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Aus Warberg kommt Hilfe für Tansanias Bauern

Die drei Protagonisten des Projekts: Peter Link von der Burg Warberg, Helmut Wensing vom Rotary Club Helmstedt und Peter Rautenschlein vom Freundeskreis der Burg (v.l.) wollen zusammen den Bauern in Tansania nachhaltig helfen. Foto: Erik Beyen

Rotary Club und der Freundeskreis Burg Warberg wollen Maissilos aufbauen und die Landwirte ausbilden.

Von Erik Beyen, 19.05.2017.

Warberg. Etwa 80 Prozent der Menschen in Tansania leben in oder von der Landwirtschaft, kleinbäuerliche Familien, die gerade so über die Runden kommen. Sie bauen meist Mais an. Auf dieser Frucht basieren 60 Prozent der Ernährung. Das Problem: Durch falsche Lagerung und Schädlinge gehen regelmäßig 40 Prozent der Ernte verloren. Das wollen der Rotary Club mit Hilfe des Lionsclubs und der Freundeskreis Burg Warberg ändern: mit Geld, Expertise und Bildung.

Der erste Schritt sind Silos für Getreide und Mais. Die kosten Bares, und darum haben die Rotarier ihre Projektidee in ganz Deutschland erzählt und so 50 000 Euro gesammelt, zuletzt 5000 Euro vom Rotary Club in Neustadt an der Ostsee. Startkapital für ein äußerst ehrgeiziges Projekt. Schon im Juli sollen die Siloanlagen als Pilotprojekt in einem Dorf am Fuße des Kilimanjaros aufgebaut werden. 50 kleinbäuerliche Betriebe können dann ihre Ernte einlagern, und das fachgerecht, denn begleitend wollen die Projektinitiatoren die Bauern in Lagerhaltung und -führung ausbilden. Es gelte, die Nachernteverluste zu vermeiden, sagen sie.

Am Erfolg dieser Maßnahme wird die Fortführung des gesamten Projekts hängen, denn das will noch mehr erreichen: Bildung und Ausbildung, und zwar vor Ort. Am Anfang sollen dafür die Spezialisten der Bundeslehranstalt in der Burg Warberg sorgen, allesamt Experten für Agrarwirtschaft. Sie werden den Bauern in Tansania zeigen, wie sie ihre Erträge steigern können, bedeutet: Einst sollen die Bauern, deren Wissen ausschließlich auf weitergetragenem Wissen in den Familien basiert, selber Experten sein. Voraussetzung dafür ist Bildung. Die kostet in Tansania Geld. Für die Bauernkinder reicht es darum meist nur bis zur Klasse 7. Bis dahin kostet die Schule 20 Dollar pro Jahr, ab der 8. Klasse 500, unbezahlbar für die meisten Familien, deren Monatseinkommen bei 80 bis 100 Dollar liegt.

Setzen die Rotarier ihr Projekt um, kann das zum ganz großen Wurf werden. Vereinfacht dargestellt, könnte folgendes passieren: Keine Ernteverluste bedeuten gutes Auskommen und beginnende Rücklagen für die neue Saat sowie bessere Qualität. Die eröffnet Verkaufsmöglichkeiten eines Teils der Ernte. Die Familien beginnen zu verdienen, können ihren Kindern die Bildung bieten, die sie brauchen, um zu echten Experten zu werden. Der Kreis schließt sich und könnte sich in Wellenform ausdehnen. Langfristig kann Tansania seine Getreideimporte reduzieren, gar exportieren, wenn das Projekt gelingt, und: Über die Rotary Foundation werden aus 50 000 Euro 125 000, alles für dieses Projekt, nach dessen Erfolg auch der Bund einsteigt. Am Ende stehen 500 000 Euro in Aussicht. Übrigens: Regierung und die Kirchen in Tansania unterstützen des Projekt. Bedingung: Gelder dürfen ausschließlich dafür verwendet werden.
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