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Auf dem Jakobsweg mit Radeck

So war das nicht geplant: die Pilger jenseits des Jakobsweges mitten im Wald. Sie nahmen es locker. Fotos (3): Beyen

Teilnehmer wünschen sich eine Fortsetzung der Wanderungen mit dem Landrat.

Von Erik Beyen, 18.07.2017.

Helmstedt. Er wolle ein Landrat „zum Anfassen“ sein, hatte Gerhard Radeck vor seiner Wahl 2016 immer betont. An den vergangenen beiden Sonntagen hatten die Menschen aus dem Landkreis und der gesamten Region mal wieder die Chance, genau diese Aussage gründlich zu testen.



105 nutzten sie und wanderten in zwei Etappen mit dem Landrat auf dem regionalen Jakobsweg, zunächst von Marienborn nach Räbke und schließlich von Königslutter nach Lucklum. Allgemeines Fazit: eine tolle Idee, die nach Fortsetzung verlangt. Die stellte Radeck dann auch in Aussicht: Im nächsten Jahr wolle er wieder mit Bürgern auf die Piste gehen, dann vielleicht mit dem Rad, sagte er am Ende der zweiten Etappe in Lucklum.

Die Idee hinter der Wanderung: Menschen treffen, mit ihnen ins Gespräch kommen und zugleich den Tourismus im Landkreis mehr in den Fokus rücken. Das scheint wohl gelungen, obwohl die erste Etappe zeitweise im Dickicht des Lappwaldes landete. Ein ungeplantes Abenteuer mit dem Landrat, bei dem Helmstedts Bürgermeister Wittich Schobert seien Regenschirm zur Machete umfunktionierte und die Pilger aufpassen mussten, dass sie nicht in Dornen hängen blieben. Wo steht es noch geschrieben: „Die Wege des Herrn ...“ – Entsprechend locker nahmen es die Gäste des Landrates, immerhin kamen sie am Ende alle wohlbehalten an der Liesebachmühle in Räbke an. Da hatten sie 26 Kilometer in den Knochen und jede Menge Wissen getankt, etwa über die Marienkapelle in Marienborn, den einen Steinwurf von Marienborn entfernten Bischofswald, die Paramentenwerkstatt im Kloster St. Marienberg in Helmstedt und zuletzt auch über die Geschichte der Liesebachmühle und die Aktivitäten des Mühlenvereins in Räbke.

Die zweite Etappe der Pilgertour auf des Jakobs Spuren führte etwa 70 Menschen von der Stadtkirche in Königslutter über den Kaiserdom zu einer der Quellen der Lutter, Lutterspring, den Drachenberg, das Reitlingstal nach Lucklum – gut 16 Kilometer zu großen Teilen durch den Elm und eine Natur, die an Abwechslung schwer zu überbieten ist.

Und ja: Sie kamen ins Gespräch, die Bürger und der Landrat, über dies und das, doch in erster Linie über das, was man von der Straße aus nicht sieht, die vielen schönen Fleckchen Erde, Sehenswürdigkeiten, Ausflugsziele und verborgenen Schätze, die Elm, Lappwald und die Landkreise Helmstedt und Wolfenbüttel zu bieten haben. Entsprechend das Fazit von Dunja Kreiser, Bürgermeisterin in Evessen, zu dieser Gemeinde gehört das Reitlingstal. „So ein übergreifendes Angebot muss man unbedingt wiederholen“, sagte sie und lag damit voll auf der Linie aller Beteiligten. So wurden die Pilger zu Botschaftern für den regionalen Tourismus und der Jakobsweg zur Verbindungsachse einer ganzen Region.
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