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Die Entwarnung kam um 14.23 Uhr

Sprengmeister Michael Tillschneider vom Kampfmittelbeseitigungsdienst Niedersachsen hat die fünf Zentner schwere Fliegerbombe in rund 50 Minuten entschärft. Fotos: André Pause
 
Stadtbrandmeister Michael Schulz erklärt den Ablauf des Einsatzes.

Letzter Einsatz für Stadtbrandmeister Michael Schulz bei Bombenentschärfung in Mascherode

Von André Pause, 12.03.2017

Braunschweig. Es ist die insgesamt 53. Bombenentschärfung für Michael Schulz. Daher verwundert es nicht, dass der Mann auch nach außen Besonnenheit, Lockerheit und Umsicht verströmt. Der 62-Jährige ist seit 2001 in seiner Funktion als Stadtbrandmeister verantwortlich für die Koordination der 200 Einsatzbeteiligten der Freiwilligen Feuerwehr Braunschweig beim Großeinsatz am Samstagvormittag.

Der Großeinsatz

Insgesamt sind 346 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienst, Notfallseelsorge, Zentralem Ordnungsdienst und der Stadt Braunschweig beteiligt an der letztlich erfolgreichen Bombenentschärfung im Mascheroder Holz. „Auch wenn man selber mit den Jahren routinierter wird: Etwas Besonderes ist solch ein Einsatz eigentlich immer, vor allem wenn so viele Menschen betroffen sind, wie in diesem Fall. Da kann man nur hoffen, dass alles glatt geht“, so Schulz, der seit 38 Jahren Ehrenbeamter ist und stolze 46 Jahre bei der Berufsfeuerwehr arbeitet.
Am Ende geht alles gut: Um 14.23 Uhr kann Schulz in der mobilen Zentrale der Technischen Einsatzleitung (TEL), die vor dem Gebäude der Freiwilligen Feuerwehr Mascherode postiert ist, verkünden: „Die 250 Kilogramm schwere Fliegerbombe amerikanischer Bauart aus dem Zweiten Weltkrieg wurde entschärft. Ab sofort können die 6 000 Bürgerinnen und Bürger in ihre Wohnungen und Häuser zurückkehren.“

Die Evakuierung

Verlassen mussten Anwohner im Bereich eines ein Kilometer großen Sicherheitsradius um den Fundort der Bombe – in der Südstadt, im südlichen Rautheim und im nördlichen Mascherode – ihr Zuhause bis um 12 Uhr. „Die diesbezügliche Kontrolle ist eigentlich der aufwendigste Teil der ganzen Aktion“, betont Feuerwehr-Stadtpressewart Stephan Kadereit. Die Evakuierung verläuft dann aber doch weitestgehend nach Plan – nach 12 Uhr sind nur noch vereinzelt Personen im Sperrgebiet unterwegs, die von der Feuerwehr und dem Zentralen Ordnungsdienst aufgefordert werden, die Evakuierungszone zu verlassen. Eigentlich belebte Plätze, wie der Welfenplatz in der Südstadt, sind bereits wie ausgestorben, während ein paar Straßen weiter stichprobenartigen Klingeln gedrückt werden. Um 13.16 Uhr ist der gesamte Bereich geräumt. Während etwa 30 meist in der Bewegung eingeschränkte Personen das Ausweichquartier in der Mensa im Schulzentrum Heidberg nutzen (auf bis zu 180 Anwohner war man eingestellt), wird auch der Luftraum über dem Gefahrengebiet gesperrt.

Die Entschärfung

Um 13.34 beginnt der Kampfmittelbeseitigungsdienst mit der Arbeit, etwa 50 Minuten später ist die Entschärfung abgeschlossen.
Etwa 4,50 Meter habe die Bombe unter der Erde gelegen. „Wir haben zunächst mit einem Bagger und dann mit Spaten von Hand gebuddelt“, skizziert Sprengmeister Michael Tillschneider vom Kampfmittelbeseitigungsdienst Niedersachsen. „Eigentlich war es ein ganz normaler Einsatz, der wie geplant verlaufen ist. Das einzige Problem war das Wasser in der Grube, weshalb wir ein bisschen schneller arbeiten mussten. Als wir gesehen haben, dass es sich um Aufschlagzünder handelt und nicht um Langzeitzünder, haben wir aufgeatmet. Die lassen sich nämlich händisch bearbeiten und entfernen. Bei Langzeitzündern bleibt im Grunde nur die kontrollierte Sprengung.“ Anschließend wird die Fliegerbombe verladen und ins Zwischenlager Munster gebracht. Von dort werde sie dann, so Tillschneider, der Entsorgung zugeführt.

Das (voraussichtlich)
letzte Mal

Für Stadtbrandmeister Michael Schulz war der Einsatz am Samstag im Braunschweiger Südosten der voraussichtlich Letzte. Ende Mai geht er – dann 63 Jahre alt – in den verdienten Ruhestand. Seine Position als Chef der Freiwilligen Feuerwehr Braunschweig nimmt ab Juni Ingo Schönbach ein.
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