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Der Meister des Handstands

Encho Keryazov verbindet Kraft und Technik

Von Marion Korth

Braunschweig. Der Handstand in Perfektion, das ist Encho Keryazovs Paradedisziplin. Wenn das Publikum den Atem anhält, dann ist er zufrieden. Darauf hat der Artist fast sein ganzes Leben hingearbeitet. Und darauf, eines Tages beim Circus Roncalli arbeiten zu dürfen.

Encho Keryazov (35) ist ein Turner durch und durch. Er beeindruckt nicht mit Körpergröße, sondern durch Muskelkraft. Dieser Körper ist sein Kapital. Und ihn in Form zu halten, ist ein Vollzeit-Job. Genauer gesagt ein Vollzeit-Job für zwei Menschen – für ihn selbst und seine Frau, die mitreist und im Hintergrund alles regelt, sich vor allem um die beiden Söhne (fünf und neun Jahre alt) kümmert.
Wie sieht Encho Keryazovs Arbeitstag aus? Morgens zwei Stunden Training, zwei Vorstellungen („Dazwischen versuche ich kurz zu schlafen.“) und danach ab ins Fitnessstudio, Hanteln stemmen. Von den Städten, in die er mit dem Zirkus kommt, sieht er nicht viel. Nicht so sehr aus Mangel an Zeit, eher aus Mangel an Interesse. „Dafür kenne ich in jeder Stadt das Mc-Fit-Fitnessstudio“, sagt er.
82 Kilo wiegt er, aber Gewicht ist nicht alles. „Hauptsache kein Fett und es sieht gut aus.“ Dafür hält er eisern Diät. Seine Frau, auch eine Artistin, beobachtet sein Training, achtet darauf, dass sich kein Fehler einschleicht. Sie ist eine wirkliche Künstlerin: Das Tattoo an Kopf und Rücken ist gar kein Tattoo, sondern ein Body Painting, das sie jeden Tag neu zaubert. Und sie kocht seine spezielle Diät: „Viel Protein, Hühnchen, Fisch, kein Fett, kein Zucker, kein Alkohol.“ Hat der Mann denn gar keine Laster? „Ich habe gern geraucht, aber das geht mit meiner Arbeit nicht zusammen, vor fünf Monaten habe ich wieder aufgehört.“
Im Kleinstapeln ist der gebürtige Bulgare groß. Eigentlich habe er gar kein Talent zum Turnen, „aber ich wollte unbedingt Zirkusartist werden“. Als er dann vor Jahren in Belgien eine Roncalli-Vorstellung sah, war es vollends um ihn geschehen. Das war der „Big Kick“. Die hohe Qualität, die Liebe zu jedem Detail begeistern ihn noch immer. „Schauen Sie doch nur mal“, sagt er und hebt die Vase mit den frischen Blumen im Café-Wagen hoch, „in welchem Zirkus gibt es so etwas?“ Noch etwas macht den Zirkus zu etwas Besonderem: „Alles ist real. Dies ist kein Kino, kein Computerspiel, alles ist echt.“
• Der Circus Roncalli gastiert bis zum 8. März in Braunschweig. Abendvorstellungen ab 20 Uhr, Sonntag 18 Uhr, nachmittags: Mittwoch, Donnerstag und Sonnabend 15 Uhr, Sonntag 14 Uhr.
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