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„Da werden 600 Kilo bewegt“

Städtisches Museum erhielt Pertrix für die Ausstellung „Braunschweiger Prinzenpark-Rennen“.

Von Birgit Leute, 14.08.2011.


Braunschweig. Laut quietschend kommen die schwarzen Gummireifen auf dem Podest zum Stehen. Cecilie Hollberg, Leiterin der Städtischen Museums, atmet hörbar auf. Sie erhielt gestern einen der Schätze der Ausstellung „Braunschweiger Prinzenpark-Rennen“: den Pertrix.

Rund 65 Jahre hat der silbrig-glänzende Sportwagen von Konstrukteur Petermax Müller inzwischen auf dem Buckel. Insgesamt entwickelte der gebürtige Potsdamer sechs; der Pertrix ist eines der beiden letzten Modelle, die erhalten geblieben sind. „Ein unbezahlbares Unikat“, ordnet Kuratorin Heidemarie Anderlik ein.
Eine Stunde schweißtreibende Arbeit war nötig, um den schnittigen Rennwagen ins Erdgeschoss des Museums zu bugsieren. „Einfach durch die Eingangstür – das wäre nicht gegangen“, erzählt Anderlik lachend. Das Museum hatte für den Transport eigens ein Fenster an der Rückseite des Gebäudes ausbauen lassen, durch das der Rennwagen von sieben kräftigen Männern zentimeterweise vorwärts geschoben wurde.
„600 Kilo müssen da bewegt werden“, erklärt Robert Knäb, der zusammen mit seinem Bruder Reinhold die Oberaufsicht und immer ein wachsames Auge auf den Wagen hatte. Mit energischen Handbewegungen dirigierten sie die Helfer in die richtige Richtung, schoben hier noch vorsorglich einen Keil unter, wenn die empfindliche Alukarosse leise schleifend auf dem Boden aufsetzte. Ein schwieriger Job? Robert Knäb wiegt den Kopf. „Na ja. Wir haben den Pertrix schon oft irgendwohin transportiert, aber über Stufen und durch ein Fenster – das ist schon speziell.“

Service:
Vom 1. September bis zum 8. Januar 2012 zeigt das Städtische Museum die Ausstellung „Braunschweiger Prinzenpark-Rennen“. Sie illustriert die Geschichte des Braunschweiger Motorsports nach dem 2. Weltkrieg.
Die Motorrad- und Autorennen zwischen 1948 und 1951 lockten zehntausende Zuschauer in den Prinzenpark. An ihnen nahmen Amateure wie berühmte Rennfahrer teil. Der ausgestellte Pertrix ist ein Wagen der Marke VW-Eigenbau mit Elementen des Käfers; die Form wurde in einem TU-Windkanal entwickelt.
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