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Campen auf einer Obstbaumwiese

Betreiberin des Platzes Carla Jahnke (l.) mit der Camperin Erika Schönitz aus Helmstedt im Gespräch. Auf dem Platz Waldwinkel herrscht ein überaus friedliches und freundschaftliches Klima.
 
Eine gepflegte Obstwiese, auf der auch Wohnwagen und Zelte stehen dürfen. Das grüne Camping-Areal hat etwas von beschaulicher Idylle.

Der Campingplatz Hotel Waldwinkel ist der älteste im Landkreis.

Von Erik Beyen, 18.07.2017.


Helmstedt. Er ist wohl der älteste Campingplatz im Landkreis Helmstedt und zugleich der, auf dem die Gäste der Natur vergleichsweise am nächsten sind: der Campingplatz Waldwinkel mit angeschlossenem kleinen Hotel und Restaurant. Er liegt nur einen Steinwurf vom Waldbad Birkenteich in Helmstedt entfernt und befindet sich von Beginn an in Familienbesitz. Den Anfang habe eine Wiese für Arbeitende, die mit dem Zelt unterwegs waren, gemacht, berichtet Carla Jahnke bei einem Lokaltermin auf dem Campingplatz. Dort hat sie die NH zum Abschluss der Serie über das Campen besucht.

Es ist angenehm warm an diesem Freitagvormittag. Nach den regnerischen Tagen hat die Sonne vorübergehend wieder das Sagen am Himmel. Ihre Strahlen tauchen den Campingplatz in ein idyllisches Bild, das den Betrachter unweigerlich an einen sommerlichen Obstgarten erinnert: Kirschen, Pflaumen, Äpfel, Birnen – „Viel wird das in diesem Jahr wohl nicht“, sagt Erika Schönitz. Sie wohnt im nur zwei Kilometer entfernten Helmstedt. Vor einem Jahr hat sie sich einen Wohnwagen samt festem Vorzelt zugelegt. Der steht nun auf einem sonnigen Fleckchen Erde, das sich die 75 Jahre alte Helmstedterin ganz nach ihren Vorstellungen zurecht gemacht hat. Kein Zaun, keine Hecke – ein offener Garten mit Rasen, Blumen und den Nachbarn. Es sei die Gemeinschaft, erzählt sie, man sei nicht alleine, alle stünden füreinander ein. Regeln brauche es nicht, da man sich gegenseitig respektiere und aufeinander achte.

Es dauert nicht lange, da gesellt sich eine Dame aus Berlin zum Gespräch. Seit 40 Jahren sei sie bereits auf dem Platz. „Die Leute hier sind alle nett, wir sind nett“, sagt sie, „hoffentlich“, und lacht. Ein paar Meter weiter ein Paar aus Hildesheim, das eine neue Heimat in Rheinland-Pfalz gefunden hat – neben der auf dem Campingplatz. Sie lieben die Ruhe auf dem Platz. Der übrigens setzt seinen Gästen kaum Grenzen. Hunde müssen an der Leine sein, exakt abgegrenzte Stellflächen gibt es auch nicht wirklich, und eine Platzordnung? „Die brauchen wir hier nicht“, sagt Betreiberin Carla Jahnke. Für diese Freiheit und die Lage des Platzes mitten im Lappwald müssen Gäste an anderer Stelle Abstriche machen: Die sanitären Anlagen sind alt, einfach, jedoch funktional. Aber: Damen und Herren haben jeweils ihre eigene Waschmaschine.

Sonstige Infrastruktur: ein Restaurant und ein Biergarten, beide ganztägig geöffnet. „Wenn ich hier bin, kann ich auch arbeiten“, lacht Carla Jahnke.
Der Platz, so erzählt die Betreiberin, habe sich Stück für Stück entwickelt und bereits Gäste aus der ganzen Welt gesehen. Ihr Vater Emil Jahnke, Begründer des Platzes, hat seinerzeit einen ganzen Ordner voll mit Artikeln gesammelt. Ein jeder erzählt eine Geschichte. Manche derer würden sich heute so nicht mehr zutragen, etwa die der vielen Tiere, die bei Jahnkes Obdach gefunden hatten. Auch das Grenzlandtreffen des Camping-Clubs Elm-Lappwald wird auf dem Platz Waldwinkel wohl keine neue Geschichte mehr schreiben, hat dort aber seinen Ursprung. Doch auch ohne all dies trifft sich im Waldwinkel offenbar die Welt, Radreisende aus Korea, Gäste aus Japan, Kolumbien und vielen anderen Ländern hätten dort schon Rast gemacht, erzählt Carla Jahnke.

Heute stehen auf dem bewusst naturbelassenen Platz insgesamt 40 Flächen für Dauercamper sowie 30 Reiseplätze zur Verfügung, etliche davon sind frei. Außerdem bietet das angeschlossene Hotel ein Einzel-, zwei Dreibett- sowie zwei Doppelzimmer. Auf eine Internetseite verzichtet Jahnke bewusst, auch Trubel sucht man auf dem Platz im Lappwald vergeblich. Doch das ist es, was Leute wie Erika Schönitz tatsächlich wollen. Eines hat der Platz mit allen gemein: Die Gruppe der Dauercamper wird älter.


Info:

Campingplätze:
- Campingplatz „Am Loosteich“, Berliner Platz 2, 38368 Mariental, 05356/585, www.campingplatz-mariental.de
- Campingplatz Nord-Elm, Erholungspark Nord-Elm, 38375 Räbke, 05355/8352, www.campingplatz-raebke.de
- Campingplatz Hotel Waldwinkel, Maschweg 46, 38350 Helmstedt, 05351/37161

Wohnmobilstellplätze:
- Niedernhof/Amtsgarten
Zentrum, Parkplatz 1,
38154 Königslutter
- Badezentrum Negenborn, Negenborntrift 25, 38364 Schöningen
- Stellplatz am Schützenhaus, Maschweg 6 (am Maschstadion), 38350 Helmstedt
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