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Atos will den Standort Braunschweig aufgeben

Betriebsversammlung bei Atos. Foto: oh

Außerordentliche Abteilungsversammlung bei Atos : Kämpfen wie die Löwen

"Wer den Standort Braunschweig schließen will, hat die Rechnung ohne die Löwen gemacht! Wir kämpfen!": So steht es auf den Plakaten, die sie hochhalten. Alle anwesenden Mitarbeiter des Standortes haben es mit ihrer Unterschrift bestätigt. Auf der Versammlung kamen sie am Freitag zusammen und diskutierten die jüngsten Entwicklungen.

Anfang der Woche hatte die Geschäftsleitung den einzelnen Beschäftigten per E-Mail lapidar mitgeteilt, dass der Standort Braunschweig zum April 2015 aufgegeben werde. Die dem Betriebsrat erst auf Nachfrage angegebenen "wirtschaftlichen Gründe" konnte dieser nicht nachvollziehen. Markus Nolte, der extra für die Betriebsversammlung angereiste Sprecher des Wirtschaftsausschusses, bestätigte: "Die vorgelegten Zahlen halten noch nicht mal einer ersten Überprüfung, geschweige denn einer genaueren Betrachtung stand. Das ist eine sehr fadenscheinige wirtschaftliche Argumentation." Auch der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Henning Günther stellt die unternehmerische Weitsicht und das wirtschaftliche Kalkül der Schließungsentscheidung in
Frage: "Das einzig erkennbar konzeptionelle an dem jetzt praktizierten Vorgehen ist die Schließung der Standorte synchron zum jeweiligen Auslaufen der Mietverträge."

Atos hatte in der Vergangenheit seine gute Markposition immer mit großer Kundennähe durch viele Standorte begründen können. Seit geraumer Zeit allerdings werden zunehmend Standorte geschlossen. Erst im Sommer 2014 traf es den Standort Frankfurt mit 300 Beschäftigten. Rainer Feldt, Mitglied des Betriebsrates, sieht diese Entwicklung mit Sorge: "Die Nähe zum Kunden geht mit der Entfernung zum Kunden verloren. Elektronische Kommunikation kann das miteinander reden nicht ersetzen."

Detlef Kunkel, der erste Bevollmächtigte der IG Metall Braunschweig, überbrachte den Beschäftigten am Rande der Versammlung solidarische Grüße der Vertrauensleute von Volkswagen und betonte den Willen der IG Metall, die Beschäftigten für den Erhalt des Standortes zu unterstützen: "Egal ob juristische, personelle oder anderweitige Unterstützung. Wie bei unserer Eintracht soll auch für euch gelten: you never walk alone".
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