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„… diesmal kommt er an!“

11.11, 11.11 Uhr: Oberbürgermeister Ulrich Markurth trat die Regentschaft an die Braunschweiger Narren ab. Fotos: Thomas Ammerpohl
 

Stadtsäckel und Rathausschlüssel in Narrenhand – Prinzenproklamation in der Dornse.

Von Marion Korth, 11. November 2015

Braunschweig. Nach vorn schauen, denn alles andere macht keinen Sinn. Was die Braunschweiger Karnevalisten nach der Absage des Schoduvels wegen einer Terrordrohung im vergangenen Februar angetrieben hatte, entfaltet auch weiter Wirkung. Mehr als einmal hieß es beim offiziellen Beginn der fünften Jahreszeit am Mittwoch um 11.11 Uhr in der Dornse des Altstadtrathauses: Jetzt erst recht.

Bevor es zum Probieren des 33. Prinzensuds hinaus auf den Kohlmarkt zum traditionellen Biwak ging, schenkte Oberbürgermeister Ulrich Markuth des Narren reinen und auch etwas bitteren Wein ein. Nicht nur, dass er einen Schlüssel für die Hintertür des Rathauses zurückbehalten habe, um die Narren, die bis zum Aschermittwoch die Stadtregentschaft innehaben, im Blick zu behalten, auch das Stadtsäckel, das er ihnen überreichte, ist in diesem Jahr ziemlich mager gefüllt. Zum Glück aber kennt er ein paar „findige Ingenieure“, die die städtischen Bilanzen noch einmal mit einem ganz speziellen Programm nachgerechnet haben und siehe da: „Wir stehen glänzend da“, verkündete Markurth. Ein Schelm, wer bei diesem Seitenhieb an irgendwelche Manipulationssoftware und die Gewinneinbrüche bei VW denkt.
Markurth erinnerte an die Ereignisse des vergangenen Jahres, an „eine fantastische Session fast bis zum Schluss“, an „eine Menge Tränen, Wut und Ärger“ nach der Schoduvel-Absage. „Aber daraus ist eine Kraft entstanden“, sagte Markurth. „Jetzt erst recht“, diese Haltung (und auch neues Umzugsmotto) habe die Narren getragen und trägt sie weiter. Die Unterstützung und Anteilnahme aus aller Welt, die Braunschweig im Februar erfahren habe, wolle man nun ummünzen in den schönsten Karneval, den Braunschweig je erlebt habe. Ausdrücklich ermunterte Markurth alle Menschen dieser Stadt mitzufeiern, auch die, die als Flüchtlinge hier leben, denn: „Karneval ist bunt und offen, alle sind eingeladen, daran mitzutun“.
Dass der Braunschweiger Karneval besonders schön ist, hat sich offenbar herumgesprochen. So haben Zugmarschall Gerhard Baller und er selbst eine Einladung in die Landeshauptstadt erhalten – und auch angenommen (nicht ganz ernst gemeinte Buhrufe im Saal), „um Entwicklungshilfe in Sachen Karneval“ zu leisten.
Seit Mittwoch ist nun auch das Dreigestirn mit Till, Bauer und Prinz wieder komplett. Nils III. wird das närrische Volk durch diese Session führen. „Mit ihm haben wir wieder einmal den Richtigen gefunden“, sagte Karsten Heidrich, Präsident der Karnevalvereinigung der Rheinländer bei der Proklamation. Vorgestellt wurde auch das (sehr hübsche) Kinderprinzenpaar mit Carolin I. und Justin I. . Ihnen zur Seite steht Kindertill Ole.
Die passende musikalische Untermalung für diese Session liefert eine CD mit echten Braunschweiger Karnevalliedern, eine Hörprobe gab’s bereits in der Dornse, auch darin ging’s um den Schoduvel:
„Er wird wieder roll’n,
weil alle das woll’n;
gemeinsam voran,
diesmal kommt er an!“
Bleibt eigentlich nur, den Braunschweiger Narren und allen Karnevalbegeisterten eine schöne Session 2015/16 zu wünschen. In diesem Sinn: „Brunswiek helau! Brunswiek helau! Brunswiek helau!“ “
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