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Die Diesterwegschule ist im Plus

Den meisten Teilnehmern der Grundschule Diesterweg ging die Radfahrpfrüfung leicht von der Hand. Fotos: André Pause
 
Jule Geißelmann

Rund 2000 Viertklässler machen jetzt in den Braunschweiger Grundschulen ihre Radfahrprüfung.

Von André Pause, 08.07.2015.

Braunschweig. „Mal kurz das Daumenzeichen, wie war die Radfahrprüfung für Euch?“, fragt Polizeihauptkommissarin Ines Fricke in die vierte Klasse der Grundschule Diesterweg. Ohne Zögern lassen die Kinder ihre Daumen nach oben schnellen. Ein einziger fand den Praxistest auf dem Fahrrad nicht so gut.

Rund 2000 Viertklässler aus ganz Braunschweig absolvieren die Prüfung jedes Jahr. Dabei werden sie durch die Schulen und die örtlich zuständigen Polizeibeamten betreut – auch in der Theorie. „Nur wer den Theorieteil besteht, darf auch an der praktischen Radfahrprüfung teilnehmen“, sagt Oberkommissar Uwe Grünvogel, Sachbearbeiter Prävention im Polizeikommissariat Nord. Die meisten Kids seien sehr aufgeregt, weil es die erste Prüfung in ihrem Leben ist. Eine ganz wichtige Rolle spielten natürlich auch die Eltern. Grünvogel: „Die sollen mit ihren Kindern die Strecke in der Praxis wieder und wieder trainieren. Leider sieht die Realität oft ganz anders aus. Da wird schon versucht, vieles auf die Schulen abzuwälzen.“

Um Eltern mit Migrationshintergrund anzusprechen, hat die Polizei einen Flyer in mehreren Sprachen konzipiert, der einfach darstellt, worauf es ankommt.
„Eine weitere Sorge ist, dass viele Eltern und Kinder glauben, sie können nach einer bestandenen Radprüfung hundertprozentig sicher fahren. Das ist natürlich nicht der Fall. Gerade die Elf- bis 15-Jährigen verunglücken als Radfahrer, was auch unsere Unfallstatistik belegt“, betont Ines Fricke. Die Gründe hierfür seien die neuen und oft längeren Schulwege zu den weiterführenden Schulen, die kaum noch im Vorhinein trainiert würden.

Umfrage:

Jule Gießelmann: „Ich habe vorher fleißig geübt und bin die Strecke abgegangen. Die Prüfung ist mir deshalb nicht sehr schwer gefallen.“

Julian Kaul: „Wenn ich bei meinen Großeltern bin, fahre ich lange Strecken. Nach der Prüfung komme ich jetzt mit dem Fahrrad zur Schule.“

Celine Otto: „Die Prüfung ist mir leicht gefallen. Ich komme normalerweise mit dem Roller zur Schule, fahre aber auch viel Fahrrad.“

Florian Klarner: „Ich habe mich sehr sicher gefühlt. Unter anderem, weil ich mich hier auskenne. Ich wohne in der Nähe.“
Unterdessen haben die 68 teilnehmenden Viertklässler der Grundschule Diesterweg alle die zwei Kilometer lange Prüfungsstrecke mit 13 Kontrollpunkten größtenteils sicher absolviert. Den unübersichtlichen Posten Ernst-Amme-Straße/Ecke Neustadtring hat Selma Yilmaz-Light übernommen. Auf ihrer Liste sind den Teilnehmern fast nur Pluszeichen zugeordnet. Einen Kringel für durchschnittliche oder gar ein Minus für weniger sichere Fahrleistung musste die Mutter nur selten verteilen.

Auf das Engagement der Prüflingseltern am Tag der praktische Prüfung ist die Polizei übrigens angewiesen. Für Selma Yilmaz-Light eine Selbstverständlichkeit: „Mein Kind fährt schließlich mit, und später nachgeholt werden kann die Prüfung ja nun auch nicht.“
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