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„Der Schock sitzt bei allen tief“

Die Täter raubten gezielt die teuersten Uhren, die bis zu 10 000 Euro kosten können, bei Rödiger. Foto: Thomas Ammerpohl

Raubüberfall auf Juweliergeschäft Rödiger – Mitarbeiter wohlauf – Polizei fahndet nach Tätern.

Von Martina Jurk, 14.12.2014.

Braunschweig. Für Geschäftsinhaber und Angestellte ein Schockerlebnis: ein bewaffneter Raubüberfall. So geschah es am späten Mittwochnachmittag im Juweliergeschäft Rödiger in der Fußgängerzone. Drei Maskierte erbeuteten Schmuck und Uhren im Wert von 300 000 Euro.

Obwohl das in der Branche öfter vorkommt – nach gleichem Muster gab es Überfälle auch in anderen Städten – und die Mitarbeiter geschult sind, ist niemand darauf vorbereitet. „Meine Frau und ich haben Angst. Es ist erschreckend, wie brutal die Täter vorgegangen sind“, sagt Geschäftsführer Tobias Rödiger.
Der Überfall dauerte nicht länger als zwei Minuten. Mit zwei Motorrollern fuhren die Täter gegen 17.15 Uhr durch die belebte Fußgängerzone vor das Juweliergeschäft Rödiger gegenüber dem City Point und stürmten in die Geschäftsräume. Sie bedrohten die Mitarbeiter mit Schusswaffen und schlugen mit Vorschlaghämmern Glasvitrinen ein, in denen sehr teure Schmuckgegenstände und Uhren ausgelegt waren. Im Geschäft befanden sich zur Tatzeit auch zwei Kunden. Nach Angaben der Polizei flüchteten die Räuber dann über den rückwärtigen Parkplatz des City Points. Bislang fehlt den Beamten jede Spur von den Tätern. Am Donnerstagmorgen seien nach dem Hinweis eines Anwohners die Roller auf einem Garagenhof an der Breiten Straße/Kaffeetwete entdeckt worden. „Die Täter müssen also umgestiegen sein. Die Frage ist, wie sie ihre Flucht fortgesetzt haben ab 17.20 Uhr. Sie müssen offensichtlich auch die Helme mitgenommen haben, denn die wurden nicht gefunden. Außerdem trugen sie große schwarze Taschen bei sich. Wir sind auf Beobachtungen von Zeugen angewiesen“, erklärt Polizeisprecher Joachim Grande. Passanten, die den Überfall mitbekommen haben, hätten mit ihren Handys Aufnahmen gemacht. Diese sollten der Polizei zur Verfügung gestellt werden, bittet Grande.
Auf der Videokamera im Juweliergeschäft ist das Gesichtsprofil eines Täters zu sehen. Die Verkäuferinnen erstellen nun gemeinsam mit der Polizei Phantombilder der Räuber.
Das Sicherheitsgefühl von Tobias Rödiger und seinen Angestellten habe gelitten. „Alle funktionieren, und auch das Geschäft ist wieder hergerichtet. Aber der Schock sitzt bei allen tief. Wie der seelisch nachwirkt, wird sich zeigen. Das Wichtigste ist, dass niemand verletzt wurde und alle wohlauf sind“, beschreibt Rödiger die Lage. Vor Skrupellosigkeit sei niemand geschützt. Die Mitarbeiter seien insofern auf solche Situationen vorbereitet, dass sie bei Gewalttaten nicht den Helden spielen und nicht ihr Leben in Gefahr bringen sollen.


Zeugen gesucht:

Täterbeschreibung: Ein Täter trug einen grünen, etwa knielangen Parka mit Fellkragen und eine russische Mütze, sogenannte Tschapka. Ein Zweiter hatte einen silbernen Motorradhelm ohne Visier auf. Der Dritte ebenfalls einen silbernen Kradhelm mit auffälligen schwarz-weiß-lilafarbenen Applikationen/Aufklebern/Aufdrucken.
Zwei Täter führten schwarze Taschen mit „Nike“-Schriftzug an den Stirnseiten und seitlichem „Nike“-Symbol-Aufdruck mit.
Die Motorroller: Es handelt sich um eine silberne Honda, 125 Pantheon, Kennzeichen TÜ-L 58 und einen gold-grünen Roller Yamaha, Kennzeichen TS-JX 28.
Die Polizei fragt: Wer hat eine solche Personengruppe schon im Verlauf des Tages gesehen? Wem sind die Motorroller, auch schon im Verlauf des Tages, aufgefallen?
Wem sind die Täter schon bei der Anfahrt zum Tatort aufgefallen? Die Flucht soll über den Parkplatz hinter dem City Point erfolgt sein.
Wer sah dort und auf der Strecke bis zur Breiten Straße auffällige Personen?
Wer konnte einen möglichen Fahrzeugwechsel dieser Personen im dortigen Umfeld beobachten und kann Hinweise auf das weitere Fluchtfahrzeug geben?
Hinweise bitte an Kripo Braunschweig, Telefon 4 76 25 16.
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