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Bus und Bahn fahren Rekord ein

Beliebt wie nie zuvor: Braunschweigs Trams und Linienbusse. Die alten Straßenbahnen der Baujahre 1977 und 1981 werden in den nächsten Jahren durch moderne Traminos ersetzt. Foto: Ammerpohl
 
Carsten Müller (rechts) und Jörg Reincke blicken zufrieden auf das abgelaufene Geschäftsjahr der Verkehrs-GmbH zurück. Foto: T.A.

Erstmals mehr als 40 Millionen Fahrgäste in einem Geschäftsjahr – Linie 419 bald nur elektrisch.

Von Andreas Konrad, 1. März 2016.

Braunschweig. Ein neuer Rekord bei den Fahrgastzahlen und ein leicht rückläufiger Zuschussbedarf – die Verkehrs-GmbH hat ein erfolgreiches Jahr 2015 hinter sich. Und sie hat für die Zukunft viel vor. Aufsichtsratsvorsitzender Carsten Müller und Geschäftsführer Jörg Reincke blickten gestern bei der Bilanzpressekonferenz zurück und voraus.

Mehr als 40,3 Millionen Menschen sind im abgelaufenen Geschäftsjahr, das im Februar endet, mit den Braunschweiger Bussen und Bahnen gefahren, das sind fünf Prozent mehr als im Zeitraum davor und insgesamt so viele wie nie in der Firmengeschichte. „40,3 Millionen Fahrgäste bedeuten 1,7 Millionen mehr als im Vorjahr“, betonte Carsten Müller, „und Mehreinnahmen aus den Fahrausweisverkäufen von 1,5 Millionen Euro“. Damit übertreffe die Verkehrs-GmbH mit einem Zuwachs an Fahrgästen von fünf Prozent den bundesweiten Durchschnitt, der laut Verband der Verkehrsbetriebe bei einem Prozent liege, deutlich, so Müller weiter. Und das, obwohl viele Baustellen das ganze Jahr über keinen perfekten Betrieb zugelassen hätten, sagte Geschäftsführer Jörg Reincke. Insgesamt musste der Öffentliche Personennahverkehr in Braunschweig im vergangenen Jahr mit 19,15 Millionen Euro bezuschusst werden (2014: 19,4 und 2016 geplante 18,8).
„Mit der Tarifmaßnahme zum 1. Februar 2015 haben wir im Stadttarif Braunschweig eine günstigere Vorverkaufspreisstufe eingeführt, die die Fahrausweise an den Vorverkaufsstellen und im Online-Shop günstiger anbietet als beim Fahrpersonal“, erläutert Reincke eine Säule des Erfolges. Parallel dazu habe man die Zahl der Vorverkaufsstellen um 14 auf jetzt 44 ausgeweitet. Diese Strategie habe bereits 2015 dazu geführt, dass der Anteil der Fahrausweise, die im Vorverkauf im Stadttarif abgesetzt worden seien, um 14 Prozent zulegte, so Reincke. In diese Richtung – die Modernisierung der Vertriebswege – soll auch in Zukunft gearbeitet werden. Zunächst sind zehn stationäre Fahrscheinautomaten an Haltestellen und vier mobile verteilt auf zwei Tramino-Straßenbahnen geplant. „Wir planen die Automaten spätestens im September 2017 ausgeliefert zu bekommen“, so Reincke.
Auch der Fahrgast-Service solle weiter verbessert werden. Mehr Bildschirme in Bussen und Bahnen sowie deutlich mehr Anzeigen an Haltestellen zur Darstellung von Ankunftszeiten werde es geben, so Reincke. Dazu werde ein neues System eingeführt, das am Ende auch Informationen an Smartphones weitergeben könne und in der fernen Zukunft auch für eine gezielte Vernetzung mit Car-Sharing-Anbietern oder dem Fahrradverkehr ausgelegt sei, wie Müller ankündigte.
Das größte Bauprojekt 2016 wird die Umgestaltung der Gleisanlage am Aegidienmarkt und der Haltestellen auf dem John-F.-Kennedy-Platz. Dafür sind 3,3 Millionen Euro vorgesehen. Weitere Investitionen in den nächsten Jahren sind 20 Millionen für die Sanierung des Busbetriebshofes, 21,8 Millionen für neue Trams und Busse (siehe auch Artikel auf Seite 8) sowie acht Millionen für das neue Informations-System.
Um dem gestiegenen Bedarf an Kapazitäten zwischen Landesaufnahmebehörde (LAB) in Kralenriede und Stadt Rechnung zu tragen, fährt ab dem 18. März eine neue Linie. Die 426 wird dann halbstündlich zwischen Flughafen und Hamburger Straße verkehren, über Rebenring und Kralenriede. Zählungen hätten das erhöhte Fahrgastaufkommen dort untermauert, weshalb das Land Niedersachsen diese Linie komplett finanziere, so Müller und Reincke. Gewissermaßen als Nebenprodukt könnten so auch die Uni-Standorte besser verbunden werden. Und nicht zuletzt haben die Bewohner der LAB auch zu den gestiegenen Fahrgastzahlen beigetragen.
„Wir sehen die Verkehrs-GmbH für die Zukunft gut aufgestellt“, fasste Müller die aktuelle Situation zusammen. Insbesondere dem Ausbau der Elektromobilität und der Vernetzung müssten künftig eine große strategische Bedeutung gegeben werden.
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