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„Ausbildung muss reformiert werden“

Carius Novàk, Vorsitzender des Dehoga-Kreisverbands Braunschweig-Wolfenbüttel, begrüßte die Gäste des Neujahrsempfangs im Altstadtrathaus. Foto: Peter Sierigk

Hotel- und Gaststättengewerbe hat Nachwuchssorgen – Weitere touristische Vermarktung der Region ist Aufgabe 2014.

Von Martina Jurk, 15.01.2014.

Braunschweig. Die Rahmenbedingungen für das Hotel- und Gaststättengewerbe sind gut – die Bettensteuer ist vom Tisch, Hoteliers zahlen auch künftig den ermäßigten Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent, die Übernachtungszahlen sind leicht gestiegen. Aber zu wenige Auszubildende bereiten der Branche Sorgen.

„Wir suchen dringend Auszubildende. Um die für die Branche negative Entwicklung abzufedern, werben wir ausländische Jugendliche an. Die ersten Spanier sind bereits da“, sagte Hermann Kröger, Präsident des Landesverbands Niedersachsen des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) bei dessen Neujahrsempfang, zu dem der Kreisverband Braunschweig-Wolfenbüttel in die Dornse eingeladen hatte. Um die Ausbildung attraktiver zu machen, so Kröger, müsse sie reformiert werden.

Adalbert Wandt, Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer Braunschweig (IHK), pflichtete dem bei. Bis Ende November 2013 seien im Kammerbezirk 260 Ausbildungsverträge geschlossen worden. Das sei ein Rückgang von zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr. „Und dabei zählt das Gastgewerbe zu den aktivsten Ausbildungsbereichen“, so Wandt. Aufgabe sei es, neue Standards in der Ausbildung zu schaffen wie eine Qualifizierung des Ausbildungspersonals, Paten für die Azubis und bessere Arbeitszeiten. Immerhin sei bereits eine Erhöhung der Ausbildungsvergütung erreicht worden.

Neben der Ausbildungssituation sieht der IHK-Vizepräsident die weitere touristische Vermarktung Braunschweigs und der Region als Herausforderung für 2014 an. Die 500 000er-Marke bei den Übernachtungen sei erstmals 2012 überschritten worden. Wandt hofft, dass das 2013 ebenfalls gelungen ist. Das Problem seien die Wochenenden. Da sehe es mau aus. „Die Auslastung der Betten ist ein dickes Brett, das es noch zu bohren gilt“, sagte Adalbert Wandt. Das sei eine wichtige Aufgabe für die Allianz für die Region. Eine von der Allianz in Auftrag gegebene Studie belege, dass unsere Region bei der Hälfte der Befragten nicht bekannt sei, schon gar nicht in Bezug auf Freizeitangebote.
Bürgermeisterin Friederike Harlfinger stimmte zu: „Die Erschließung neuer Zielgruppen im Tagungsgeschäft ist Aufgabe in diesem Jahr.“ Die Stadt habe durch solides Wirtschaften ihre Leistungen im Tourismusbereich neu positioniert. 12,6 Millionen Euro seien für Marketingmaßnahmen ausgegeben worden. Das Themenjahr 1913, die Landesausstellung „Roms vergessener Feldzug“ und der Eintracht-Aufstieg hätten bundesweit das Image Braunschweigs gestärkt.

Auch in diesem Jahr würden Veranstaltungen wie die Team-Europameisterschaft der Leichtathleten und das erstmals in Braunschweig stattfindende Bundesfinale des Wettbewerbs „Jugend musiziert“ für einen starken Imagegewinn der Stadt sorgen.
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