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„Aufarbeitung von Atommüll“

Pläne der Firma Eckert & Ziegler machen Anwohner misstrauisch – Bibs verweist auf Bauantrag.

Von Marion Korth, 01.02.2012

Braunschweig. Die Befürchtungen der Anwohner bleiben, daran hat auch das große Expertenhearing aus Anlass der Baupläne des Unternehmens Eckert & Ziegler in Thune (die nB berichtete) nichts geändert.

Die Hallenerweiterung ist das eine, aber was geschieht danach? „Wir glauben den Ausführungen von Herrn Dr. Eckert nicht, der immer nur davon spricht, der bestehende Geschäftsbetrieb soll modernisiert werden“, sagt Rolf Wernicke. Er wohnt seit 1948 in der benachbarten Siedlung. Seine Befürchtung und auch die der anderen Kritiker: Dass es in Zukunft in Thune nicht mehr nur um medizinische Produkte gehen soll. Wernicke hält es nicht für Zufall, dass Dr. Eckert immer nur über die Eckert & Ziegler Nuclitec AG, nicht aber über die Eckert & Ziegler Umweltdienste GmbH spricht. Letztere wird in dem Bauantrag für die neue Halle genannt.
Als Hinweis darauf, was eigentlich das Ziel des Unternehmens ist, verweist die Bibs auf eine Präsentation vor dem Eigenkapitalforum in Frankfurt. Aus dem gehe hervor, dass es sich bei den Plänen für den Neubau eindeutig um eine Erweiterung handelt, mit dem das „Marktvolumen von bis zu 50 000 Konradcontainern“ ausgeschöpft werden solle. Die Bibs sieht diese Aussagen durch den Text des Bauantrags für die neue Halle bestätigt.
Die Bezeichnung der Baumaßnahme im Antragsformular lautet nach Angaben der Stadtverwaltung exakt: „Neubau eines Gebäudes zur Durchführung von Messung, Konditionierung und sicherer Verpackung schwach radioaktiver Abfälle“. In der formlosen Baubeschreibung, die ebenfalls Teil des Antrags ist, steht weiterhin: „Die Eckert & Ziegler Umweltdienste GmbH betreibt auf dem Firmengelände in Braunschweig Anlagen zur Konditionierung und sicheren Verpackung schwach radioaktiver Abfälle aus der Medizin, der Wissenschaft und der Industrie. Das Unternehmen plant eine Erweiterung des Betriebes. Dazu soll am Standort eine neue Halle zur Durchführung von Messung, Konditionierung und sicherer Verpackung schwach radioaktiver Abfälle zur späteren Einlagerung in den Schacht Konrad errichtet werden, der ab 2014 als Endlager zur Verfügung stehen wird.“
Offizielle Stellen rechnen demgegenüber nicht mit einer Fertigstellung des Endlagers Konrad vor dem Jahr 2019.
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