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Braunschweig „very british“

Reverend Ness Starkey erinnert hier einiges an ihre Heimat – Englische Advent Carols

Von Marion Korth, 28.11.2010


Braunschweig. Ein bisschen hat sie schon von Deutschland gesehen. „Den Schwarzwald“, sagt Reverend Ness Starkey. Aber hier in Braunschweig, da fühlt sie sich schon jetzt ein wenig wie zu Hause.

Ness Starkey kommt aus England, aus der Partnerdiözese des Braunschweiger Doms in Blackburn. Für zwei Jahre wird sie die Kollegin von Dompfarrer Christian Kohn sein, sich zudem im Auftrag der evangelischen Studierenden-Gemeinde an der TU um das Seelenheil der englischsprachigen Menschen in Braunschweig kümmern. Vor 14 Tagen hat sie als Pastorin eine Beerdigung begleitet. Der Verstorbene war Engländer. „Für die Familie war es schön, jemanden zu haben, der ihre Muttersprache spricht“, sagt Kohn.
„Ich mag Braunschweig wirklich sehr“, sagt Ness Starkey. Es sei „sehr englisch“ hier. „Es ist schön, wie die Stadt nach dem Krieg wieder aufgebaut worden ist, jeder Platz hat seine eigene Atmosphäre“, erzählt sie. Und dann die Menschen. „Sie sind höflich, erst ein bisschen zurückhaltend, so wie in England. Aber wenn man sie anspricht, dann lächeln sie, sie mögen Witze, sind humorvoll, kommen leicht miteinander ins Gespräch“, zählt sie auf. Ihre eigene warmherzige und freundliche Art ist es wohl, die es den Menschen leicht macht, sich ihr zu öffnen.
Das gilt auch für ihr berufliches Leben als Pastorin zu Hause. In der anglikanischen Kirche wurden 1994 zum ersten Mal Frauen zu Priesterinnen geweiht. Heute, sagt Ness Starkey, sind rund ein Viertel der Pastoren Frauen. Nicht alle Bischöfe sind mit dieser Entwicklung einverstanden, aber in der Gemeindearbeit ist sie niemals auf Ablehnung gestoßen. „Es kommt darauf an, wie man die Menschen behandelt“, ist sie überzeugt. Aber manche, die nicht regelmäßig zur Kirche gehen, würden sich schon wundern, wenn sie bei Trauung oder Taufe zum ersten Mal einer Pastorin gegenüberstehen.
Mit ihrem Mann Oliver ist Ness Starkey seit fast 30 Jahren verheiratet, sie hat zwei erwachsene Töchter. Lucy ist 22 Jahre alt und Balletttänzerin, Anny 20 und Archivarin. „Mein Mann war schon traurig, dass ich für zwei Jahre weggehe, aber er war auch stolz, dass ich in meinem Alter die Chance erhalte, etwas ganz Neues zu machen“, sagt sie. Er habe sie deshalb sehr unterstützt. Sie freut sich darauf, dass Oliver sie am nächsten Wochenende in Braunschweig besuchen kommt. Am 3. Dezember feiert sie 49. Geburtstag – in Braunschweig.
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