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Den Wert der Pause erkannt

Die Hamburger Hip-Hop-Band Fettes Brot feiert auf ihrem neuen Album eine große Sause, es sind allerdings auch nachdenklichere Stücke zu finden. Foto: Jens Herrndorff/oh

Die Hamburger Band Fettes Brot ist mit neuem Album und einer Tour zurück – Ein Interview.

Von Falk-Martin Drescher, 27.11.2013.

Mit einem großen Konfettifeuerwerk meldet sich Fettes Brot zurück: Dokter Renz, König Boris und Björn Beton schmeißen unter dem Titel „3 is ne Party“ eine große musikalische Sause. Trotz all der Ausgelassenheit sind die Songs tiefgründiger und politischer als mancher denken mag. Ein Interview mit Boris Lauterbach alias König Boris.

? Boris, nach drei Jahren Livepause meldet ihr euch mit einem Album und einer Tour zurück. Was hat euch dazu bewegt?

! Irgendwann haben wir gedacht: Es ist mal wieder Zeit. Als wir dann anfingen, Musik zu machen, haben wir gemerkt: Es macht einfach Spaß. Den Wert der Pause haben wir tatsächlich erst hinterher erkannt – nämlich daran, dass wir von einer Euphorie getragen wurden und beim Musikmachen wirklich gute Laune hatten.

? Wer hat euch bei „3 is ne Party“ inspiriert?

! Der Titel ist ein Zitat von Andy Warhol: „One’s company, two’s a crowd, and three’s a party.“ Es tauchte bei etwa der Hälfte der Produktionen für das Albums auf, und wir hatten das Gefühl, dass es ganz hervorragend zu dem passt, was wir bisher gemacht haben. „3 is ne Party“ ist erst einmal ganz klassisch zu sehen: Wir haben uns auf dem Album auch mal wieder getraut, Partysongs zu machen, Songs über Hamburg, über Frauen. Klassische Fettes Brot-Kernkompetenzen. Außerdem bedeutet es auch, dass man nicht viel braucht, um etwas Großes auf die Beine zu stellen: Nimm deine beiden besten Freunde und behaupte, ihr seid die größte Band auf der Welt. Ihr braucht keinen um Erlaubnis zu fragen, keine Jury muss das entscheiden.

? Kennt ihr eigentlich all die Städte, die ihr bei „Für immer immer“ nennt? Schließlich rappt ihr auch über Braunschweigs Nachbarstadt Salzgitter...

! Richtig. Ich würde mal sagen wir kennen 90 Prozent der Städte. In einigen waren wir noch nicht, ich verrate aber nicht, welche das sind. Es ist eine Mischung aus Dichtung und Wahrheit, was die Geschichten angeht. Welche Stadt jetzt reingekommen ist, weil wir einen witzigen Reim drauf gefunden haben, und welche Stadt drin ist, weil wir da wirklich Frauen kannten – das bleibt der Fantasie des Hörers überlassen.

? Ihr beteiligt euch an der Aktion „Wir sind Lampedusa“. Warum ist es wichtig, als Musiker auch politische Botschaften zu senden?

! Unser großer Vorteil ist: Wenn wir etwas sagen, hören es viele Leute. Wir sind nicht schlauer als andere Leute, aber wenn wir unsere Meinung kundtun, wird sie deutlich lauter in die Welt posaunt. Manchmal muss man das halt nutzen. Ich halte auch nichts davon, ständig sein Maul aufzureißen und so zu tun, als hätte man die Weisheit mit Löffeln gefressen. Aber das ist bei uns hier in Hamburg nun mal eine sehr akute Angelegenheit. Angesichts des Verhaltens des Senats war es sehr angesagt, dazu etwas zu sagen.

? Was erwartet die Fans bei eurer anstehenden Tour?

! Top vorbereitete Typen, die immer noch Mut zur Lücke beweisen. Es ist nicht alles durchgeplant, wir lassen uns viel Raum für Spontanität. Wir sind mit einer geilen Band unterwegs. Unser Ziel ist es, die Leute jeden Abend mit einem Lächeln nach Hause zu schicken. Meistens gelingt uns das.

Tipp: Am 31. Januar 2014 ist Fettes Brot in der Swiss Life Hall in Hannover zu Gast. Mehr Infos unter www.fettesbrot.de.
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