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Das ganze Drama in einem Bild

Erster Preis im internationalen Wettbewerb „UNICEF-Foto des Jahres 2015“: Schiere Verzweiflung an der Grenze zwischen Griechenland und Mazedonien. Fotograf: Georgi Licovski, Mazedonien, epa/oh

UNICEF hat das „Foto des Jahres 2015“ gekürt – Kinder auf der Flucht in den Westen.

Von Andreas Konrad, 18.12.2015.

Braunschweig. Das Wort „Flüchtlinge“ ist nicht nur von der Gesellschaft für deutsche Sprache zum Wort des Jahres gewählt worden, das Thema Flüchtlinge ist vielmehr eines der bewegendsten der letzten Jahre. Ein Foto von Georgi Licovski mit dem Titel „Schiere Verzweiflung“ bebildert dieses Drama sehr ausdrucksstark und wurde deshalb von der Hilfsorganisation UNICEF zum „Foto des Jahres“ gewählt.

Es ist der 21. August 2015, als es an der griechisch-mazedonischen Grenze zu dieser traumatischen Situation für zwei Flüchtlingskinder kommt. Ihr Zeuge: der Fotograf Georgi Licovski. Der hat schon viel Elend in seinem Leben gesehen, beim Zerfall Jugoslawiens, bei der Vertreibung Hunderttausender Menschen aus dem Kosovo. Aber was er hier erlebt, ist eine derart brutale Konstellation, dass sie ihm und seinen Kollegen Tränen in die Augen treibt. Um das Herz der mazedonischen Grenztruppen zu erweichen, schicken manche Flüchtlinge Frauen und Kinder in die erste Reihe. Von hinten schieben die Massen nach, Kinder werden von ihren Eltern getrennt, teils auch von Fremden an die Hand und über die Grenze mitgenommen – während die Angehörigen nicht nachkommen können. Ein weiteres Drama in jenem großen Drama, das in Afghanistan, im Irak und in Syrien beginnt – und in Europa nicht zu Ende ist. Nach Schätzung von UNICEF war jeder vierte der 730 000 Flüchtlinge, die von Januar bis November 2015 auf der Balkanroute in die Europäische Union kamen, ein Kind oder Jugendlicher.
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