Anzeige

"Der 1. Mai ist hochaktuell"

Voller Burgplatz bei der Kundgebung zum 1. Mai. Fotos: André Pause

Kämpferische Reden und festliche Stimmung prägten den Maifeiertag in Braunschweig

Von André Pause, 01.05.2015.

Braunschweig. Unter dem Motto „Die Arbeit der Zukunft gestalten wir!“ lud der Deutsche Gewerkschaftsbund am 1. Mai zur Kundgebung auf dem Burgplatz und zum internationalen Fest im Bürgerpark.

Der Startschuss der Feierlichkeiten erfolgte um 10.30 Uhr vor etwa 600 Besuchern rund um den Burglöwen. Heinrich Betz vom DGB-Stadtverband Braunschweig moderierte den Reigen der politischen Reden. Diese beschränkten sich dann keinesfalls auf die klassischen Themen zum Internationalen Tag der Arbeiterbewegung.

Sowohl Betz als auch Marlene Seyfried und Jasmin Krüger von der Gewerkschaftsjugend sowie Oberbürgermeister Ulrich Markurth bezogen dezidiert Stellung gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus. Solidarisch zur Weltgemeinschaft zu stehen, hieße auch, dass Flüchtlinge gut aufgenommen werden müssten. "Wir müssen denen entgegentreten, die unser Land vergiften wollen. Nazis haben in dieser Stadt nie wieder etwas zu suchen", betonte Markurth und appellierte an die Anwesenden: "Der 1. Mai ist hochaktuell. Das zeigen die Ereignisse der letzten Wochen. Lassen Sie uns das Verbindende nach vorne stellen, bei allem, was uns trennt."

Darüber hinaus ging der Oberbürgermeister auf die schwierige Situation der kommunalen Arbeitgeber ein, warb für eine bessere Ausstattung der Kommunen, unter anderem, um Arbeitnehmer im Sozial- und Erziehungsdienst angemessen zu bezahlen. Dies, so Markurth, sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

Unterdessen mahnte DGB-Bundesvorstand Annelie Buntenbach in ihrer Rede an, bei den Themen Rente und Mindestlohn keine Rolle rückwärts zuzulassen. Nach zehn Jahren sei der Armut verursachenden Politik nun ein Riegel vorgeschoben worden. Als großen Erfolg wertete die Gewerkschaftsfrau, dass 3,7 Millionen Beschäftigte nun mehr Geld im Portemonnaie hätten, ohne dass dadurch im großen Stil Arbeitsplätze vernichtet worden wären oder die Wirtschaft eingebrochen sei. Zum Schluss sprach sie sich gegen Hetze und Leistungsverdichtung in der Arbeitswelt aus. "Wir erwirtschaften Wohlstand in unserem Land, und der muss demokratisch verteilt werden", so Buntenbach.

Im Anschluss an die Reden zogen die Besucher im Demonstrationszug in Richtung Bürgerpark. Beim dortigen Internationalen Fest lockten unter anderem kulinarische Spezialitäten aus verschiedensten Ländern, Infostände, zahlreiche Attraktionen für Kinder und musikalische Beiträge auf der Bühne am Turm.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.