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Bei Horst Lichter ist alles in Butter – aber bitte mit Sahne!

Der Comedy-Koch versicherte am Freitag in der Stadthalle: „Sushi ist auch keine Lösung“

Von Alexandra Wolff, 29.11.2009

Braunschweig. Keiner kocht so amüsant wie Horst Lichter. Gleich zwei Leinwände waren am Freitag aufgebaut, damit alle Besucher im ausverkauften Großen Saal der Stadthalle dem Comedy-Koch zusehen konnten.

„Sushi ist auch keine Lösung“, so das Motto seiner Show, die die nB präsentiert hatte. „Ich bin Koch und kein Falter, der mit Fisch Origami macht“, erklärte er seine Abneigung gegen die japanische Delikatesse. „Toter, kalter Fisch und lecker? Das ist ja wie Angela Merkel im Playboy oder vegetarische Bratwurst.“ Neben (kulinarischen) Modesünden bekamen auch die, die immer eine Extra-Wurst wollen, ihr Fett weg: „Liebe Vegetarier, was meint ihr, warum selbst Kühen das Grünzeug nochmal hochkommt?“ Den einzigen Vorteil in der fleischarmen Kost sieht Lichter darin, dass Vegetarier keine Falten bekämen, sondern welk werden würden.
Es dauerte zwar eine Weile, bis es ihn auch an die Herdplatten verschlug und eine Topfkamera auf den Leinwänden zeigte, was außer Sahne und „einer Messerspitze“ Butter (ungefähr 125 Gramm) in seiner Pfanne brutzelte. Böse Zungen könnten behaupten, er würde nur kochen, wenn ihm nichts Lustiges mehr einfiele. Wohlmeinende hingegen wussten zu schätzen, dass er längere Kochvorgänge nicht mit einem „Ich habe da mal etwas vorbereitet“ verkürzte. Der Zwirbelbartträger zog es vor, Kochzeiten mit lustigen Anekdoten zu füllen und beispielsweise das Foto einer Frau zu zeigen, der Horst Lichter versehentlich eine zu harte Kartoffel in den Ausschnitt geschossen hatte. Oder er schäkerte mit einem Mann, der offensichtlich auch Pilca für ein Shampoo hält: „Na, da haben wir wohl beide denselben Friseur.“ Das Ganze gespickt mit Licht- und Toneffekten, einem unwiderstehlichen Kölner Dialekt, aber auch mit einfallsreichen Requisiten: Genießerisch schnupperte er über der Pfanne, in der er durchwachsenen Speck anbriet. Damit das Publikum auch etwas davon hatte, wehte er den appetitanregenden Geruch mit einem Ventilator in die ersten Reihen.
Bei Comedy-Programmen dieser Art kann es gefährlich sein, eine Karte für die ersten Reihen zu kaufen. Bei Horst Lichter ist das Risiko geteilt: Entweder man wird der Depp des Abends, so wie Gerd (das Opfer, das niemand sein will), der tapfer für Lichters Scherze herhalten musste. Oder man gehört zu den Auserwählten, die seine Kochkünste probieren durften.
Nach dem begeisterten Schlussapplaus verließen gutgelaunte Zuschauer singend und pfeifend zu „Always look on the bright side of life“ von Monty Python den Saal.
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