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Dankbarkeit spornt an: Aus ein, zwei Mal wurden zwei Jahre

Canan Ceyhan und Sükrye Satilmis kochen ehrenamtlich und wurden dafür ausgezeichnet

. Von Annette Heinze-Guse, 06.07.2011

Braunschweig. „Kommt bitte wieder!“ – Es war wohl die anrührende Dankbarkeit und Anhänglichkeit der Menschen in der Tagesstätte der Lebenshilfe, die Canan Ceyhan und Sükrye Satilmis dazu brachte, ihr Engagement zu verlängern.

Die beiden lebhaften Türkinnen kommen freitags in das „Haus der Begegnung“ in der Hans-Porner-Straße im Bebelhof. Sie kochen dort für rund 20 Senioren türkische und deutsche Gerichte. Die meisten der Gäste haben eine Behinderung, sie haben in den Werkstätten der Lebenshilfe gearbeitet und sind jetzt in Rente.
Für das ehrenamtliche Engagement wurden Canan Ceyhan und Sükrye Satilmis jetzt mit dem Gemeinsam-Preis der Braunschweiger Zeitung ausgezeichnet. „Der Preis, das war eine Überraschung“, sagt Canan Ceyhan und ihre braunen Augen funkeln lebhaft, „die Atmosphäre war schön, der Dom, der Chor“, erzählt sie von der Preisverleihung. Die Gattin des Bundespräsidenten, Bettina Wulff, sei sehr nett gewesen. „Ich warte auf Ihr Kochbuch“, habe sie gescherzt.
Der Kontakt der beiden Köchinnen zur Lebenshilfe entstand in der Grundschule Bebelhof. Dort besuchten die beiden Mütter regelmäßig einen Gesprächskreis. Natascha Concalvez von der Lebenshilfe kam dazu und warb für ein Miteinander von Jung und Alt, dafür die Tagesstätte zu besuchen und sich dort zu engagieren. „Erst dachten wir, wir gehen da zwei, drei Mal hin“, erzählt Sükrye Satilmis über die Anfänge vor zwei Jahren, „doch die Leute waren sehr lieb. Sie interessierten sich für die türkische Küche. Sie essen das Essen gerne. Es macht einfach Spaß.“
Heute gibt es ein einfaches, aber vielseitiges Essen. Tomatensuppe mit Nudeln als Vorspeise. Danach Börek aus Blätterteig, Schafskäse und Nudeln. Zum Dessert Milchreis, angedickt mit Vanillepudding. Wenn die beiden Türkinnen (38 und 40 Jahre alt) kochen, hilft auch der eine oder andere Tagesgast der Lebenshilfe mit. Hannelore Liehe (67), steht gerade am Milchtopf und rührt. „Sie ist mein Lieblingsschatz, sie liebt den Nachttisch“, sagt Sükrye Satilmis und lacht.
Zwischendurch kommt auch immer mal wieder ein weiterer Gast in die Küche geschneit. Doch die beiden Türkinnen lassen sich nicht beirren, arbeiten und bewegen sich flott zwischen Schränken und Backofen. Um halb eins soll das Essen in der Lebenshilfe auf dem Tisch stehen. Danach warten zu Hause noch die Familien der beiden Türkinnen. Wer in der Küche im Weg steht, wird deshalb schon mal liebevoll, aber bestimmt, rausgeschmissen.
„Manchmal kochen wir eine Überraschung, manchmal besprechen wir eine Woche vorher, was es zu essen geben soll“, sagt Sükrye Satilmis. Die beiden Köchinnen sind versiert, improvisieren auch mal. Und sie kaufen sparsam ein. Die Zutaten für das Essen am Freitag kosten maximal zehn Euro.
Geld sei ihnen auch sonst nicht wichtig, betonen beide Türkinnen. Das Preisgeld haben sie an ihre Kinder verteilt. „Sie mussten auf Klassenfahrt“, sagt Sükrye Satilmis. Canan Ceyhan nickt, auch sie habe ihr Geld weitergegeben. Beide Frauen erzählen das fröhlich lachend.
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