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Der Bruch mit einem Tabuthema

n der Kondomschule lernen die Besucher nicht nur die richtige Anwendung eines Kondoms, sondern auch, wie man die passende Größe findet. Fotos: Thomas Ammerpohl
Braunschweig: Platz der deutschen Einheit |

Erlebnisausstellung „Große Freiheit“ klärt witzig und interaktiv über Geschlechtskrankheiten auf.

Von Martina Jurk

Braunschweig, 05.10.2015. Mit HIV kann jeder etwas anfangen, aber mit Gonorrhö, Chlamydien, HPV oder Trichomonaden? Das sind alles Geschlechtskrankheiten, international spricht man heute von sexuell übertragbaren Infektionen (STI = sexually transmitted infections), von denen die meisten Menschen nichts wissen. Deshalb ist die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung mit der Erlebnisausstellung „Große Freiheit – liebe.lust.leben“ auf Tour. Letzte Station in diesem Jahr ist Braunschweig. Ab sofort bis Samstag (10. Oktober) ist sie noch auf dem Platz der Deutschen Einheit zu erleben.

Tripper, Syphilis, Genitalwarzen, Pilze und Filzläuse sind nicht unbedingt das leckerste und lustigste Thema. Die Bundeszentrale geht umso spielerischer, bunter und frecher mit einem Tabu um. Die Botschaft: Sich vor Infektionen schützen und trotzdem Spaß am Sex haben. 50 interaktive, spannende Exponate machen den Zugang zum Thema leicht. Der Besuch der Ausstellung ist kostenlos. Auch das hält die Hemmschwelle niedrig, mal zu gucken, was sich in den sechs Containern und einem weißen Zelt abspielt.

Das Leben von acht Menschen verschiedenen Alters, sexueller Vorlieben, unterschiedlicher Berufe. Sie alle haben auf irgendeine Art Berührungspunkte zu den Krankheiten – und eine Botschaft. Jedem der Protagonisten ist ein Raum gewidmet. Da ist Mustafa, der Pilot. Der Raum stellt ein Flugzeug dar. Die Stewardess erklärt statt der üblichen Sicherheitshinweise, wie man ein Kondom richtig aufzieht. Oliver ist homosexuell und HIV positiv. Er zeigt, dass man mit der Krankheit leben kann. Große Pakete symbolisieren, wie viele Medikamente er aber auch dafür einnehmen muss. Katja ist Frauenärztin. Das Rollenspiel mit ihr in einem Arztzimmer soll die Angst nehmen, bei Symptomen zu ihr zu gehen und mit ihr darüber zu sprechen. In einem anderen Raum erleben die Besucher den Schock, den Doreen bekam, als sie nach einem One-Night-Stand erfahren musste, dass sie sich infiziert hat. Und schließlich lernen die Besucher in einer Kondomschule nicht nur die richtige Anwendung, sondern auch, wie man die passende Größe findet.

Die Besucher werden nicht allein gelassen. Fachkräfte der lokalen Beratungsstellen Gesundheitsamt, Braunschweiger Aids-Hilfe und Pro Familia sowie das Ausstellungsteam der Bundeszentrale beantworten auch konkrete Fragen. Dafür gibt es zwei separate Räume, um auch ungestört reden zu können.

Infos
Die Ausstellung für Besucher ab 14 Jahren ist bis Samstag täglich geöffnet von 9 bis 20 Uhr. Gruppen und Schulklassen können sich anmelden unter Telefon 0160 7000 700. Infos unter www.grosse-freiheit.de.
Am Donnerstag (8. Oktober) von 17 bis 18 Uhr führen Schüler das Theaterstück „Wir reden!“ für Schüler auf.
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1 Kommentar
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Horst Schmid aus Braunschweig - Innenstadt | 05.10.2015 | 18:12  
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