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Das gilt selbst im kalten Winter: Ein Leben voll im grünen Bereich

Burkhard Bohne mag Pflanzen – nicht nur die im Arzneipflanzengarten der TU.

Von Marion Korth, 12.01.2011

Braunschweig. Alles passt zusammen. Das fängt mit dem Nachnamen an. Wer Bohne heißt, der kann eigentlich nur Gärtner werden. Ist Burkhard Bohne dann auch geworden. Seit 20 Jahren ist der Kräuterspezialist für den Arzneipflanzengarten des Institutes für Pharmazeutische Biologie der TU zuständig.

Mit wachsender Begeisterung pflegte er als Jugendlicher seinen „Zimmerurwald“, um später den grünen Berufsweg einzuschlagen. „Ich mag Pflanzen“, sagt der 48-Jährige schlicht. Nach dem Abitur machte er ein Praktikum in einem Zierpflanzenbetrieb. „Da gefiel es mir, also bin ich geblieben und habe eine Ausbildung gemacht.“ Später sattelte er die Meisterprüfung drauf.
Andere machen ihren Garten zum Rhododendrenpark oder schwärmen von immer neuen Rosenzüchtungen, Burkhard Bohne liebt dagegen die ursprünglichen Wildformen der Pflanzen, die ihm Vielfalt genug sind. Damit sich auch Hochlandgewächse oder Südländer aus dem Mittelmeerraum auf dem „platten Land“, genauer im Arzneipflanzengarten an der Beethovenstraße, wohlfühlen, bedarf es Einfühlungsvermögen.
Burkhard Bohne redet nicht mit seinen Pflanzen, „aber ich glaube, ich habe ein ganz gutes Gespür dafür, was die Pflanzen für ein gesundes Wachstum brauchen“. Wenn es so etwas wie einen „grünen Daumen“ gibt, dann hat er den. Er gärtnert konsequent ökologisch, ohne Gift, aber ein „grüner Spinner“ ist er nicht. „Ich bin bodenständig, dicht an den Menschen“, sagt er über sich selbst.
Er macht es wie die Pflanzen, lebt mit den Jahreszeiten, nicht gegen sie. Den Herbst als Ausklang eines Sommers voller Arbeit und Veranstaltungen mag er vielleicht am liebsten. Und auch den Winter. Endlich einmal Zeit, Bücher zu wälzen, selbst zu schreiben, Pläne zu schmieden, Ideen zu entwickeln.
Im März ist Abgabetermin für ein neues Gartenbuch. Als Fachautor für Gartenmagazine wie „Kraut und Rüben“, später für renommierte Fachbuchverlage wie Ulmer und Kosmos hat sich Burkhard Bohne einen Namen gemacht. „Ich war schon Spezialist, als das Kräuterthema populär wurde“, sagt er. Der Arzneipflanzengarten ist das Feld, auf dem sein Praxiswissen gewachsen ist. Burkhard Bohne mag diesen Garten, weil er nicht nur dem reinen Selbstzweck dient. Dort geht es nicht allein um die Pflanzenzucht, alles hat seinen Sinn. Für die Ausbildung der Pharmaziestudenten ist der Arzneipflanzengarten bestens aufgestellt. Bohne interessiert sich für die Pflanzen, aber auch für ihre Herkunft, ihre Geschichte und ihre traditionelle Verwendung. Mit dem Wissen darüber füllte er mehrere Begleitbände zum Arzneipflanzengarten. Gern führt er interessierte Laien durch die Anlage, zeigt und erzählt und freut sich, wenn seine Anregungen auf fruchtbaren Boden fallen.
Der Garten als beschauliches Kleinod, ein Garten, der nur schön ist – den würde Burkhard Bohne ziemlich langweilig finden. Der Garten als Projekt, das sich entwickelt, der Garten als Ort der Begegnung, das ist sein Ding. Das Endziel hat er im Kopf, der Weg dahin wird gemeinsam gestaltet. „Es ist schön, wenn die Menschen eine Idee respektieren und ihr folgen“, meint er.
Der Klostergarten Riddagshausen ist vielleicht das schönste Beispiel, wie es gelingen kann, Neues auf den Weg zu bringen. Von der ersten Idee 1995 bis zur Eröffnung des Gartens hat es sieben Jahre gedauert. Das Fundament trägt. „Das ganze Dorf steht hinter uns“ freut sich Bohne. „Zusammen mit guten Leuten etwas zu bewegen, das macht Spaß.“ Da wird Kuchen gebacken, da kommen die Kulturpaten und halten die Beete unkrautfrei – alles ehrenamtlich und unentgeltlich – da bringen sich Kirche und Diakonie ein. Ein Gemeinschaftswerk, das immer wieder mit Leben gefüllt wird.
Das Kloster Riddagshausen ist für Burkhard Bohne ein persönlicher Kraftort. Wenn es um Gärten geht und darum, sie zu gestalten, kommen ihm aber auch andernorts gute Ideen. Drei neue Gärten hat er in diesem Jahr geplant. Angst sich zu wiederholen, hat er nicht. Die Begebenheiten wechseln. Der Apothekergarten in einem Innenhof mitten in Braunschweigs Fußgängerzone ist eben etwas ganz anderes als ein Gemüsegarten im Schlosspark von Groß Plasten an der Müritz, der möglichst viel Essbares fürs Gourmetrestaurant der Nobelherberge liefern soll. Oder der Kräutergarten am Kaiserdom in Königslutter, der ehrenamtlich gepflegt wird und außerschulischer Lernort für Kinder ist.
Wenn Burkhard Bohne seine Gedanken einmal wild in die Zukunft wachsen lässt, dann würde er Arbeit und Leben gern an einem Ort zusammenführen. Ein Resthof mit großem Garten, das wäre was. Bis dahin bleibt es beim Haus mit (kleinem) Garten in der Selbstbausiedlung in Rautheim. Dort kümmert sich Burkhard Bohnes Frau Elke um die Blumen. „Ich bin eher fürs Rasenmähen zuständig und könnte das, wenn es nach ihr geht, ruhig etwas öfter machen“, sagt er. Aber jetzt ist ja sowieso Winterpause. Die Architektenkammer, die die Rautheimer Beispielsiedlung irgendwann besuchte, kürte den Garten der Bohnes trotzdem zum schönsten. „Das war für mich ein bisschen eine Ehrensache“, sagt Bohne und lacht.
Fürs nächste Jahr hat er schon wieder neue Pläne: Im Mai beginnt seine „Kräuterschule“ mit vier Veranstaltungen, die im Jahresverlauf den Bogen von der Anzucht und Vermehrung bis hin zur Verwendung von Kräutern spannt. Wer noch mehr wissen möchte, schaue im Internet unter: www.burkhard-bohne.de.
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