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„Du darfst nicht der letzte Dinosaurier sein“

Claudia Block. Foto: Block
 
Hier tut sich etwas: Das Block-Mutterhaus an der Gifhorner Straße feiert in diesem Jahr 60. Geburtstag. Aktuell ist es von einem Bauzaun umgeben. Ein komplett neuer Verkaufsraum entsteht. Foto: Block
 
Modern, schick und zeitgemäß: 1967 zog das Unternehmen in das neue „Mutterhaus“ an der Gifhorner Straße. Foto: Block

Claudia Block über Erfolg, die Verknüpfung von Tradition und Moderne und Wertschätzung für die Mitarbeiter.

Von Ingeborg Obi-Preuß, 13. Mai 2017

Braunschweig. 2017 – für Eintrachtfan Claudia Block in doppelter Hinsicht ein besonderes Jahr: Meisterjubiläum „ihrer Eintracht“ und – vor allem – Block am Ring feiert den 60. Geburtstag am Standort Gifhorner Straße. Mit dem Bau eines komplett neuen Verkaufsraums – die alte Ausstellung mit dem Charme der 70er Jahre weicht einem neuen, lichtdurchfluteten Konzept – und der Erweiterung des Stützpunktes Braunschweig um BMW-M- und Elektrofahrzeuge.

Der enorme Erfolg scheint Claudia Block gar nicht so präsent zu sein, zu tief steckt sie im Alltagsgeschäft – Preise, Stückzahlen und Kennziffern bestimmen ihr Denken, enge Kontakte zur Führungsriege und Mitarbeitern sind feste Bestandteile im Tagesablauf.
Dabei konkurriert die 52-Jährige mit einem einzigen anderen Händler um einen ziemlich spektakulären Titel – älteste BMW-Niederlassung weltweit. „Die ersten 14 Tage der Gründungszeit sind nicht mehr hundertprozentig zu klären“, erzählt sie lachend. Sicher ist: 1896 ging ihr Urgroßvater August Block mit einem Fahrradhandel an den Start, 1923 Übernahme der BMW-Vertretung – 1967 wurde das heutige „Mutterhaus“ an der Gifhorner Straße gegründet.
Anfang 2008 übernahm Claudia Block die alleinige Geschäftsführung für das BMW-Autohaus mit Standorten in Braunschweig, Goslar, Hildesheim, Peine, Salzgitter, Wernigerode und Wolfenbüttel von ihrem Vater Klaus Block. Gemeinsam mit ihrer „rechten Hand“, Frank Pollak, hat sie ein Unternehmen am Markt, das seinesgleichen sucht.
„Ohne meine Mitarbeiter wäre mir das nie gelungen“ – ein Satz, den sie in unserem Gespräch mehrfach sagt. Das von ihrem Team perfekt inszenierte Erlebnis „Auto kaufen mit allen Sinnen“ ist das zentrale Erfolgsrezept ihres Hauses. Und das klappt nur, wenn wir gut sind.“ 260 Menschen sind in ihren sieben Niederlassungen beschäftigt, Aus- und Weiterbildung stehen bei Claudia Block im Fokus. „Die Anforderungen an das Personal verändern sich ständig“, erklärt sie, allein um beispielsweise Elektromodelle reparieren zu können, sind um die 40 Schulungstage pro Jahr und Mitarbeiter notwendig, um dann als „Hochvolttechniker“ an die Arbeit gehen zu können.
Die Digitalisierung hat auch und vor allem die Autobranche komplett umgekrempelt, kein Servicemitarbeiter mehr ohne I-Pad, kein Verkauf ohne die Konfiguration über hochkomplexe Tools. „Der neue 5er BMW beispielsweise steht komplett für Digitalisierung“, erklärt sie, „das wollen wir auch leben.“
Die Achse ihres Handelns wird durch BMW bestimmt, der Hersteller gibt den Takt an. „Die Vorgaben werden immer restriktiver“, spricht Claudia Block von einer anspruchsvollen Partnerschaft. Die Verträge kommen alle fünf Jahre auf den Prüfstand, BMW schaut immer wieder neu und sehr genau auf jedes Detail. „Du musst genau wissen, was der Hersteller will, du darfst einfach nicht der letzte Dinosaurier sein“, erklärt Claudia Block die Notwendigkeit, fortschrittlich zu denken.
Das Thema „Motor“ hat die gebürtige Braunschweigerin sozusagen mit der berühmten Muttermilch aufgesogen, Puppen und Autos waren gleichberechtigt in ihrem Kinderzimmer verteilt, die „BMW-Denke“ ist intensiv gelernt. „1982 bin ich als 18-Jährige nach München gegangen, um bei der BMW-AG Volkswirtschaftslehre und Industriekauffrau zu lernen“, erzählt sie von den beruflichen Anfängen. Neun Jahre blieb sie im bayerischen Mutterhaus des Sportwagenherstellers.
Dann zurück ins Familienunternehmen, zunächst an den Standort in Goslar, wenige Jahre später Braunschweig.
Die junge Frau startet in einem Traditionshaus, das in die Neuzeit geführt werden musste. „Der Begriff Tradition war in den 90iger Jahren eher negativ besetzt“, blickt Claudia Block zurück, erst in den letzten Jahren kann sie mit den „alten Werten“ wieder punkten. Qualität, Verlässlichkeit, Zuverlässigkeit – „der gute Habitus von BMW hilft heute enorm, in einem immer härter werdenden Markt zu bestehen“, erklärt die Chefin.
Der Preis des Erfolges: Das Rad in ihrem Kopf dreht sich ständig. Gedankenspiele kreisen um mögliche Verbesserungen, Veränderungen, Neuerungen.
Gerade hat sie die „Ideenbörse“ 2020 initiiert: „Meine Azubis und die jungen Mitarbeiter treffen sich regelmäßig, besprechen Themen, schauen sich die Verkaufsräume an, überlegen, was verbessert werden kann“, erzählt Claudia Block vom Vertrauen in den Nachwuchs.
Daneben müssen die Anforderungen vom Hersteller stetig im Blick behalten und umgesetzt werden. In den vergangenen zwei Jahren sind allein drei Block-Standorte in das von BMW vorgegebene „Autohaus der Zukunft“ umgebaut worden. Dabei kommt es auf jede Einzelheit an, die Farbe der Bodenfliesen ist genauso wichtig, wie die Aufstellung der Autos im Schauraum. Die Chefin hat immer alles im Blick.
Auch und vor allem die Kunden. Wann immer es geht, steht sie „im Laden“ „Ich verkaufe einfach super gern“, sagt sie. Zumal der Verkauf immer anspruchsvoller werde. „Die klassische Zielgruppen-Ansprache funktioniert schon lange nicht mehr so eindeutig“, erklärt die Unternehmerin, „eine meiner treuesten Kundinnen ist weit über 80 Jahre alt – und begeisterte Minifahrerin.“
Die meiste Zeit aber ist Claudia Block als Managerin gefragt und gefordert. Jeden Morgen zieht sie sich Kennzahlen aus dem Computer, die ihr tagesaktuell sagen, wie sich die verschiedenen Geschäftsfelder entwickeln. Wie läuft der Mini? Wie die Motorräder? Welche Sonderausstattungen sind gerade gefragt? Wie viele Aufträge sind eingegangen?
Enge Absprachen zu den Sparten- und Filialleitern gehören ebenso zum Alltagsgeschäft wie der stete Kontakt zum Hersteller. Sie muss die sprichwörtlichen Flöhe husten hören, um den Betrieb auf Kurs zu halten.
Mit dem Abschluss der Bauarbeiten in Braunschweig Ende des Jahres ist Block am Ring einer der wenigen Vertragshändler bundesweit, die das gesamte Portfolio der BMW AG anbieten dürfen und können. „Als weltweit ältester BMW-Händler stehen wir in der Verantwortung,“ so Claudia Block. „Unseren Kunden gegenüber, den Mitarbeitern und, auch das möchte ich keinesfalls vergessen, unserer Tradition, stets moderne Strukturen zu schaffen.“
Claudia Block ist eng getaktet: Sie läuft jeden Morgen ihre Runden durch den Wald oder auf dem Laufband, sie freut sich über den Erfolg ihres Sohnes Luca, der mit 24 Jahren als Jahrgangsbester seinen Masterabschluss in BWL gemacht hat, sie genießt die wenige freie Zeit mit ihrem Mann Carsten Lehmann, gern auf Kurzreisen.
Daneben engagiert sie sich ehrenamtlich in der Kids-Foundation-Stiftung der Volksbank Braunschweig-Wolfsburg. Und – sie fiebert mit „ihrer Eintracht“. Im Jubiläumsjahr 2017 ganz besonders.


PERSÖNLICH

? Ihr Lieblingsauto?

!Cabrio und Mini John Cooper Works.

?Ihr erstes Auto?

!315i (gebraucht).

? Wie lange brauchen Sie morgens im Bad?

! Unterschiedlich.

? Was ist immer in Ihrer Handtasche?

!Handy.

? Haben Sie viele Freunde?

! Ja, ich habe welche.

?Gibt es ein Leben nach dem Tod?

!Das würde mich freuen.

? Was können Sie nicht gut?

! Verlieren.

?Früher Vogel oder Nachteule?

!Beides.

? Hund oder Katze?

!Hund.

? Was bewundern Sie an Ihrem Mann besonders?

!Zuverlässigkeit, Hilfsbereitschaft.
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