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„Ein Krankenhaus ist etwas Besonderes“

Geschäftsführer Helmut Schüttig (l.) verlässt nach mehr als 13 Jahren das Braunschweiger Klinikum. Aufsichtsratsvorsitzender Ulrich Markurth würdigt seine Verdienste. Foto: Jörg Scheibe

Geschäftsführer Helmut Schüttig geht in den Ruhestand – Er gilt als Modernisierer des städtischen Klinikums.

Von Martina Jurk, 12.12.2015.

Braunschweig. Ab und zu musste Helmut Schüttig schon schlucken, als Ulrich Markurth seine Verdienste für das Braunschweiger Klinikum Revue passieren ließ. Der Geschäftsführer geht zum Jahresende in den Ruhestand. In die Geschichte des Krankenhauses wird der 63-Jährige als „Modernisierer“ eingehen. Als „erfahrenen und dynamischen Geschäftsführer“ würdigte Oberbürgermeister Markurth, der seit zehn Jahren Aufsichtsratsvorsitzender der städtischen Tochter ist, Helmut Schüttig bei dessen Verabschiedung.

„Ein Krankenhaus ist etwas Besonderes“, sagte der Diplom-Kaufmann, „und das Krankenhaus-Management aufregend und schön.“ Durch ein Forschungsprojekt zur Personalbedarfsplanung für Krankenhäuser fand Schüttig Gefallen an der Arbeit in einem Klinikum. Und so war von 1982 an das Krankenhaus-Management sein Metier. Über Lübeck und Berlin kam er 2002 nach Braunschweig.
Zu dieser Zeit befand sich das städtische Klinikum im Umbruch. Die Ausgründung und Umwandlung in eine gemeinnützige GmbH gehörte für Schüttig zu den großen Herausforderungen. „Es gab eine Verabredung. Die Immobilien und alle Vermögensteile gehen auf die Gesellschaft über. Die selbsterwirtschafteten Überschüsse bleiben in der Gesellschaft und werden in das Klinikum investiert. Die Verluste bleiben aber auch dort und belasten nicht die Stadtkasse“, erzählte Markurth. Das habe funktioniert. Das Klinikum habe immer ein ausgeglichenes Betriebsergebnis vorweisen können. Und das trotz schwieriger Rahmenbedingungen. Viele Häuser in der Region hätten aufgeben müssen. Das Braunschweiger Klinikum gehöre heute zu den besten Deutschlands.
Der weitere Ausbau des Hauses zum Maximalversorger habe oberste Priorität. „Es kam die Standortdiskussion auf. Der Name Helmut Schüttigs ist untrennbar mit der Planung und Realisierung des Zwei-Standorte-Konzepts mit einem Volumen von am Ende rund 235 Millionen Euro verbunden. Er erklärte klar, präzise und überzeugend, warum dieser Umbau die einzige Chance ist, das Klinikum zukunftsfähig aufzustellen“, lobte Markurth. Die Investition in modernste Medizintechnik und der Durchbruch in der Arbeitszeitgestaltung der Mitarbeiter, aber auch der Umgang mit Krisen, alles transparent darzustellen und schnelle Lösungen zu finden, zählte der Aufsichtsratsvorsitzende zu den Verdiensten Schüttigs. „Sein Engagement zeigte, dass er das Haus nicht nur führen kann, sondern auch führen will.“
Als Schüttig in Braunschweig anfing, habe eine schlechte Stimmung im Klinikum vorgeherrscht. Ein Abrechnungsstau, sechs Millionen Euro Verbindlichkeiten, der Abbau von 300 Betten und einiges mehr seien Gründe dafür gewesen. „Das Wichtigste war, ein internes Miteinander zu gestalten. Auf dieser Basis konnten wir schwierige Rahmenbedingungen überstehen. Ich wollte den Schulterschluss mit den Mitarbeitern. Das ist gelungen, und das ist das Erfolgsgeheimnis“, betonte Schüttig. Gleichzeitig kritisierte er die Krankenhauspolitik. Nullrunden, Kürzungen, Misstrauen und Bürokratie machten es immer schwieriger, das Klinikum funktionsfähig zu halten.
Schüttig engagierte sich in zahlreichen Gremien bundes- und landesweit. Am 22. Dezember wird er offiziell in der Dornse verabschiedet. An seinem letzten Arbeitstag, am 30. Dezember, möchte er sich persönlich von den Klinikums-Mitarbeitern verabschieden. Danach werde sich sein Leben in Berlin abspielen, wo seine Familie zu Hause ist. „Aber ich komme wieder“, verspricht Schüttig, der Braunschweig ins Herz geschlossen habe. Seine Nachfolge als Geschäftsführer tritt Dr. Andreas Goepfert an.
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