Anzeige

„Brennnessel-Biotop“ stört

Vom Regen vergangene Woche etwas plattgedrückt, stehen Gras, Brennnesseln und Wildkräuter immer noch fast meterhoch, der Grabenverlauf ist kaum noch zu sehen. Foto: T.A.

Anlieger beschweren sich: „Am Graben in Dibbesdorf wird zu selten gemäht“.

Von Marion Korth, 4. Juni 2014.

Dibbesdorf. Sie haben das Ärgernis nicht direkt vor der (Haus-)Tür, denn die Vorgärten an der Spandaustraße, um die es hier geht, sind alle akkurat gepflegt, aber auf der anderen Seite der einspurigen Straße.

Ein Graben trennt die neue von der alten Siedlung, fließt praktisch mitten durch Dibbesdorf. Sehen kann man den Graben kaum noch, eher ahnen, denn Gras, Brennnesseln und Mädesüß wuchern dort fast hüfthoch. Gepflegt ist etwas anderes.
Der Wildwuchs, der auf der einen Seite unter Zäunen hindurchkriecht, den anderen Anliegern reichlich Samenflug beschert, sorgt für miese Stimmung. Nicht nur bei den Zinkes, die sich bei der nB meldeten, damit wir uns ihr „Biotop“ vor der Haustür einmal anschauen, auch bei anderen Anliegern. Beim Ortstermin kommen immer mehr aus ihren Häusern. Ein Radfahrer hält an und kommentiert nur kurz: „Eine Katastrophe!“ Ein Anlieger hat schon selbst zum Rasenmäher gegriffen, um einen Streifen an seinem Gartenzaun zu mähen.
Vor 25 Jahren, als die Zinkes hierherzogen, war ihre Nachbarschaft mit dem Graben noch ganz harmonisch. „Da wurde aber auch drei- bis viermal im Jahr gemäht“, sagen sie. Mittlerweile wird noch zweimal gemäht, und zwar nach Auskunft der Stadt seit 2012 wechselnd halbseitig. Ganz weg ist die Wildnis also nie. Zuständig für die Unterhaltung ist die Stadtentwässerung Braunschweig GmbH, die damit den rechtlichen Vorgaben (Wasser- und Naturschutz) nachkomme. Ziel sei es, die „ökologische Funktionsfähigkeit des Gewässers insbesondere als Lebensraum von wildlebenden Tieren und Pflanzen“ einerseits zu gewährleisten, andererseits für den „ordnungsgemäßen Wasserabfluss“ zu sorgen. Der Graben führt derzeit kein Wasser, ob es fließen könnte, ist fraglich, so dicht steht das Gras. „Wir haben hier auch noch keine seltene Pflanze oder auch nur einen Frosch gesehen“, sagt einer. Naturschutz und Biotoperhalt – alles gut und schön, „aber doch nicht mitten im Dorf“, sagt Karl-Heinz Zinke. Den Zustand des Grabens wird er trotzdem hinnehmen müssen. Selbst wenn er wollte, selbst mähen ist nicht gestattet. „Das ist eine städtische Aufgabe, die wir nach den rechtlichen Vorgaben auch erfüllen“, betont Stadtpressesprecher Adrian Foitzik. Die betroffenen Anlieger sehen das anders: „Wenn dieser Graben am Schloss wäre, dann würde er jede Woche gemäht!“ Ein schwacher Trost ist die Ankündigung der Stadt: „Die nächste Unterhaltung wird ab dem 16. Juni dieses Jahres stattfinden.“
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
14 Kommentare
9
Sarah Jane Smith aus Rüningen | 04.06.2014 | 23:50  
33
Christian Dieter Wilm aus Adenbüttel | 05.06.2014 | 12:22  
75
Emma Paulsen aus Braunschweig - Innenstadt | 08.06.2014 | 19:52  
7
Michael Hilker aus Stöckheim-Leiferde | 08.06.2014 | 21:36  
33
Christian Dieter Wilm aus Adenbüttel | 09.06.2014 | 12:12  
7
Michael Hilker aus Stöckheim-Leiferde | 09.06.2014 | 20:05  
75
Emma Paulsen aus Braunschweig - Innenstadt | 09.06.2014 | 20:43  
33
Christian Dieter Wilm aus Adenbüttel | 09.06.2014 | 22:20  
7
Michael Hilker aus Stöckheim-Leiferde | 10.06.2014 | 08:38  
75
Emma Paulsen aus Braunschweig - Innenstadt | 10.06.2014 | 14:02  
7
Michael Hilker aus Stöckheim-Leiferde | 10.06.2014 | 15:00  
24
Bettina Wegner aus Heidberg-Melverode | 14.06.2014 | 00:03  
75
Emma Paulsen aus Braunschweig - Innenstadt | 14.06.2014 | 19:05  
24
Bettina Wegner aus Heidberg-Melverode | 14.06.2014 | 20:30  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.