eine Whatsapp-Gruppe gegründet, über alle Kanäle wird versucht, möglichst viele Menschen zu erreichen. Die einzige Hoffnung für den kleinen Emil.
„Wir waren so glücklich, als wir unsere Zwillinge auf dem Arm hatten“, erzählt Sabine Becker. Zwar waren die Babys sechs Wochen zu früh, aber das war nicht wirklich ein Problem. „Von Anfang an war Emma propper und rosig, während Emil eher schmal, blass und etwas leichter war“, sagt die Mutter. Aber all das schien kein Grund zur Besorgnis zu sein. „Und bis zur U 4 hatte Emil seine Schwester fast eingeholt“, blickt die Mutter zurück.
Im September erwischte eine Erkältung die ganze Familie. Nach und nach erholten sich alle wieder, nur der kleine Emil nicht. „Am 2. Dezember, einem Freitag, waren wir wieder beim Arzt, der stellte fest, dass Emil zwar an Länge, aber nicht an Gewicht zugelegt hatte“, blickt Sabine Becker auf den „schwarzen Freitag“ zurück. Denn direkt nach der Blutuntersuchung war klar, dass hier etwas nicht stimmt. Noch am gleichen Abend fuhren die Eltern mit Emil in die Holwedeklinik, einige Untersuchungen später stand die erschütternde Diagnose: eine seltene Form der Leukämie. Gleich am nächsten Morgen wurde Emil in die MHH verlegt. „Dort sind wir jetzt immer noch“, sagt die Mutter am Telefon.
Am Montag nach der Einlieferung wurde zur genauen Diagnose eine Knochenmarkspunktion gemacht. „Eigentlich sollte der Eingriff nur 20 Minuten dauern“, erinnert sich Sabine Becker genau. Nach mehr als zwei Stunden schließlich kam der Arzt und erklärte den Eltern das Problem: Emil konnte nicht mehr selber atmen, ein Tubus war gelegt worden, für zweieinhalb Wochen lag der kleine Junge in einem künstlichen Koma. „In dieser Zeit hat er zwei Chemotherapien bekommen, von denen er glücklicherweise nichts gemerkt hat“, erzählt die Mutter. Die Chemos drängen die Krankheit zurück, halten sie auf, heilen können sie Emil nicht. Nur eine Knochenmarkspende kann das Kind retten.
Seit dem 1. Januar sind Mutter und Sohn auf der Station für Knochenmarktransplantationen. „Emil erholt sich gut, er hatte Entzugserscheinungen nach der Chemotherapie, aber es geht ihm immer besser“, sagt sie.
Sabine Becker wirkt am Telefon stark und gefasst. „Ich bin von Beruf medizinische Fachangestellte“, erklärt sie, „das hilft mir, ich verstehe, was vor sich geht und ich verstehe auch, dass Emils Genesung ein langer Weg ist.“ Stolz ist sie auf den Mann an ihrer Seite: „Marcus macht das einfach großartig.“ Und auch die Hilfe aus dem Freundeskreis, dem Dorf und auch von fremden Menschen, beeindruckt und macht Mut.
Jetzt hat auch der „dm“-Markt in Meine noch Unterstützung angeboten: Am Freitag (2. Februar) sollen die Einnahmen einer Stunde gespendet werden. „Und auch hier an der MHH werden wir großartig betreut“, lobt Sabine Becker. Ärzte und Schwestern würden sich rührend kümmern, eine Psychologin bietet Unterstützung an, ein eigener Verein stellt unter anderem Wohnungen zur Verfügung.
„Ich bin unendlich dankbar für so viel Unterstützung, Hilfe und Trost“, sagt Sabine Becker.
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