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„Ein absolut überragendes Ergebnis"

Für die Eintrachtspieler Marcel Correia, Ken Reichel, Domi Kumbela und Mirko Boland (v.l.) – hier mit Yonns Mutter Nina Stiller – war der Besuch in der Stadthalle Ehrensache.

3205 potenzielle Stammzellenspender ließen sich am Sonntag in der Stadthalle registrieren

Von André Pause, 17.07.2016

Braunschweig. Schon eine halbe Stunde vor der Türöffnung um 11 Uhr warteten die ersten Menschen am Sonntagvormittag im Eingangsbereich der Stadthalle, um sich im Rahmen einer großen Typisierungsaktion der DKMS als Stammzellenspender registrieren zu lassen.

Aufgerufen zu dieser Aktion hatte die Familie des siebenjährigen Yonn aus Braunschweig, der am Myelodysplastischen Syndrom (MDS) leidet, einer schweren Erkrankung des blutbildenden Systems (die nB berichtete). Zuletzt hat das Schicksal des Jungen in den sozialen Netzwerken weit über die Stadtgrenzen hinaus eine Welle des Mitgefühls ausgelöst. Entsprechend groß war nun auch die konkrete Hilfsbereitschaft. 3205 Menschen aus der Region, darunter auch die Fußballer von Eintracht Braunschweig, setzten ein Zeichen, ließen sich für den Stammzellentest nach ausführlicher Information Blut abnehmen.

„Das ist saugut! Ein absolut überragendes Ergebnis, insbesondere vor dem Hintergrund, dass Sommerferien sind“, betonte die zuständige Einsatzleiterin der DKMS, Bettina Steinbauer begeistert, die in diesem Zusammenhang ausdrücklich allen Helfern dankte: „Sie haben sechs Stunden Schwerstarbeit geleistet. Außerdem wurde dieser Tag durch Yonns Familie und Freunde wirklich sehr gut organisiert.“ Dass es bei Aktionen dieser Größenordnung kaum zu Wartezeiten kommt, sei ebensowenig selbstverständlich, wie der liebevolle Rahmen mit Kaffee und Kuchen, Pianomusik und vielem mehr.

Die Auswertung der Blutproben werde nun vier bis sechs Wochen dauern, für die Spendervoruntersuchungen sei mit einem ähnlichen Zeitrahmen zu rechnen, so die Einsatzleiterin. Dass dieser Tag – manchmal freilich erst nach Jahren – Spender hervorbringt, gilt für Bettina Steinbauer als sicher: „Wenn es so viele Aktive gibt, gehen daraus immer Lebensretter hervor.“

Ein Hoffnungsschimmer für Yonn und alle anderen Betroffenen. Nichtsdestotrotz bleibt die Suche nach einem passenden Spender außerhalb der eigenen Familie die nach der vielzitierten Nadel im Heuhaufen. Daher seien auch nach diesem erfolgreichen Tag alle gesunden Menschen zwischen 17 und 55 Jahren mit Nachdruck aufgerufen, zu testen, ob sie als Stammzellenspender infrage kommen. Im Anschluss an die Online-Registrierung auf www.dkms.de erhält jeder potenzielle Spender ein Wattestäbchenset für einen Abstrich der Wangenschleimhaut. Ein absolut schmerzfreier und sehr überschaubarer Aufwand für ein unter Umständen lebensrettendes Resultat.
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